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Mariensee

Stand der Arbeit im Mai 2011. Autor Dieter Barby.
Chronik des Klosters Mariensee

Die Nonnen des Klosters Mariensee lebten nach den Regeln des Zisterzienserordens. Dieser war um 1098 als benediktinischer Reformorden gegründet worden. Dem Mönchsorden wurde um 1132 ein weiblicher Zweig angegliedert.

In Deutschland wurden viele Zisterzienser Mönchsklöster gegründet, von denen allein 15 auf Niedersachsen kamen. Dann ließ der Gründungseifer nach, bis er in der folgenden Generation durch eine Frauenbewegung, an deren Spitze die Pfalzgräfin Agnes, die Gräfinnen Helene von Wildenstein, Sophia von Ravensberg, die von Eberstein, von Schwalenberg, von Wölpe und von Schaumburg standen, neu angefacht wurde. (Quelle: Kayser, Kirchengeschichte 7. Jahrgang S. 156) Mit einer Ausnahme wurden damals nur noch Frauenklöster gestiftet. Unter diesen Frauenklöstern war auch Mariensee. Gräfin Sophie von Wölpe hat ihren Gemahl zur Gründung dieses Klosters offenbar veranlasst, denn in der Urkunde vom 27. Dezember 1215 steht ausdrücklich: Graf Bernhard habe die dem Kloster zugewiesenen Schenkungen „mit Zustimmung und Willen unserer Gemahlin Sophie, unserer Töchter und Schwiegersöhne“ vorgenommen.
(Anmerkung: Bei dem Datum 27. Dezember 1215 ist zu beachten, dass der Jahresbeginn im Bistum Minden ab dem 25. Dezember gerechnet wurde, so dass es sich nach unserer Zeitmessung um den 27. Dezember 1214 gehandelt hat)

Kennzeichnend für den Orden war seine ausgedehnte und fortschrittliche Landwirtschaft. Die Frauenklöster in Calenberg unterstanden nicht dem Ordenskapitel (der Generalversammlung des Ordens), sondern dem Diözesanbischof. Das war für Mariensee der Bischof von Minden.

Auffallend an der Gründung des späteren Klosters Mariensee ist, dass der Konvent wohl zuerst an einem anderen Ort entstanden ist. Um das Jahr 1200 (undatierte Urkunde) bestätigt Pfalzgraf Heinrich, Sohn Heinrichs des Löwen, in dieser Urkunde eine Besitzübertragung an ein Kloster in Vornhagen im Kreis Schaumburg. Später holte Graf Bernhard von Wölpe vom Mindener Bischof die generelle Zusage ein, seine künftigen Zehntübertragungen an das dortige Kloster zu unterstützen.

In einer Urkunde von 1207 findet erstmals ein Kloster in Mariensee Erwähnung. 1213 gab Graf Bernhard von Wölpe Besitzungen der Grafen von Dassel (mit den Wölpes verschwägert), an dieses Kloster weiter, die ihm als Pfand zugefallen waren. Das es sich bei Mariensee um eine Neugründung handelt erfahren wir ein Jahr später. Zum Bau des Klosters hatte der Graf von Wölpe einen Hof in Catenhusen aus seinem Eigengut zur Verfügung gestellt. Dies ist die letztmalige Erwähnung des Ortes Catenhusen in den alten Urkunden. Gleichzeitig wurde die Anlage mit umfangreichem Grundbesitz und zahlreichen Zehntrechten ausgestattet. Darüber hinaus verzichtet der Graf auf seine Vogteirechte am Kloster. Aufgrund dieser Angabe schließen die Historiker, dass die Insassen des neuen Klosters aus dem Kloster Vornhagen kommen sollten. Ein Vertrag vom 19. September 1215 bestimmte die Verlegung des Konvents von Vornhagen nach Mariensee. Kurz darauf dürfte die Übersiedlung der Nonnen von Vornhagen nach Mariensee geschehen sein, denn der dortige Konvent wird seitdem nicht mehr erwähnt. Beim Begräbnis des Grafen Bernhard im Jahre 1221 rühmt sein Bruder der Bischof Yso von Verden ihn ausdrücklich als Gründer des Klosters. Vermutlich ist er damals auch in der Kirche zu Mariensee beigesetzt worden.

Welches Ziel setzte sich nun der Zisterzienserorden, dem nun das neue Kloster an der Leine angehörte? Er wollte sicher die Führung eines einfachen und enthaltsamen Lebens erneuern. Die Regeln des Ordens waren sehr streng. Die Bekleidung sollte das einfachste graue Tuch sein, lederne Fußbekleidung und Handschuhe waren verboten. Die täglichen Mahlzeiten bestanden in der Regel aus nicht mehr als zwei Gerichten, jedoch ohne Fett und Fleisch und für jeden ein Pfund Schwarzbrot. Das Nachtlager bestand aus Stroh mit einer Decke darüber, jeder schlief mit seiner Tagesbekleidung. Um 2 Uhr morgens begann nach dem Gebete die Arbeit im Hause und auf dem Hofe, sowie in Feld und Wald. Anders als zum Beispiel die Benediktiner, die ihre Güter auf Meierzins vergaben, bewirtschafteten die Zisterzienser alles in Eigenarbeit. Dabei halfen besonders in den Frauenklöstern wie Mariensee bei schweren Arbeiten sogenannte Laienbrüder. Diese legten in der Regel das Mönchsgelübde des Gehorsams, der Keuschheit und der Armut ab, trugen aber andere Kleidung als die Ordensmitglieder. Aus Mariensee ist bekannt das der Laienbruder und Prövener des Klosters Johann im Jahre 1364 schwor ein treuer Diener des Klosters zu sein. 1410 werden fünf solcher Laienbrüder des Klosters in einer Gerichtsurkunde genannt.

Bei den Gottesdiensten sollte größte Einfachheit herrschen. Die Kirchen durften keine Türme, sondern nur kleine Dachreiter haben wo Glocke nebst Glockenstuhl untergebracht waren.. Es gab keine Mosaikfußböden, Glasmalereien, keine bunten Altarvorhänge und die hölzernen Kreuze durften nicht vergoldet sein Bei der Messe durfte der Abt keinen Teppich betreten, Lichter durften nicht brennen, die sakralen Geräte durften höchstens von Silber, nie jedoch von Gold sein. Das Abendmahl musste dreizehn mal im Jahr gefeiert werde, wobei die Kelchentziehung die Regel war. In den Frauenklöstern wie Mariensee wurden diese Regeln des Ordens aber weitaus milder gehandhabt, ohne das wir darüber genaue Kenntnisse besitzen und bei der Aufzählung uns an andere Klöster orientieren müssen. Weitere Tätigkeiten neben der Landarbeit werden wohl auch hier weibliche Handarbeiten gewesen sein, wie etwa Weben, Spinnen und Stickereien. Die Mahlzeiten wurden gemeinschaftlich eingenommen, wobei christlich aufbauende Schriften verlesen wurden.

14. Jahrhundert. Allein schon durch die günstigen Bedingungen bei der Überlieferung des Klosterarchivs steht der größte Teil der vorhandenen dortigen Urkunden der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts im Zusammenhang mit dem Ausbau der Grundherrschaft des Klosters Mariensee, bevor die Güterübertragungen an das Kloster dann deutlich zurückgehen. Zahlreiche Funktionsträger und Nonnen werden namentlich genannt. Besonders hervorzuheben ist der Ablassbrief, in dem 1312 für die Unterstützung der Baumaßnamen im Kloster geworben wurde.

Von den mittelalterlichen Klostergebäuden ist nichts mehr erhalten geblieben. Man vermutet das sie zuerst im 13. Jahrhundert, hier besonders die Klausur, aus provisorischen Holzbauten bestanden haben. Über die Lage der wohl dann im 14. Jahrhundert errichteten massiven Klostergebäude gibt es einige wenige Spuren an der Südwand der Kirche. Danach lag wohl der Ostflügel ungefähr in der selben Flucht wie heute, nur war er offensichtlich niedriger. Die Westfassade der Kirche muss wegen der großen Fenster freigelegen haben. An der Stelle des jetzigen barocken, fehlte ein mittelalterlicher Nordflügel.

1200

Um das Jahr 1200 oder einige Jahre danach bestätigte Pfalzgraf Heinrich, der Sohn Heinrichs des Löwen, in einer undatierten Urkunde eine Besitzübertragung an ein Kloster in Vornhagen, Kreis Schaumburg.
Herzog Heinrich von Sachsen und Pfalzgraf bei Rhein schenkt dem Kloster Vornhagen zwei Höfe und drei Hufen, die seine Dienstleute, die Brüder Detward und Dietrich von Frille, seinem Truchsess Jordan und dieser wiederum ihm resigniert haben. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 1)

1207

Erste urkundliche Erwähnung des Klosters Mariensee am 27. November 1207. Ratzeburg, Herzog Albrecht von Sachsen schenkt dem „cenobio de Lacu sancte Marie“ eine Mühle und drei Häuser in Dusleburg (untergegangen), die sein Dienstmann Ludolf von Oldendorpe von ihm zu Lehen hatte und ihm resigniert hat. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 2).

1213

Graf Adolf von Dassel stimmt zu, dass sein Schwager, Graf Bernhard von Wölpe, dem Kloster Mariensee, Güter in Niedernstöcken, sowie den Zehnten in Stöckendrebber geschenkt hat, den dieser von ihm als Pfand besessen hat. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 3)

Nennung eines Probstes Ekkehardus am 30. Oktober 1213.

Nach Wecken (1900, S. 51) hat das Kloster Mariensee im 13. Jahrhundert nur einmal einen eigenen Schreiber beschäftigt. An übereinstimmenden Merkmalen der überlieferten Urkunden ist dieser namentlich unbekannte Schreiber in den Jahren zwischen 1213- 1215 und 1224 tätig gewesen. Aufgrund dieser Merkmale weist Wecken auch noch eine Urkunde für die Gräfin Kunigunde von Wölpe und ihres Sohnes Konrad zwischen 1221 /1232 der Hand dieses Schreibers zu. Ansonsten scheint das Kloster stets die Dienste ungenannter Gelegenheitsschreiber in Anspruch genommen zu haben.

1214

Urkunde undatiert, vor dem 27. Dezember 1214. Bischof Konrad von Minden verspricht, das Kloster Vornhagen im Besitz aller Zehnten zu bestätigen, die diesem vom Grafen Bernhard von Wölpe übertragen werden sollten. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 5)

27. Dezember 1214. Graf Bernhard von Wölpe schenkt dem Kloster Mariensee seinen Hof in Catenhusen, wo das Kloster erbaut werden soll, ferner Zehnten in Schneeren, Meringen (untergegangen), Bothmer, Stöckendrebber, Otternhagen und Grewiede, ein Haus in Grewiede und eine Mühle in Neustadt, die Kirche in Basse und den Wald Birkhorn. Als Zeugen erscheinen unter anderen Volbrecht von Niedernstöcken und Eckhard von Mardorf. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 7)
(Da im Bistum Minden der Jahresbeginn nach dem Weihnachtstermin (25. Dezember) gerechnet wurde, ist die Jahreszahl um ein Jahr zurück gesetzt. Beide Originalurkunden sind mit 1215 datiert)
Nach der Urkunde vom 27. Dezember 1215 (Calenberger Urkundenbuch Nr. 7) wurde die Klosterkirche zur Ehre Gottes, der seligsten Jungfrau Maria, des heiligen Evangelisten Johannes und aller Heiligen gegründet. Allerdings ist ihr Baubeginn nicht bekannt, er muss jedoch in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts liegen, da die Ablassurkunde des Erzbischofs Engelbert von Köln (datiert mit dem 25. März 1260) berichtet, dass die Äbtissin und der Konvent des Klosters Mariensee das kostspielige Werk der Kirche zu bauen begonnen haben und das die Mittel zur Vollendung fehlen. (Abbatissa et Conuentus Monastarii de lacu sancte Marie … Ecclesiam suam edificare inceperunt opere sumptuoso, et ad consummationem ipsius … non suppetant facultates) Stilistisch gehört die Apsis der Klosterkirche und die beiden anschließenden Joche in die Zeit vor 1250.

1215

19. September 1215. Bischof Konrad von Minden gibt bekannt, dass das Kloster Vornhagen nach Mariensee verlegt werden soll, und bestätigt ihm sämtliche Besitzungen. Nur das Vorwerk Vornhagen und ein dortiges Waldstück sollen an das Bistum fallen. (Quelle: HStA Hann Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 6a und 6b; Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 6)
Konrad Bischof von Minden: Die Äbtissin mit dem ganzen Konvent der Klosterfrauen soll nach Mariensee gehen und dabei alle Einkünfte, die zum früheren Ort gehörten, behalten, sei es aus Zehnten, Hufen, Vorwerken oder aus klösterlichen Pfandzehnten. Davon ausgenommen sein soll allein das Vorwerk Vornhagen mit einen Teil des Waldes, dies soll zu demselben Recht, zu dem es der ehrwürdige Herr Bischof Dietmar frommen Angedenken besessen hat, an uns zurückkehren. Wenn an dem genannten Hof Erweiterungen vorgenommen sind, werden sie ebenfalls an uns übergehen. Das Kloster selber soll zu allem Recht, zu dem ein Kloster seines Ordens einem Bischof unterstellt sein kann, uns und unserem Bistum unterstehen und ohne unser und unser Bistum Rat und Willen unter niemand Herrschaft oder Macht geraten. Als Gegenleistung haben wir auf Rat unseres Domkapitels und auf Bitten unseres getreuen Grafen Bernhard von Wölpe dem genannten Kloster zugestanden, dass wir ausdrücklich zustimmen werden, wenn der genannte Graf einen Zehnten, den er aus unserer Hand zu Lehen hat, an jenes Kloster geben will. Geschehen ist dies im Jahre der Fleischwerdung des Herrn 1215 am dreizehnten Tag vor den Kalenden des Oktober, zur zweiten Indiktion, im zweiten Jahr unseres Pontifikats.

23. November 1215. Die Grafen Adolf der Ältere und Adolf der Jüngere von Dassel übertragen dem Kloster Mariensee eine Hufe in Basse. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 4)

1216

Bischof Konrad von Minden schenkt dem Kloster Mariensee das Eigentum am Zehnten in Frille, den dieses von den Brüdern Reinhard und Justaz von Vornholz gekauft hat. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 9a)

31. Dezember 1216. (Im Original mit Jahr 1217) Johannes von Brünninghausen schenkt dem Kloster Mariensee die Hachmühle, eine Hufe in Eitzendorf, sowie eine Unfreie mit vier Kindern. Als Zeuge erscheinen unter anderen der Priester Helmold von Basse, Konstatin von Averhoy, Konrad vom Hohen Hof und der Vogt Arnold von Neustadt. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 9)
Ich Johannes von Brüninghausen, schenke für immer, zum Seelenheil meines geliebten Bruders, dem Kloster Mariensee, wo er bestattet wurde, die Hachmühle, eine Hufe in Eitzendorf und eine Unfreie namens Alside mit ihren vier Söhnen.

Ohne Datierung. Zeitraum 1207- 1224.
Datierung zwischen Ersterwähnung des Klosters Mariensee und der Letzterwähnung des Grafen Adolf IV. von Schaumburg.
Graf Adolf von Schaumburg schenkt zusammen mit seinem Sohn Adolf zur Sühne für das von seiner verstorbenen Frau Adelheid verletzte Fastengebot dem Kloster Mariensee eine Hufe in Megedefelde (untergegangen), die ihm Gisela von Anthenthorpe resigniert hat. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 10)
Die verstorbene Frau des Grafen Adolf von Schaumburg, Gräfin Adelheid, hatte durch Fleischessen in der Fastenzeit gegen die Anordnung des Bischofs und des Domkapitels zu Minden gesündigt. Zum Seelenheil seiner Frau hat der Graf auf Rat von Bischof und Domkapitels, seinem eigenen Entschluss, bei allgemeiner Zustimmung, diese Regelung getroffen.

1221

Bischof Iso von Verden schenkt am Begräbnistage seines Bruders Bernhard von Wölpe dem Kloster Mariensee die Kirche mit einem Hof und Unfreien in Kirchwehren, sowie den Hof Ostermunzel. Als Zeugen erscheinen unter anderen, Konstantin von Averhoy (Constinus de (O)verhoge), Konrad vom Hohen Hof (Conradus de Alta Curia), Volbrecht von Niedernstöcken (Volcbertus des Stochem) und der Vogt Arnold von Neustadt. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 11)
Ich Iso, Bischof von Verden, übertrage am Tage des Begränisses unseres geliebten Bruders frommen Angedenken, des Grafen von Wölpe, zu seinem und unserem Seelenheil mit Rat und Zustimmung seiner Frau, der Gräfin Kunigunde, und unserer anwesenden Verwandten, die anwesend waren, dem von ihm gegründeten Kloster Ysensee (Mariensee), in freier Schenkung die Kirche in Kirchwehren mit allem Zubehör, sowie einen Hof mit Unfreien dort und den Hof in Ostermunzel.

Ohne Datierung. Zeitraum 1221- 1232.
Gräfin Kunigunde von Wölpe teilt T. von Bothmer, Vogt T. von Buren und den Burgleuten von Neustadt mit, dass sie Johannes Kagen keine Rechte am Zehnten in Bothmer einräumen kann, da dieser dem Kloster Mariensee gehört. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 17)

Ohne Datierung. Zeitraum 1221- 1242
Das Kloster Mariensee verkauft dem Kloster Wennigsen eine Hufe in Megedefelde (untergegangen) (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 7, Nr.3)

Ohne Datierung. Zeitraum 1221- 1232
Gräfin Kunigunde von Wölpe verkauft dem Kloster Mariensee eine Wiese an der Leine, die Konrad vom Hohen Hof von ihr zum Lehen hatte. Als Zeugen erscheinen unter anderem Georg und Konrad von Luttmersen und Vogt Arnold aus Neustadt. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 16)

Ohne Datierung. Zeitraum 1221- 1232
Gräfin Kunigunde von Wölpe und ihr Sohn Konrad übertragen dem Kloster Mariensee ihre Rechte an ein Haus in Evensen, das Konstantin von Averhoy von ihnen zu Lehen hatte und dem Kloster verkauft hat. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr.21)
1223
2. Februar 1223. Das Kloster Mariensee gibt bekannt, dass Konstantin von Averhoy ihm eine Weide am Ufer der Leine verpfändet hat und dies durch Gräfin Kunigunde von Wölpe bestätigt wurde. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 12)

Alheidis abbatissa in Lacu sancte Marie = Äbtissin Adelheid von Mariensee ( Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 12)

Die Äbtissin Alheidis (Adelheid) in Dokumenten nachweisbare Amtszeit ist von 1223- 1242. (1223, um 1225, 1228, 1242)

Probst in Mariensee ist Bernhardus.1223, 1235.

1228

Hildebold II. Graf von Limmer, *um 1178, wird in diesem Jahr als inzwischen verstorbener Mitbruder der Nonnen zu Mariensee bezeichnet. Er gehörte der Gebetsbrüderschaft des Klosters an. (Quelle: Cal UB V, Mariensee, 29, Nr. 27). Früher Hinweis auf eine Gebetsbrüderschaft, die im Kloster bestand, die Fürbitte und Gebet, bei Tod (Begräbnis und Memorien und desgleichen) ihrer Mitglieder betrieben. Es handelte sich wahrscheinlich um Geistliche und auch Laien.

1231

Um 1231 nimmt das Kloster die Zisterzienserregeln an, eine rechtliche Bindung an den Orden ist aber nicht nachweisbar. Kurz darauf wird mit dem Bau der dreijochigen Backsteinhallenkirche begonnen, deren westliches Joch erst im beginnenden 14. Jahrhundert, vermutlich nach der auf 1312 datierten Ablassurkunde, angefügt wurde.

In den Urkunden vor 1231 wird Mariensee nur als Kloster (cenobium, monasterium, claustrum, sanctimondiales, congregatio, conventusa) ohne Angabe einer Ordenszugehörigkeit genannt. Erst in einer Urkunde des Bischofs Konrad von Minden von 1231 (ebd., Nr. 25) wird es als Zisterzienserkloster bezeichnet (ecclesie Sanctimonalium cysterciensis ordinis in lacu Sancte marie). Das wiederholt sich in der folgenden Zeit häufig. Jedoch fällt auf, dass es in Urkunden anderer Klöster nie als Zisterzienserkloster genannt wird; auch wird an keiner Stelle eine Bindung an den Orden bestätigt. Daraus und aus dem Vorbehalt des Mindener Bischofs, die Oberhoheit über das Kloster auszuüben, geht hervor, dass das Kloster Mariensee nicht dem Zisterzienserorden angehörte, sondern nur dessen Regeln angenommen hatte.

Kirche: Aus den stilistischen Formen geht hervor, dass beim Bau der Kirche in Mariensee mit der Apsis begonnen wurde, im Anschluss daran wurde das erste und das zweite Joch von Osten errichtet. Dann muss eine Baupause eingetreten sein, denn das westliche Joch unterscheidet sich wesentlich von den Ostteilen und ist wahrscheinlich 40- 50 Jahre später entstanden. Es liegt nahe die Bauunterbrechung mit der Ablassurkunde von 1260 in Verbindung zu bringen. Offensichtlich hatte der Kirchenbau die Mittel des Klosters verschlungen und es sollten neue Mittel durch diesen Ablass verschafft werden. Wahrscheinlich war das Kloster erst am Beginn des 14. Jahrhunderts in der Lage, die Kirche durch den Bau des westlichen Langhausjoches zu vollenden. Diese Vermutung wird durch eine zweite Ablassurkunde vom 7.5.1312 bestätigt, in der zur Mithilfe beim Neubau des Klosters aufgefordert wird.

1231

Bischof Konrad von Minden überträgt dem Kloster Mariensee den Zehnten in Hagen. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 25)

1232

In der Zeit nach 1232 ist die Nonne von Averhoy, eine Tochter des Usarius von Averhoy im Kloster.

1232

oder etwas später. Graf Konrad von Wölpe bestätigt dem Kloster Mariensee den Besitz eines Hofes mit sechs Hörigen in Kirchwehren und eines Hofes in Ostermunzel, die sein Onkel, Bischof Iso von Verden, und seine Mutter Kunigunde bei der Bestattung seines Vaters Bernhard dem Kloster geschenkt haben.
Die Menschen die damals auf dem Hof in Kirchwehren lebten waren Lutbrecht, Benno, Walter, Robert, Johannes und ihre Schwester.

1235

Johann(es), Probst zu Mariensee, nach 1235, 1242.

1240

Um 1240 legte Konrad, Graf von Wölpe, einen Streit zwischen einigen freien Bauern in Olendorf (untergegangen) und dem Kloster Mariensee bei. (Quelle: Urk. 48)^
Graf Konrad von Wölpe: „dass mein Vater seligen Angedenkens, Graf Bernhard, auf seinen Grund und Boden durch göttliche Eingebung ein Zisterzienser- Nonnenkloster gegründet hat, das Mariensee genannt wird. Dem Kloster übergab er zu seinem Seelenheil viele angrenzende Besitzungen und zahlreiche weitere Güter, um alles nach diesem Leben hundertfach zurückzuerhalten. Nachdem er jedoch den Weg alles Fleisches gegangen war, warfen gewisse freie Bauern, die in Oldendorf (untergegangen) leben, dem Kloster vor, ihre Rechte in vielerlei Hinsicht zu verletzen, und belästigten das Kloster auf jede Weise. Wir nun wollten diesen Streit beenden und hielten Rat mit unserer Mutter, unseren Dienstleuten und den Vorstehern des genannten Klosters. Dabei wurde entschieden, dass jene Leute vom Kloster drei Mark erhalten sollten. Auf diese Weise kehrten die Besitztitel an Rodungen, Äckern, Wäldern, Gehölzen, Wiesen und Gewässern, um die der Streit gegangen war, ohne Abstriche zum Hause Gottes zurück“.

1241

Lambertus ist Probst in Mariensee.

1242

Schaumburg, 3. Januar. Bruno, Domprobst in Lübeck und Hamburg, und seine Brüder, die Grafen Johannes und Gerhard von Schaumburg, verfügen, dass ihr Verwalter in Frille dem Kloster Mariensee jährlich drei Malter Korn liefern soll. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 42)

Nienburg 10. August. Hermann Hode verkauft dem Kloster Mariensee den Ort Nienhagen mit den dortigen Zehnten. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 43)

1245

Probst ist Reinhardus „Reinhardus prepositus de Lacu sancte Marie“.

1254

Der Name des Klosters war zuerst „lacus Sancte Marie“, 1254 kommt einmal „Stagnum Sancte Marie“ vor. Aus den verschiedenen lateinischen Bezeichnungen darf man schließen, dass der eigentliche Name von Anfang an das deutsche Wort „Mariensee“ gewesen ist. 1280 erscheint dann auch in einer lateinischen Urkunde der Name „claustrum Mariense“ und vom Ende des 13. Jahrhunderts an die mittelhochdeutsche Bezeichnung „Synrhe Mergenze“. (Urkunde 59, 82, 93)

1255

Äbtissin ist Gertrud, wird auch 1258 erwähnt.

Probst in Mariensee ist Thidericus. 1255, 1258.

==== 1257/ 1258 ==== (ohne Datum)
Die Grafen von Dassel schenken dem Kloster Mariensee das Eigentum an zwei Höfen in Stemmen, die Konrad und Hartmut von Sölke, die die Güter von ihnen zu Lehen hatten, dem Kloster verkauft haben. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 66)

1258

21. März. Bischof Widekind von Minden verkauft dem Kloster Mariensee einen Hof mit einer Mühle in Meringen (untergegangen). (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 64)

Ravensberg, 20. September 1258. Adelheid, ehemals Gräfin von Ravensberg, ihr Sohn Graf Otto von Ravensberg und der Edelherr Ludolf von Dassel verkaufen dem Kloster Mariensee ihren Hof Stemmen. Sie und ihre Verwandten werden in die Bruderschaft Mariensee aufgenommen.

Hannover 14. Dezember. Bischof Widekind zu Minden überträgt dem Kloster Mariensee die Zehnten in Horst, Meyenfeld, Beddinghof (untergegangen) und Leistlingen (untergegangen), die ihm vom Ritter Heinrich von Harenberg resigniert wurden. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 69)

1262

Bremen. Erzbischof Hildebold von Bremen schenkt dem Kloster Mariensee einen Hof in Horst, den sein Bruder, Graf Ludolf von Wunstorf, von ihm zu Lehen hatte. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 71)

1263

Ablassbrief. (Vermutlich 1263, das Datum ist nicht mehr genau zu ermitteln, das Calenberger Urkundenbuch nennt als Datum den 25. März 1260), ausgestellt vom Kölner Erzbischof Engelbert II. in Bonn.
Die Erzbischöfe bildeten eine Mittelinstanz zwischen Bischof und Papst und nahmen im mittelalterlichen Kaiserreich zentrale weltliche Aufgaben wahr. Das Bistum Minden unterstand dem Erzbistum Köln. Dieser Ablassbrief von 1260 (1263) ist ein seltener Fall wo ein Erzbischof direkt im Neustädter Raum eingreift.
In dieser Urkunde gewährt der Erzbischof unter gewissen, in der Urkunde aber genau bezeichneten Bedingungen einen Ablass von 40 Tagen, all denjenigen, die zur Vollendung des Baues der Klosterkirche in Mariensee durch Geldzuwendungen oder Unterstützung, je nach Vermögen, beitragen. Bedingung ist aufrichtige Reue und die Beichte ihrer Sünden.
Dem Ablassbrief ist zu entnehmen, dass der Bau der Kirche aufwendig begonnen wurde, doch die schwierige wirtschaftliche Lage des Klosters (Mittellosigkeit) es der Klostergemeinschaft nicht mehr ermöglichte die Vollendung des Baues, sowie die Instandhaltung zu finanzieren.

Das Kloster Mariensee wird in Urkunden durchgängig als dem Zisterzienserorden zugehörig bezeichnet. Ausnahmen bilden nur die beiden Ablassbriefe von 1263 und 1312. (ordo sancti Benedicti)
Die Nonnen des Klosters Mariensee lebten nach den Regeln des heiligen Benedikt, betrachteten sich jedoch als Zisterzienserinnen, weil dieser Orden aus der Reform des Bendiktinertums hervorgegangen war. Vor diesem Hintergrund sind unterschiedliche Bezeichnungen über die Ordenszugehörigkeit zu verstehen.

Wölpe, 11. November. Graf Bernhard von Wölpe bestätigt dem Kloster Mariensee die Schenkungen seines Großvaters Graf Bernhard und seines Vaters Graf Konrad. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 74)

1264

Die Brüder Graf Burchard von Wölpe, Berhard, Kantor des Domkapitels in Bremen und Otto, Domherr zu Minden, verkaufen dem Kloster Mariensee den Zehnten in Oldendorf (untergegangen), den Hohen Hof (untergegangen) und einen See in Basse. (Quelle: Cal Urkb. 5, Nr. 75)

1267

4. Dezember. Das Kloster Loccum gibt bekannt, dass ein Streit zwischen ihm und dem Kloster Mariensee wegen eines Zehnten bei Meringen (untergegangen) beigelegt wurde. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 77)
In dieser Urkunde wird als Äbtissin W. genannt. (Soror W. dicta Abatissa)

1268

26. April. Graf Burchard von Wölpe gibt dem Kloster Mariensee Hörige aus Empede, Oldendorf (untergegangen), Borstel, Sesenhusen (untergegangen), Suttorf und Basse zurück, die er dem Kloster entzogen hat. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 78)

19. August. Burggraf Arnold von Hammerstein und seine Frau Guda übertragen dem Kloster Mariensee Weinberge bei Ludenstorf. (Quelle: HStA Hann Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 77 a)

1272

Probst ist Reynhardus.

1273

Der Edle Heinrich von Hodenberg verkauft 2 Höfe in Oldendorf (untergegangen) an das Kloster Mariensee. (Quelle: Urk. 79)

1281

Bischof Volquin von Minden verkauft dem Kloster Mariensee 4 Hufen Landes in Oldendorf (untergegangen). (Quelle: Urk. 85 vendidimus proprietatem quatuor mansorum sitorum in villa Oldendorpe parochie in Bassen)

Mechthild von Oedenburg wird 1281 als Nonne zu Mariensee erwähnt. (Quelle: Privatarchiv Mahrenholtz)

1284

Nennung als Äbtissin im Zeitraum 1284- 1291 Äbtissin A. (A. abbatisse totique capitulo in Stagno sancte Marie)

1293

Äbtissin ist in diesem Jahr Willeburgis, auch Wilbergis (Schwester Willeberg, Äbtissin in Mariensee), deren weitere Erwähnung am 15. November 1302 und am 11. Juli 1314 in entsprechenden Urkunden erfolgte.
(Will. dicta abbatissa totusque conventus lacus sancte Marie)

1299

Winsen, 8. August. Herzog Otto der Strenge von Braunschweig- Lüneburg stimmt zu, dass Goder von Stums dem Kloster Mariensee ein Maß Salz aus der Saline in Lüneburg verkauft hat. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 95)

1300

Die ersten Klausurgebäude des Klosters Mariensee waren zu Beginn des 13. Jahrhunderts aus Holz gebaut. Erst im 14. Jahrhundert wurden Konventsgebäude aus Stein errichtet. (Quelle: unbekannt)

In der Zeit um 1300 besaß das Kloster 20 Höfe, zahlreiche Güter, 19 Häuser und 20 Hufen, ferner 2 Leinewiesen und einen Birkenwald von 187 Morgen. Diese Besitztümer lagen in Amedorf, Bantorf, Basse, Beddighove, Bothmer, Brase, Catenhusen, Drebber, Dusleburch, Eitzendorf, Empede, Estorf, Evensen, Frille, Griewede, Hagen, Hohof, Horst, Kirchwehren, Linsburg, Lohnde, Mandelsloh, Mardorf, Meringhe, Meyenfeld, Nienhagen, Nöpke, Oldenthorpe, Oster- Munzel, Scharnhorst, Stemmen, Suttorf, Tholenbergen. Außerdem gehörten dem Kloster die Kirchen in Basse und Kirchwehren, vier Mühlen (in Dusleburch, Neustadt, Hachmühlen bei Springe und Meringhe), ein See in Basse, eine halbe Pfanne Salz auf der Saline in Lüneburg, der Zoll von Wunstorf, die Zollfreiheit im Lande des Grafen von Wunstorf und in Thedinghausen und Langwedel, ferner Holz-, Fischerei- und Weidegerechtsame. Wichtig als Einnahmequelle war auch der Zehnte aus 18 Ortschaften.
Im Verlauf des 14. Jahrhunderts trat dann aber eine Änderung ein. Die Schenkungen hörten auf und es ist öfters vom Verkauf einzelner Besitztümer die Rede.

1301

17. März. Graf Otto von Wölpe erneuert das Recht des Klosters Mariensee, Wachszinspflichtige anzunehmen. Er bestätigt Holzgerechtsame im Grinderwald und schenkt dem Kloster den Wald Birkhorn. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch Nr. 96)

1302

27. Oktober 1302. Das Kloster Corvey überträgt dem Kloster Mariensee gegen einen jährlichen Zins die Witingsmole bei Mariensee und eine Hufe in Scharnhorst. (Quelle: Westfälisches Urkundenbuch 9, Nr. 134)

Mariensee 15. November 1302. Das Kloster Mariensee erkennt an, dass es verpflichtet ist, für die Witingsmole und eine Hufe in Scharnhorst an das Kloster Corvey einen jährlichen Zins zu zahlen. (Quelle: Westfälisches Urkundenbuch 9, Nr. 140)

Äbtissin ist Willeberg (Willeburgis abbatissa)

Ohne Datierung 1303(?)
Das Kloster Corvey ersucht das Kloster Mariensee um Zahlung eines schuldigen Zinses. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr.93)

1304

Zwischen 1304 und 1324 erfolgte die Inkorporierung (Einverleibung) der Basser Kirche in das Kloster Mariensee durch den Bischof Gottfried von Minden, der ein Graf von Waldeck war und Bischof von Minden in den Jahren 1304 bis 1324. Die Wirkung dieser Einverleibung war, das dass Basser Kirchen- und Pfarrvermögen weggenommen und für die Unterhaltung der Nonnen des Klosters Mariensee verwendet wurde. In der Regel tat man das um verarmten Klöstern zu helfen. Bischof Gottfrieds Nachfolger, Bischof Ludwig, hat die Einverleibung aber schon 1331 wieder aufgehoben, da es mehrfach Ärger gab. Es wollte der damals für Basse zuständige Archidiakon von Mandelsloh, Volkmar, Probst von St. Johann in Minden, seine Aufsichtsbefugnis über die Basser Pfarre und Kirche auch nach der Einverleibung in das Kloster Mariensee ausüben. Äbtissin und Konvent des Klosters empfanden dies als einen schweren Eingriffe in ihre nunmehrigen Rechte. Um den Streitigkeiten ein Ende zu bereiten, hob Bischof Ludwig die Einverleibung wieder auf. Bischof Ludwig war ein Herzog von Braunschweig- Lüneburg und war von 1324- 1346 Bischof von Minden. (Quelle: Würdtwein, subs. Dipl. X. 104- 106).

1307

Ritter Johannes Escherde schenkt dem Kloster Mariensee einen Hof in Schneeren. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 101)

1312

1. Mai 1312. Das Kloster Corvey verkauft dem Kloster Mariensee 13 Hufen in Wulfelade und 1 Hufe in Scharnhorst. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 102)

Ablassbrief 7. Mai 1312, ausgestellt in Vienne (Frankreich). Bischof Heinrich von Breslau und vier weitere Bischöfe erteilen allen, die zum Bau des Klosters Mariensee einen Beitrag leisten, einen Ablass von 40 Tagen.
Auszug (Übersetzung):
„Weil nun die Kirche und die Gebäude des Klosters Mariensee, dem Benediktinerorden zugehörig, in der Diözese Minden, weitab von jeder Behausung im Wald gelegen, welches dem Namen jener glorreichen Jungfrau gewidmet ist, wegen ihres hohen Alters und- durch Not erzwungene- Vernachlässigung verfallen waren, und weil die geliebte Tochter, die Äbtissin (Name nicht angegeben, vermutlich Willeburgis, auch Willeberg) und ihr Konvent, wie sie versichern, begonnen haben, die Bauten teils neu aufzuführen, teils zu reparieren, und beabsichtigen, mit Gottes Beistand diese aufs prächtigste zu Ende zu führen und zu vervollkommenen, wozu aber ihre eigenen Kräfte nicht reichten und die Unterstützung der Gläubigen vonnöten sei“.

28. Juli 1312

Herzog Otto (der Strenge) von Braunschweig- Lüneburg verkauft dem Kloster Mariensee das Dorf Wulfelade. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 104)

1314

26. Mai. Ritter Eberhard von Reden bestätigt, dass die Kirchenältesten von Limmer dem Kloster Mariensee eine Hofstelle in Horst im Tausch gegen zwei Hofstellen in Lohnde überlassen haben. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 105)

1315

Neustadt, 12. März. Dietrich von Gadenstedt als herzoglicher Amtmann in Neustadt und mehrere Ritter teilen der Stadt Bremen mit, dass Adelheid aus Stöckendrebber Johannes Monikemeyger unter Eid als ihren leiblichen Bruder und ihre gesamte Familie gegenüber dem Kloster Mariensee als wachszinsfähig bezeichnet hat. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 111, dort wird der Ort mit Norddrebber bezeichnet)

Winsen, 15. Juni 1315

Herzog Otto (der Strenge) von Braunschweig- Lüneburg schenkt dem Kloster Mariensee zwei Höfe mit zwölf Hufen in Stöckendreber. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 107)

4. Juli 1315

Das Kloster Mariensee erwirbt von Herzog (Otto dem Strengen) von Braunschweig- Lüneburg zwei Höfe und zwölf Hufen in Stöckendrebber. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 108)

Äbtissin in dem nachweisbaren Zeitraum von 1315- 1316 ist Hedwig. (Hadewig, Hadewigis)
Probst ist Heinrich (Henricus).

Probst ist Henricus Kuc. 1315, 1321.

1316

Neustadt, 14. April 1316. Sophia, Witwe des Gerhard von Campen, schenkt dem Kloster Mariensee einen Hof in Bergen und eine Hofstelle in Drebber (Stöcken- oder Norddrebber) (Quelle: Hst A Hann Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 108 a.)

6. Juni 1316

Der Rat von Neustadt gibt bekannt, dass der Bürger Hermann von Oldendorpe dem Krankenhaus von Mariensee einige Ackerstücke vermacht hat. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 109)

15. Juli. Herbert von Mandelsloh und der Rat von Neustadt bezeugen, dass Reiner von Rodewald dem Kloster Mariensee elf Morgen im Neustädter Feld übertragen hat. (Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 110)

8. September. Graf Johannes von Roden und Wunstorf schenkt dem Kloster Mariensee seine Rechte am Zehnten in Asbike (untergegangen), den Ritter Gerhard von Campen dem Kloster verkauft hat. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 112)

Probst in Mariensee ist Heinrich. (Heinrich Kuc?)

Lasseburg (untergegangen) 28. November. Ritter Heinrich von Münchhausen verzichtet zugunsten des Klosters Mariensee auf seine Ansprüche auf einen Zehnten zwischen Meringen (untergegangen) und Werder (untergegangen) Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 113)

Ilse Priorin im Kloster Mariensee.

1317

27. September. Knappe Dietrich Poppo verzichtet zugunsten des Klosters Mariensee auf alle Ansprüche an einem Hof in Schneeren. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 114)

1319

11. Oktober. Johannes von Eilte überträgt dem Kloster Mariensee seine Rechte an Äckern im Feld bei Metel. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 115)

1320

16. Januar. Ritter Herbert (Herbord) von Mandelsloh verkauft dem Kloster Mariensee seine vor Neustadt liegenden Güter mit dem Namen Scandereshop. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 116)

1321

Am 16. Februar 1321 Nennung eines Laienbruders mit Namen Lambertus in einer Urkunde.

Lüneburg 15. März. Herzog Otto der Strenge von Braunschweig- Lüneburg und dessen Söhne Otto und Wilhelm gestatten Herbert (Herbord) von Mandelsloh, Salzeinkünfte aus Lüneburg, die dieser von ihm zu Lehen hatte, an das Kloster Mariensee zu verkaufen. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 118, mit Datum 13. März)

24. Mai. Herbert (Herbord) von Mandelsloh verkauft dem Kloster Mariensee Salzeinkünfte in Lüneburg. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 120, mit Datum 12. Juli)

15. August. Sophia, Witwe des Johannes Mane, vermacht dem Kloster Mariensee ein Haus und einen Hof in Nienburg. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 119, mit Datum 29. Juni)

13. Dezember. Die Herzöge Otto III. und Wilhelm von Braunschweig- Lüneburg übertragen dem Kloster Mariensee ihre Rechte im Dorf Oldendorf (untergegangen). (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 121)

1322

23. November. Die Brüder Bernhard, Wedekind und Ulrich von Landesbergen verkaufen dem Kloster Mariensee eine Rente in Wulfelade. (Quelle: Westfälisches Urkundenbuch 9, Nr. 2217)

1323

1. April. Ritter Johannes von Bordesloh verkauft dem Kloster Mariensee einen Hof in Stöckendrebber. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 124)

2. April. Ritter Herbert (Herbord) von Mandelsloh überlässt dem Kloster Mariensee den Wald Birkhorn. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 125, mit Datum 21. Mai)

1324

25. Mai. Brüning von Engelbostel, Domdekan in Minden, verzichtet gegenüber dem Kloster Mariensee auf jede Beeinträchtigung einer Hofstelle in Minden. (Quelle: Westfälisches Urkundenbuch 10, Nr. 926)

13. November. Der Rat von Lüneburg bezeugt, dass das Kloster Mariensee Om und dessen Frau Salzeinkünfte in Lüneburg lediglich auf Lebenszeit überlassen hat. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 127)

1325

31. Januar. Vor dem gewählten Bischof Ludwig von Minden verpflichtet sich Pfarrer Lorenz von Ronnenberg gegenüber den Pröpsten von Barsinghausen, Wennigsen, Marienwerder und Mariensee zu einer Zahlung an Ritter Johannes von Alten. (Quelle: Westfälisches Urkundenbuch 10, Nr. 949)

1326

13. Juli. Albrecht Dus überträgt dem Kloster Mariensee eine Wiese bei Basse. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 130)

4. Dezember. Der Offizial des Bischofsitzes Minden fordert die Geistlichen des Archidiakonats Marklohe auf, gegen Johannes von Bordesloh vorzugehen, der dem Kloster Mariensee sechs Schweine gestohlen hat. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 129)

1327

1. Mai. Arbernus, herzoglicher Vogt in Rodewald, bezeugt, dass Ritter Johannes von Bordesloh auf seinen Krankenlager erklärt hat, dem Kloster Mariensee seine Güter in Stöckendrebber verkauft zu haben. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 124)

13. Mai. Jordan Voss überträgt dem Kloster Mariensee ein Haus und eine Hofstelle in Frille. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 132a)

1329

Gräfin Ermengard von Schwalenberg, Tochter von Heinrich II. Graf von Schwalenberg und der Gräfin Elisabeth von Wölpe ist Nonne in Mariensee.

Ermgard ist 1329 Priorin.

Gräfin Wilburgis von Schwalenberg, Schwester der Ermengard von Schwalenberg, ist Nonne in Mariensee.

1331

Minden 25. April. Bischof Ludwig von Minden macht die Inkorporation der Kirche in Basse ins Kloster rückgängig. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal Or. 100 Mariensee, Nr. 133a)
In dieser Urkunde erfahren wir u.a. etwas über die Klosterherberge: „… Die jeweiligen Archidiakone haben innerhalb des Klosterhofes keinerlei gerichtliche Befugnisse, so wie die Grenze durch den jetzigen Verlauf des Baches bei und außerhalb der Herberge des Klosterhofes bestimmt ist“.

25. Mai. Die Knappen Johannes und Hermann von Bordesloh übertragen dem Kloster Mariensee Güter in Stöckendrebber. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal Or. 100 Mariensee, Nr. 133)

1332

23. August. Die Knappen Johann und Lippold von Mandelsloh verkaufen dem Kloster Mariensee drei Äcker vor Neustadt. (Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 130)

1333

22. Juni. Die Brüder Herbert und Konrad von Mandelsloh bestätigen dem Kloster Mariensee den Besitz des Zehnten in Scharnhorst, der dem Kloster von ihrem Vater übertragen wurde. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 131 (dort mit Datum 23. Juni).

9. Oktober. Johannes von Altenbockum verkauft dem Kloster Mariensee einen Hof mit Namen Ekhof in Stöckendrebber. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 126 (dort mit dem Jahr 1323)

1334

22. Mai. Das Kloster Mariensee überträgt den Herzögen Otto III. und Wilhelm von Braunschweig- Lüneburg einen Hof in Hachmühlen. (Quelle: Sudendorf 1, Nr. 571)

10. Juni. Knappe Hermann von Mandelsloh verzichtet gegenüber dem Kloster Mariensee auf zwei Äcker vor Neustadt. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 130)

Äbtissin im nachweisbaren Zeitraum 1334- 1335 ist Ermengard, die auch 1329 als Priorin urkundlich erwähnt wird.

Probst ist Johann. 1334, 1335.

1335

15. Juli. Das Stift Wunstorf tauscht mit dem Kloster Mariensee zwei Höfe in Wulfelade mit einem Hof in Lohnde. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 132)

Priorin ist Pia.

Nonne Bea

1336

16. November. Die Knappen Herbert und Konrad von Mandelsloh verkaufen den Nonnen Bertradis und Margarete Rose in Mariensee einen Hof mit zwei Hufen in Helstorf. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 134).

16. November. Knappe Konrad von Mandelsloh resigniert Herzog Otto III. von Braunschweig Lüneburg zu Gunsten des Klosters Mariensee einen Hof mit zwei Hufen in Helstorf. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 135)

Nonne Margarete Rose, Schwester der Nonne Bertrada Rosen, beide in Mariensee, Erwähnung in einer Urkunde vom 16. November 1336. (Margarete dictus Rosen, Bertrada dictus Rosen)

1337

Celle, 18. November. Otto III. und Wilhelm, Herzöge zu Braunschweig- Lüneburg übertragen dem Kloster Mariensee einen Hof mit 2 Hufen in Helstorf. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 136)

1338

24. Januar. Johannes Segeharding aus Suttorf vermacht dem Kloster Mariensee („zu meinem Seelenheil und zum Heil der Seele meiner Frau Gerburgis frommen Angedenkens“) seine Äcker mit Namen Hop. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 138)

21. März. Johannes Lullenot aus Nöpke vermacht dem Kloster Mariensee seine Güter. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 137)

1340

10. Mai. Ritter Herbert von Mandelsloh und Ritter Johannes Pichard, Vogt des Herzogs von Lüneburg in Neustadt, entscheiden einen Streit zwischen Propst Burchard von Wennigsen und Provisor von Mariensee. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 139)

10. August. Propst Heinrich, Äbtissin Ilia und Priorin Pia von Mariensee treffen einige Regelungen für die Abgaben aus ihrem Luchtehof in Brase. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 146a)

Erwähnung der Äbtissin Ilia, (Ylia, Ylien) in den Zeiträumen 1340- 1348)

1341

Äbtissin ist Ilia und Bruder Heinrich ist Probst des „Konvents der Mägde Christi vom Zisterzienserorden in Mariensee“.

Vor dem 22. Februar. Das Kloster Mariensee überlässt Dankward aus Rodewald eine wüsten Acker mit Namen To der hove bei Grewiede.
Die Pfarrer von Rodewald Brüning, Dietrich von Gilten und Wilhelm von Suderbruch und Äbtissin Ilia, Propst Bruder Heinrich und Priorin Pia von Mariensee bezeugen bzw. veröffentlichen die Urkunde. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 140)

7. Juni. Johannes, Dietmar, Albrecht und Siegfried Dus verkaufen dem Kloster Mariensee neun Hufe in Empede. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 149)

7. Juni. Ritter Ludolf von Campen bestätigt, dass Johannes Dus sein Gut in Empede dem Kloster Mariensee verkauft hat, und sagt zu, seine Lehnshoheit daran dem Kloster zu überlassen, wenn es diese von seinen Landesherren erlangen kann. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 150)

1342

22. Juli 1342. Die Grafen Gerhard III. und Johannes II. von Hoya übertragen dem Kloster Mariensee neun Hufen in Empede, die Ritter Ludolf von Campen dem Kloster verkauft und ihnen resigniert hat. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 145)

1343

Die Gebrüder Harbert und Konrad von Mandelsloh übertragen dem Kloster Mariensee einen zwischen Olendorf (untergegangen) und Empede belegenen Teich, genannt Gelense. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 146)

1. September 1343
Die Pfarrer Brüning in Rodewald und Johannes in Steimbke bezeugen, dass Hermann Bodensvagher gegenüber dem Kloster Mariensee auf eine Zahlung für Rodungsarbeiten bei Stöckendrebber verzichtet. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 157)

1344

Erwähnung der Nonnen Willeberg von Wölpe und den Schwestern Agnes und Kunigunde, Töchter des Grafen Johannes I. von Delmenhorst und Oldenburg. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 147)

24. Juni 1344. Das Kloster Mariensee verkauft Johannnes Pynken eine Rente aus seiner Mühle in Dusleburg (untergegangen). (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 149)
Wir, Äbtissin Ilia, Priorin Pia und der gesamte Konvent des Nonnenklosters Mariensee geben hiermit öffentlich bekannt, dass wir Johannes Pynken, unserm treuen Klosterdiener, sichere Einkünfte von 12 Schilling gängiger hannoverscher Pfennige verkauft haben, von denen, wenn es notwendig ist, der Wein für den Gottesdienst in unserem Kloster zu begleichen ist. Die Hälfte der Einkünfte soll genanntem Johannes Pynken, solange er lebt, am Michaelistag (29. September) ausgezahlt werden, die andere Hälfte zu Ostern. Nach seinem Tod sollen die Einkünfte unverzüglich und für immer an die Küsterin unseres Klosters fallen.

1345

11. September 1345. Arnold von Wettbergen bezeugt, dass das Kloster Mariensee ihm einen Hof in Hachmühlen auf Lebenszeit übertragen hat. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 161)

1347
29. April 1347. Werner Bere überlässt dem Kloster Mariensee seine Rechte am Wisselskampe. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 163)

13. Mai 1347. Brüning Tolnere überlässt dem Kloster Mariensee seine Rechte am Wisseleskampe. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 164)

Der Rat von Hannover verkauft einigen Nonnen in Mariensee eine Rente.
Am 26. Juli 1347 empfingen 3 Nonnen des Klosters Mariensee vom Rat der Stadt Hannover eine Summe Geldes. Es waren
Alheydi Vrankenberghes (Adelheid Frankenberg)
Ermegardi de Harleghe (Armgard von Harlege)
Alheydi de Heninge (Adelheid von Henninge) (Quelle : Urkundenbuch der Stadt Hannover, Nr. 254)

1348
Priorin Margareta

Probst ist Johannes von St. Nikolaus (Johan van Sunte Nicolao prester), 1348, 1361.

12. März 1348. Die Herzöge Otto III. und Wilhelm von Braunschweig- Lüneburg übertragen dem Kloster Mariensee drei Hufen bei Stemmen (bei Großgoltern). (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 151, mit Datum 17. November).

30. März 1348. Johannes von Stemmen, Bürger in Hannover, verkauft dem Kloster Mariensee einen Hof mit drei Hufen in Stemmen bei Großgoltern. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 150, mit Datum 26. März)

Mechthilde Albertinge eine „praebendaria“ also eine im Tagedienst des Klosters stehende Frau, die auch im Kloster mitversorgt wurde. Nennung am 4. Mai 1348 in einer Urkunde eines Hofes zu Stemmen betreffend.

24. Mai 1348. Äbtissin Ilia, Probst Johannes und Priorin Margarete vom Kloster Mariensee bezeugen, dass ihre Pfründnerin Mechthild Alberdinge einen Teil des Hofes in Stemmen erworben hat (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 167)
Nach dem Tod der Mechthild sollen die jeweilige Äbtissin und die Küsterin des Konvents, sowie unsere Nonne Christina Binnenwis die Einkünfte für alle Zeiten erhalten. Dafür müssen sie jedes Jahr für zwei Kerzen in unserem Kloster sorgen, die zum Seelenheil und immer währenden Gedächtnis der genannten Mechthild und ihrer Brüder Bertold und Hermann dienen sollen. Eine Wachskerze sollen die Priester haben, um vom Morgen des Michaelistages (29. September) bis Maria Lichtmess (2. Februar) täglich bei der ersten Messe sehen und singen zu können. Die andere Kerze aus Talg sollen die Nonnen unseres Konvents in allen Nächten für die Zeit des Morgengebetes bekommen, damit die, die es wollen und nötig haben, bei diesem Licht das Antiphonarium und den Psalter (liturgische Bücher) besser lesen und danach singen können. Falls das Licht dieser Kerze zum Lesen und Singen nicht ausreicht, soll sie dennoch zur Ehre des allmächtigen Gottes und seiner Mutter Maria in allen Nächten während des Morgengebetes vom Anfang bis Ende brennen. Die jeweilige Priorin und jeweilige Küsterin sollen für ihre Mühen von dem genannten Hof jährlich zwei Zehntel des kleinen Zinses erhalten, nämlich die Hühner und Eier. Zum Zeugnis all dessen und zur Sicherstellung immer währender Beachtung haben wir diese Urkunde mit den Siegeln der Äbtissin und des Konvents bekräftigt. Gegeben im Jahre des Herrn 1348 am Sonnabend nach der Himmelfahrt unseres Herrn Jesus Christus.

24. Juni 1348. Ritter Konrad von Mandelsloh und seine Brüder Johannes und Herbert erkennen den Besitz des Klosters Mariensee an seinem Rodungsland beim Birkhorn an. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 168)

1353
2. Februar. Ritter Herbert von Mandelsloh vermacht dem Krankenhaus des Klosters Mariensee zwei Hufen in Basse. „… bekannt, dass ich Herbert, meinen lieben Töchtern Bertradis, Hillegundis und Gerlanda, Nonnen in Mariensee, zwei Hufen in Basse, die derzeit von einem Heinrich Rode bebaut werden, mit allen Einkünften aus Gewässer, Weide, Wald und Feld übertragen habe. Wenn eine der Töchter stirbt, sollen die beiden anderen das Gut zu gleichen Teilen behalten. Wenn zwei gestorben sind, soll die dritte, die übrig geblieben ist, die Hälfte des Gutes benutzen. Die andere Hälfte soll der Siechenmeisterin des Klosters Mariensee überlassen werden und den kranken Klosterfrauen zugute kommen, die es brauchen.“ (Quelle: HSt A Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 169)

1. Oktober 1353. Die Knappen Arnold und Gerhard, Brüder, sowie deren Vettern Konrad, Johannes und Herbert von Winninghausen übertragen dem Kloster Mariensee einen Hof in Beddinghof (untergegangen). (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 170)

1354
Äbtissin ist Gertrud.

13. Juni 1354. Das Kloster Mariensee bezeugt, dass es dem Kloster Walsrode gegen eine jährliche Zahlung einen halben Hof in Döhlbergen überlassen hat. (Quelle: Lüneburger Urkundenbuch, 15. Abteilung, Nr. 164)

17. September 1354. Der Rat von Lüneburg bezeugt, dass Herzogin Mechthild zum Seelenheil des verstorbenen Herzogs Otto III. von Braunschweig- Lüneburg dem Kloster Mariensee ein halbes Fuder Salz in der Saline Lüneburg geschenkt hat. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 152)

1357
Äbtissin ist Adelheid (Alheydis), +im Zeitraum 1357- 1361.

1357 Erwähnung vom Mönch Hermann als Verwalter.

1357 Erwähnung eines Mönches Hermann als Koversenmeister der Schusterei.

2. April 1357. Das Kloster Mariensee tauscht mit dem Kloster Loccum eine Mühle in Meringen (untergegangen) gegen eine Hufe in Suttorf. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 3, Nr. 783)

1357, zwischen dem 19. und 27. Mai. Bernhard, Abt des Klosters Loccum, bestätigt, dass sein Laienbruder Reiner die Mühle „Dalmole“ des Klosters Mariensee südlich der Loccumer Grangie Lahde gegen jährliche Zinszahlung auf Lebenszeit übernehmen darf. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 172a)

1359
27. Februar 1359. Der Rat von Neustadt bezeugt, dass Jakob von Wedensen und Ludolf Zedwerdink dem Kloster Mariensee eine Wiese mit Namen Dorbrake verkauft haben. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 173.

1360
1. August. Die Knappen Rudolf, Lamprecht und Nikolaus von Ahlden, Brüder, verkaufen dem Kloster Mariensee zwei Hufe in Brase. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 155)

10. November. Die Knappen Otto und Rüdiger Pichard, Söhne des Johannes, schenken dem Kloster Mariensee eine Hufe in Lameste (untergegangen). (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 156)

1361
7. März. Knappe Heinrich von Hademstorf sagt dem Kloster Mariensee Garantie zu wegen diesem von seinem Vater und seinen Brüdern Brüning und Giseler verkauften Hörigen. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 157)

11. April. Die Knappen Marquard und Johannes von Averhoy verkaufen dem Kloster Mariensee einen Hof in Metel. (Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 158)

18. April. Johannes von Mecklenhorst, Gorichter von Basse, bezeugt, dass Marquard und Johannes Averhoy dem Kloster Mariensee ihr Gut in Metel übertragen haben. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 158 Anm.1.)

1. Mai . Das Kloster Mariensee bezeugt, dass Margarete, Magd des Ritters Johannes Pichard, einen Hof in Metel gekauft hat, der später an das Kloster fallen soll. (Quelle: HSt A Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 180)

Äbtissin in Mariensee ist Berta (Bertradis), Priorin Adelheid.

1364
Der Offizial des Bischofs von Minden bezeugt, dass Johannes, Laienbruder (auch Konverse?) und Pfründner des Klosters Mariensee, geschworen hat, ein treuer Diener seines Klosters zu sein. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 159)

1368
14. April. Johannes Elecop, Pfarrer in Basse, tauscht mit dem Kloster Mariensee Äcker bei Oldendorf (untergegangen) gegen Äcker die zum Klosterhof in Kirchhorst gehören, sowie Äcker in dem Flur Bydenhope. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 160)

Probst ist Eilard, Äbtissin Elisabeth, Priorin Adelheid.

11. Juni. Brüning von Eilte, Gograf zu Mandelsloh, bezeugt, dass Gertrud Sudnik, ihr Bruder Heinrich Renolding sowie Hermann und Henning Lepler gegenüber dem Kloster Mariensee auf alle Ansprüche auf Gütern in Wulfelade verzichtet haben. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 184)

1371
Graf Moritz von Spiegelberg verpflichtet sich, dem Kloster Mariensee für einen ihm auf Lebenszeit überlassenen Hof in Hachmühlen einen jährlichen Zins zu zahlen. (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 161)

1374
24. März 1374. Wir, Gerhard, Johannes, Hermann und Gottschalk von Campen, Brüder, geben mit dieser Urkunde, die durch unsere Siegel bekräftigt ist, öffentlich bekannt, dass wir und unsere Erben mit Herrn Eilard, Probst von Mariensee, der Äbtissin Elisabeth und dem gesamten Konvent des Klosters Mariensee eine Kotstelle, auf der einmal Heinrich der Breme gesessen hat, gegen eine Kotstelle, auf der einmal Heinrich von Zelsen gesessen hat, beide beim Dorf Empede, getauscht haben. Letztere soll das Kloster für alle Zeit, mit allen Rechten, unangefochten besitzen, wie sie Heinrich von Zelsen gehabt hat. Auch wollen wir und unsere jetzigen Erben dem Kloster für diese Kotstelle Garantie leisten, wo und wann sie dies von uns fordern. Dies geloben wir, die genannten Brüder, für uns und unsere Erben fest und ohne Hinterlist zu halten. Zum Zeugnis dessen haben wir unser Siegel an dieser Urkunde gehängt. Geschehen nach Gottes Geburt 1374 am heiligen Abend vor unserer Frau Verkündung. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 187)

1377
Lüneburg 25. November 1377. Der Rat von Lüneburg schließt mit den geistlichen Institutionen, die an der Lüneburger Saline Anteile haben, einen Vergleich zur Tilgung der Schulden der Stadt. Zu den genannten Klöstern gehört auch Mariensee. (Quelle: Sudendorf 5, Nr. 121)

1383
8. März 1383. Die Knappen Wulfhard und Hermann von Lohe verkaufen dem Kloster Mariensee jährliche Einkünfte des Königzinses aus dem Gut des Klosters in Adensen (untergegangen). (Quelle: Calenberger Urkundenbuch 5, Nr. 162)

1385
8. Januar 1385. Die Knappen Ludolf, Herbert, Statius, Johannes und Gottschalk von Campen bezeugen, dass Helmold und Dietrich Thureken (Bürger von Hannover) dem Kloster Mariensee den Wigenkamp bei Suttorf übertragen haben. (Quelle: Hauptstaatsarchiv Hannover Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 189c)

1388
Lüneburg, 1. August 1388. Der Rat von Lüneburg schließt mit den geistlichen Instutionen, die Anteile an der Alten Saline haben, einen Vertrag, in dem auch das Kloster Mariensee genannt wird. (Quelle: Urkundenbuch Kloster Ebstorf, Nr. 390)

1389
Am 18. April 1389 gestatteten Eberhard von Mahrenholz, der Ältere, und seine Söhne und am 10. Oktober des gleichen Jahres Balduin von Grindau und dessen Söhne den Bürgern zu Hannover einen ewig freien Wasserweg durch ihr Wehr zu Bothmer, bzw. zu Grindau, und wurden dafür durch die Stadt Hannover durch Geld entschädigt. Nachdem sodann am 1. November die Herzöge Bernhard und Heinrich der Schifffahrt und dem Wasserweg ihre Schutzbriefe erteilt hatten, baten sie das Kloster Mariensee, auch dieses möge der Stadt Hannover freie Durchfahrt durch ihr Wehr bei Wulfelade einräumen. Am 2. Februar 1390 erteilte das Kloster Mariensee diese Genehmigung gegen eine städtische hannoversche Abgabe von 12 Pfund Hannoverscher Pfennige und 2 Tonnen Heringe (Häringen), sowie unter der Bedingung, dass die Schiffer und ihre Knechte angehalten werden, beim Öffnen und Schließen der Schleusen zu helfen, und dass der Rat zu Hannover für etwaige Beschädigungen hafte.

1390
1390 Erwähnung der Nonnen Jutta, Tochter des Harbert von Mandelsloh, sowie der Gese Winighusen.

In dem Zeitraum 1390- 1414 ist Äbtissin Ermengard von Hasselhorst (Haslehorst).

Elisabeth (Ilsebe) ist Nonne im Kloster, vermutlich 1390 Priorin.

1393
Berta (Berte) von Rinteln (von Ryntelen), erwähnt als Priorin des Klosters Mariensee am 18. Mai 1393.

1395
Nennung eines Probstes Ludolf (Ludeleff) am 13. Dezember 1395 „Ludeleff provest“.

1399
Der Mönch Johann Busch ist Beichtvater in Mariensee.

1402
1402 kaufte der Priester Johann von Alten von dem Knappen Berthold von Welze je eine Kötnerstelle in Welze und in Amedorf zur lebenslangen Versorgung der Beata von Alten und der Alheid Kukes, Jungfrauen im Kloster Mariensee.

1424
Am 18. August 1424 ist Probst Dietrich (Diederich) von Rode

1426
Äbtissin ist Jutta.

18. Mai 1426. Probst Diederich, Äbtissin Jutta, Priorin Gese und der Convent zu Mariensee überlassen dem Stift Wunstorf: Debbeke, Ludwig Heilwigs Frau auf dem Meierhofe zu Everloh, im Kirchspiel Ronnenberg, Amts Wennigsen, mit ihren Kindern und empfangen dafür: Ilsebe, Heinrich Behrens Frau, eine Leibeigene zu Gehrden, einem Flecken im Amte Wennigsen, mit ihren Kindern.

1430
Kunigunde (Conneken) von der Nighenstad, Tochter des Roleff von der Nighenstad, Nonne des Klosters Mariensee.
Beka (Beyken) von der Nighenstad, ihre Schwester, Nonne im Kloster Mariensee. Quelle: Urkunde von 1430)

1436
Odeke von Hoverden Nonne in Mariensee.

1439
Anfang des 15. Jahrhunderts lockerten sich die Sitten in den Klöstern. Demut und reine Sitte waren selten und auch im Kloster Mariensee ließ das Wohlleben das Betleben in den Hintergrund drängen. Da rief Johann von Hagen (1439- 1469 Abt des Klosters zu Bursfelde) eine Neugestaltung der Klöster ins Leben, die darauf beruhte, dass sich die Klöster gegenseitig visitierten und zur alten Einfachheit und Strenge zurückkehren sollten. Diese Einrichtung traf aber teilweise auf heftigen Widerstand in den Klöstern. Besonders die Frauenklöster wehrten sich heftig zur alten Strenge und Einfachheit zurückkehren zu müssen. Der alte Fleiß war erstorben und allgemein galt „man griff nicht mehr zur Spindel und zum Webstuhl, zur Feder und zur Schere. Statt sich an die gemeinsame Speisung zu halten, während dabei erbauliche Schriften vorgelesen wurden, besorgte jede Nonne ihre eigene Küche und gefiel sich in der Bereitung von Leckereien“. Ein rücksichtsloses Eingreifen war erforderlich geworden um die alte Ordnung wiederherstellen zu können. Herzog Wilhelm der Ältere von Braunschweig- Lüneburg versuchte nun den Kampf mit den Frauenklöstern aufzunehmen. Diese widersetzten sich energisch seinen Forderungen das bisherige Leben zu verlassen und zu den ursprünglichen Ordensregeln zurückzukehren. Besonders stark war der Widerstand der Klöster Wennigsen, Mariensee und Derneburg. In Mariensee hatten sich die Nonnen vom Bischof von Minden das Recht erkauft, bei ihrem bisherigen bequemen Leben bleiben zu dürfen. Wilhelm der Ältere hatte die Fruchtlosigkeit linder Mittel sattsam erfahren und er begann 1439 damit einige Wagen vor das Kloster Mariensee vorfahren zu lassen um die Anführerrinnen des Widerstandes unverzüglich von dort zu entfernen. Aber Äbtissin und Nonnen stiegen auf den Giebel der Kirche und bedrohten die zum Sturm sich rüstenden Knechte durch das Herabschleudern von Steinen. Der entscheidende Ausspruch des Herzogs, dass sie noch am selben Abend auf dem Schlosse zu Neustadt Gehorsam lernen sollten, bewog die Schwesternschaft endlich, sich auf dem Chor zurück zu begeben, wo sie die Teufelsbeschwörung anstimmte und mit Steinen und brennenden Wachskerzen nach dem Herzog warf. Damit war aber dem Trotz der Frauen ein Genüge getan und sie fügten sich den Anordnungen. (Quelle: Havemann, Geschichte der Lande Braunschweig und Lüneburg II Seite 60 und Seite 71)
Bei dieser Auseinandersetzung waren nicht die Konversen mitbeteiligt. Die Konversen waren Frauen ohne geistliche Vorbildung, die sich als Aufseher, Handwerker, Hirten und Knechten auf dem Klosterhof, auf den Feldern und Wäldern betätigten und nach gewisser Zeit in den Klosterorden aufgenommen wurden. (Quelle: Mahrenholz, Klosterfonds und Klosterkammer Hannover 1976)

1441
Prinzessin Sophia von Braunschweig- Lüneburg, eheliche Tochter von Herzog Wilhelm den Älteren von Braunschweig Lüneburg und Cecilie von Brandenburg. Der Eintritt als Nonne in das Kloster Mariensee erfolgte 1441.

Probst ist Magnus Lauenrode. War vorher Pfarrer in Hermannsburg.

1455
Die Windesheimer Klosterreform wurde in Mariensee 1455 unter persönlicher Leitung des Herzogs durchgeführt. Alle Nonnen lehnten die Reform zunächst grundsätzlich ab und widersetzten sich vehement. Dabei tat sich eine Nonne besonders hervor die der Reformator Johannes Busch als „sehr jung“ bezeichnete. (Diese Nonne war vermutlich Sophia von Braunschweig- Lüneburg) Ihre Person und ihr Verhalten haben ihn besonders beeindruckt, denn er schilderte seine Erlebnisse mit ihr später sehr detailliert. Er betonte damit die Schwierigkeiten und die Widerstände, die dem Landesherrn und ihm als Beauftragten von den Nonnen entgegengesetzt wurden.
Beim ersten, erfolglosen, Reformversuch war jene Nonne dem Herzog, Johannes Busch und dem Prior Rotger aus der Kirche, wo der Konvent im Chor die Antiphon des Totenoffiziums (Media vita in morte sumus) über die Hinausgehenden gesungen und brennende Kerzen nach ihnen geworfen hatte, auf den Friedhof gefolgt, hatte Sancte deus, sancte, fortis, sancte et immortalis dreimal gesungen, sich niedergekniet, zum Zeichen der Verfluchung, dreimal Erde gegriffen und Steine und Erde hinter ihnen hergeworfen.
Beim erneuten Reformversuch im Herbst 1455, der dann zum Erfolg führte, ging es noch turbulenter zu. Zunächst nahm jene „sehr junge Nonne“, wie Busch erneut betont, Schleier und Krone vom Kopf und warf sie dem Vertreter des Bischofs von Minden, Weihbischof Johannes Christiani mit den Worten vor die Füße: „Bisher habt ihr mir immer gesagt, dass ich mich nicht reformieren müsste, plötzlich wollt ihr mich zur Reformation zwingen. Da habt ihr Euren Schleier und Eure Krone, ich mag keine Nonne mehr sein“. Bei dieser Aussage kann man vermuten, dass die Nonne sich auf Zusicherungen des Diözesanbischofs bezog, wonach er gegen entsprechende Geldzahlungen versprochen hatte, nicht in die bisherigen Lebensgewohnheiten der Nonnen einzugreifen.
Diese Nonne war die einzige, die trotz der Drohung in ein anderes Kloster gebracht zu werden, sich weigerte die Reform anzunehmen.
Dann befragte der Herzog die Äbtissin, ob sie ihre Ordensregeln einhalten und damit weiter im Kloster bleiben könne. Wenn nicht solle sie gleich eine Kutsche besteigen und aus dem Land verschwinden. Ihre Antwort kam sofort: „Ich werde gerne alles machen was ihr wollt“. Danach befragte Busch die anderen Nonnen welche alle antworteten „sehr gern“. Nur die sehr junge weigerte sich zu gehorchen.
Darauf sagte Busch zum Herzog: „Diese Schwester weigert sich zu gehorchen und hat ständig Widerworte.“ Sofort danach griff der Herzog sie, um sie mit Schwung zur Kutsche zu zerren. Und da er sie mit seinen Armen umfing, ließ sie sich rücklings zurück auf die Erde fallen, und der Herzog fiel über sie und andere Nonnen über die beiden. Es war ein wirres Knäuel und alle warteten das Ende der Affäre ab. Endlich konnte er einen Arm unter ihr hervorziehen, womit er die Nonnen, die auf ihn draufgefallen waren wegstieß, wobei er sie verletzte und ihnen die Arme aufschürfte. Als die Nonnen sahen, dass es besser sei den Widerstand aufzugeben, willigten alle in die Reformation ein. Jene jedoch die eingequetscht worden war, stimmte, nachdem sie das Bewusstsein wiedererlangt hatte, in allem zu. Am folgenden Tag jedoch wurde allen Nonnen vom Prior von Wittenburg und mir (Johannes Busch) die Beichte abgenommen, und von der Exkommunikation, die sie sich durch ihren Ungehorsam zugezogen hatten, wurden sie von uns aus päpstlicher Autorität gelöst. Von jener Stunde an bis in die Gegenwart haben sie sich alle den gemeinsamen Leben hingegeben, haben alle ihre Sonderwirtschaften in die Gemeinschaft übertragen, ihre reichlich üppigen privaten Bequemlichkeiten haben wir mit ihrer Erlaubnis zerstört.
Busch schreibt dies so ausführlich um seine Erfolge mit diesem Reformwerk im Kloster Mariensee darzustellen. Offensichtlich sah es in Mariensee in der Wirklichkeit anders aus, denn schon in der ersten Hälfte des Jahres 1456 verließen ein Kaplan der Klosterkirche und eine Nonne unerlaubt das Kloster. Diese Nonne war Sophia von Braunschweig- Lüneburg, sie hatte ein Verhältnis mit dem Kaplan und war schwanger. Über das weitere Schicksal von Sophia von Braunschweig- Lüneburg während der nächsten 7 Jahre bis zur endgültigen Rückkehr in ihr Kloster Mariensee berichtet Busch wieder ausführlich in zwei späteren Kapitel.
Der Kaplan, von dem sie schwanger war, habe vielmals mit ihr im Kloster oder auch in seiner Behausung, wohin sie oftmals heimlich aus der Klausur heraus zu ihm schlich, geschlafen habe, verschwand bald. Nachdem Sophia in Männerkleidern das Kloster verlassen hatte und ihn in einem Wald getroffen und 3 Tage und Nächte mit ihm dort aufgehalten hatte, ging er unter dem Vorwande fort, etwas zu besorgen, kehrte aber nicht mehr zurück. Er floh außer Landes, da er die Rache des Herzogs und seiner Söhne fürchtete.
Nachdem Sophia erkannt hatte, dass sie betrogen und verlassen war, suchte sie ein nahe gelegenes Dorf auf, kam bei einer frommen und ehrbaren Frau unter, offenbarte sich ihr und brachte einen Knaben zur Welt. Busch erzählt nichts vom weiteren Schicksal dieses Kindes, nur das Sophia wieder in das Kloster Mariensee zurückging und sogleich eingesperrt wurde. Einem Priester gegenüber geäußerte Selbstmordabsichten führten dazu, dass sie auf dessen Vorschlag hin aus der Haft freigelassen wurde, aber die Gelegenheit sofort nutzte um das Kloster erneut zu verlassen.
Durch das erneute Verlassen des Klosters galt sie als eine vom Christlichen Glauben Abgefallene. Zudem war sie durch ihre eigenmächtige Tat exkommuniziert.
Sieben Jahre führte sie ein unstetes Leben, vermutlich im norddeutschen Raum, „fand überall ihre Liebhaber“ und war mehrmals schwanger. Busch nennt als ihren Aufenthaltsort neben Bremen auch Hildesheim, wo er ihr eines Tages begegnete und sie erkannte. Einen ihr von Busch geschickten Priester beschied sie mit der Antwort: „Lieber würde ich sehen, dass die ganze Stadt Hildesheim unterginge, als das ich zum Pater käme, weil der mich, weil der mich in mein Kloster zurückschicken würde“.
Auf Bitten der Äbtissin von Derneburg und ihrer eigenen Zustimmung brachte Johannes Busch aber Sophia nach einer nicht genannten Zeit nach Neustadt auf das Schloss und übergab sie ihren Vater (Herzog Wilhelm den Älteren von Braunschweig- Lüneburg), der sie dann nach Mariensee ins Kloster zurückschickte, „wo sie bis heute in gutem Frieden unter der strengen Klosterdisziplin geblieben ist“. Busch schrieb den Bericht über die Klosterreform in den Jahren 1470 bis 1472. Danach hat Sophia von Braunschweig- Lüneburg zu dieser Zeit noch im Kloster Mariensee gelebt.

1457
Nonne Hitzacker im Kloster Mariensee erwähnt in einer Urkunde vom 2. Oktober 1457.

1458
Als Schreiber im Kloster Mariensee wird am 11. November 1458 ein Bernhard Barum genannt. (Quelle: HStA Hannover, Cal. Or. 100, Mariensee, Nr. 212a)

Im Zeitraum etwa 1458- 1474 ist Äbtissin Elisabeth von Rethen.
Elisabeth von Rethen ist Ende 1455 oder Anfang 1456 aus dem Kloster Derneburg, wo sie Priorin war, mit zwei namentlich nicht bekannten Nonnen nach Mariensee geschickt worden, um die von dem Augustinerchorherrn Johannes Busch durchgeführte Reform umzusetzen. Bald wurde sie in Mariensee gewählt und ist als solche von 1458 bis mindestens 1474 nachzuweisen.

Mechthild Vesbeck ist Kellnerin.

Margareta Vesbeck (Visbeken) ist Priorin.

1462
Probst im Kloster ist Magnus Lauenrode. Wird in dem Zeitraum 1441- 1463 Probst genannt. Er lebt noch bis 1471, wird aber dann als früherer Probst bezeichnet.

1463
Ludolfus Wietersen Probst. 1463, 1487.

1467
Gherborge Vischers, Nonne, erwähnt am 2. Oktober 1467.

Gertrudis Vischers, Schwester der Gherborge Vischers wird am 2. Oktober 1467 als Nonne, am 1. Januar 1512 als Cameraria (Schatzmeisterin) erwähnt.

1470
Margareta Quirre Nonne in Mariensee, ebenso ihre Schwester Sofia, beide bis mindestens 1511. Ihr Vater war der Bürger in Hannover Hermann Quirre der vor 1487 verstarb.

1471
1471. Der Vikar auf der Burg in Neustadt, Heinrich Bomgarden der Ältere, war gleichzeitig Beichtvater der Nonnen des Klosters Mariensee. (Quelle: HStA Hannover, Cal. Or. 100, Mariensee, Nr. 225)

Im Februar 1471 stirbt Magnus Lauenrode, Beichtvater im Kloster Mariensee. Sein Nachfolger wird Heinrich Bomgarden der Ältere.

1472
Ludolf Wietersen, Propst des Klosters Mariensee von 1472 bis mindestens 22. Februar 1487. (Quelle: HStA Hannover, Cal. Or. 100, Mariensee, Nr. 228°)

Stefanie von der Nigenstad erwähnt als Priorin (Quelle: HstA Hannover, Cal. Or. 100, Mariensee, Nr. 225.

Gesche Haverbier, Erwähnung als Kellnerin des Klosters Mariensee, am 22. Juli 1483 Erwähnung als Priorin.

1473
Elisabeth Mettighe von Remichusen Nonne (Klosterjungfrau) im Kloster Mariensee, lebt noch am 6. Dezember 1482.

1474
Gheseke von Welze (Welse). Erwähnung als Priorin.

1481
Margarethe von Hasselhorst ist Äbtissin nachweisbar 1481- 1483.

1483
Am 22.7.1483 beurkunden Äbtissin, Priorin und Konvent des Klosters Mariensee die Stiftung von 3 Altären und einer Kommende durch Probst Ludolf Wietersen für Seelenmessen seiner Eltern.

Heylwich von der Nigenstadt wohnte am 22. Juli 1483 in einem Haus in Mariensee, das dem Probst Ludolph Wietersen gehörte. Zur Ausstattung einer von ihm gestifteten Kommende schenkte er dem Kloster Mariensee das Haus mit der Bestimmung als Wohnung für den Kommendatarius. (Quelle: HStA Hannover, Cal. Or. 100, Mariensee, Nr. 231a)

1490
Hinrick Bußmann (Bussemann) ist Probst. +Mariensee 9.6.1508.

1491
1491/ 1500 Mechthild von Barem (Barum).
War am 25.11.1464 Nonne, ab mindestens 14.10.1491 Äbtissin des Klosters Mariensee und stirbt vermutlich 1511 in Mariensee. (Quelle: Bonk 1996, 310, Nr. 493; Urkunden des Klosters Barsinghausen. KlA Mariensee, Akte 2, Regest)

1495
10. August 1495. Der Priester „Hinricus Bomgarde de Elder Vicarius up der Borch tot Nygenstadt“ bezeugt, dass Heylwich und Margarethe von der Nigenstadt (Töchter des verstorbenen Hans von der Nigenstadt) vor Probst, Äbtissin und Priorin und dem ganzen Konvent des Klosters Mariensee bestätigt haben, dass ihr Großvater (Roleff von der Nigenstadt) dem Kloster Mariensee seinerzeit „dat gud thom Resse … mit twen oren sustern Junckfruwen to Marienzee“ (seine Töchtern Beke und Kunigunde) gegeben habe. (Quelle: HStA Cal. Or. 100, Mariensee, Nr. 205)

Der Priester Heinrich Bomgarden der Ältere ist um 1440 geboren und nach dem 10. August 1495 verstorben. Am 10. August 1471 wird er als Beichtvater des Klosters Mariensee erwähnt, in einer Urkunde des Rates der Stadt Hannover, betreffend der Güter des Klosters Mariensee in Hagen. (Quelle: HStA Hannover, Cal. Or. 100 Mariensee, Nr. 220)
Am 17. September 1472 ebenfalls als Beichtvater im Kloster Mariensee erwähnt in einer Urkunde des Testamentsvollstreckers von Magnus Lauenrode, des im Februar 1471 verstorbenen ehemaligen Probstes des Klosters Mariensee. Danach erhielt er folgende Einkünfte zugesprochen:
Die Hälfte der Einkünfte aus der vom Testator gestifteten Kommende des Klosters Mariensee,
dazu eine Wohnung im Kloster.
Für den Fall, dass die Einkünfte nicht zusammenkommen, erhält er vom Probst einen rheinischen Gulden, solange er Beichtvater im Kloster ist. Übt er sein Amt nicht mehr aus, entfällt der Gulden.
Sollte Heinrich Bomgarden eine Vikarie in Neustadt erhalten, kann er im Kloster unentgetlich wohnen bleiben und auch sein Amt als Beichtvater wahrnehmen. Nimmt er sein Amt als Beichtvater von Neustadt aus wahr, behält er seine Einkünfte aus der Kommende.
Wenn der Meierhof in Kirchwehren ausgelöst sein sollte, erhält er jährlich ein Fuder Korn auf Lebenszeit.
Sollte Heinrich Bomgarden bis zu seinem Lebensende in Mariensee leben, verspricht er, aus den Überschüssen seiner Einkünfte „van synen overlope synes gudes eyne mylde almissen maken edder maken to laten.“ Aus der Urkunde mit anhängenden Siegel geht noch hervor, dass er dem Testator seiner Zeit 81 Gulden geliehen hatte. (Quelle: HStA Hannover, Cal. Or. 100, Mariensee, Nr. 225)

1498
Probst ist Henricus von dem Busche. +nach dem 3. Februar 1506.

1500
Aus den Angaben über das Patrozinium sowie aus zwei Stiftungen ergibt sich für die Zeit kurz vor 1500, dass neben dem Hauptaltar noch eine Kapelle, 5 Nebenaltäre und 2 Kommenden (= gering dotierte Stiftung ohne Seelsorgeverpflichtung) bestanden haben. Daraus lässt sich in etwa die Zahl der Kleriker ermitteln: am Hauptaltar der Probst mit seinem Kaplan (2 Geistliche); eine Kapelle mit einem Vikar (1 Geistlicher); 5 Nebenaltäre mit je einen Vikar (5 Geistliche).

1503
Von 1503 bis etwa 1550 ist Dietrich Ridder Priester und Probst im Kloster Mariensee. *Neustadt 1477, +um 1560. Ridder ist in seiner Funktion als Probst über die Reformation hinaus in Mariensee tätig geblieben. Ridder war der letzte geistliche Probst des Klosters Mariensee.

1505
Am 26. November 1505 Erwähnung von Anna (Anne) van dem (vam) Ryne als Konverse im Kloster.

1506
In einer Urkunde vom 3. Februar 1506 wird ein Probst Heinrich vamm Busche in Mariensee (Margense) erwähnt.

1508
Im Kloster befindet sich eine Grabplatte des Propstes Henrich Busmann (+1508) Seine Grabplatte ist im Kloster noch vorhanden. Sie zeigt ihn im langen Priestergewand, einen Kelch vor sich hertragend.

1512
1512- 1526 Äbtissin Odilie von Ahlden. Sie war vor 1512 Kantorin des Klosters Mariensee und wurde am 1. Januar zur Äbtissin gewählt. Die Leitung dieser Wahl nach den Dekretalen der Baseler Synode hatte der Abt zu Loccum, Boldwin Clausing.
Bei der Wahl der neuen Äbtissin Odilia von Ahlden, Nennung der Nonnen Mette Bacteldis und Susanna Bacteldis. Ebenfalls die Nonne Margreta Peyne.
Subpriorin Ida van Hytschet, Mette Boße, Gertrudis von Ilten, Cameraria Gertrudis Vischer, Priorin Gertrudis von Mandelsloh.
Nonnen Tibburgis Wetendorp, Alheydis Schulraven.
Nonne Anna Hasselhorst, Erwähnung 1512, 1544.

Odilia von Ahlden war vor 1512 Kantorin des Klosters Mariensee. Sie starb als Äbtissin zwischen 1526 und 1537. Ein Fragment ihres Grabsteines mit Wappen der von Ahlden befindet sich in einer Ziegelsteinmauerm am Kloster Mariensee.

Odilia von Ahlden (auch von Alden, von Alten). Ihr Vater war Johann von Ahlden zu Rethem, Kirchwahlingen, Böhme, +vor dem 10.10.1503. Ihr Bruder war der Knappe Gerd von Ahlden +vor 1537.

1522
Andachtsbuch (Gebetsbuch der Äbtissin Odilia von Ahlden) im Kloster Mariensee, fertiggestellt am 29.9.1522.
Aus diesem von der Äbtissin Odilia von Ahlden selbst geschriebenen Andachtsbuch zwei Gebete:
Bewahre, Herr, diesen Ort vor aller Sünde und vor allem Ärgernis, wie auch vor aller Verwirrung und vor allen Listen und Fallstricken des Teufels. Du, Herr, der du es erlaubt hast, dass diese Schar sich zur Verherrlichung deines heiligen Namens an diesen Ort vereinigt hat, gib deinen Dienerinnen und Dienern deinen heiligen Beistand vom Himmel, damit wir nicht Schaden erleiden an unseren Seelen, und damit du diese Schar nicht der Zerstreuung preisgibst, um deines großen Namens willen.
Gestatte, allmächtiger Gott, dass wir, die wir die Gnade deiner Hilfe suchen, befreit von den Gefahren des Brandes und von allen Übeln, dir mit sicherem Geist dienen können.
Der Schluss: „Im Jahr des Herrn 1522, am Tage des Heiligen Erzengels Michael, wurde dieses Werk vollendet durch mich, Odilia von Ahlden, zur Zeit Äbtissin in Mariensee.“

1539
Beichtvater im Kloster ist Dietrich Meyer, ab 1543 evangelisch- lutherischer Pastor in Basse. Meyer bis an sein Lebensende in Basse und heiratete auch. Sein Sohn Franz wurde 1571 als sein Nachfolger Pastor in Basse.

1542
Herzogin Elisabeth erlässt die evangelische Kirchenordnung.

1543
Elisabeth bediente sich für die Einführung der Reformation insbesondere dreier Personen, dem Superintendenten Corvinus, der 1542 seinen Sitz in Pattensen erhielt. Daneben wirkte der Leibarzt Burkhardt Mitobius der 1501 in Neustadt geboren wurde und 1536 Rat und Leibarzt Philipps von Hessen gewesen war und seit 1539 Erich I. als Leibarzt diente. Dazu kam der Magister Justus Waldhausen, ein Jurist der in Wittenberg studiert hatte und von Luther der Herzogin empfohlen worden war. 1542 wurde die Kirchenordnung als Grundlage der neuen Religion herausgegeben. Zur Durchsetzung wurde eine Kirchenvisitation angeordnet, die durch eine Kommission mit Corvinus an der Spitze in der Zeit vom 17. November 1542 bis 30. April 1543 durchgeführt wurde. Diese Kommission prüfte an allen Pfarrorten die Geistlichen ob sie ihre Tätigkeit im Sinne der Reformation ausübten. Eine Besonderheit stellte die Reformation der Klöster dar, für die Corvinus die Klosterordnung vom 4. November 1542 entwarf. Die Klöster wurden nicht abgeschaft, sondern umgestaltet. Ihr Vermögen blieb erhalten und die Klöster wurden als Stiftungen, insbesondere als adelige Damenstifte, weitergeführt. Die besondere Kleidung der Mönche und Nonnen wurde abgeschafft. (Quelle: Kunze)

Die Klosterordnung die Corvinus erlassen hatte sah vor: Predigt des Wortes je zweimal in der Woche und am Sonntag durch evangelische Prediger, Beibehaltung von sechs Horen (Stundengebete) als evangelische Gebetsübungen in alter liturgischer Form unter Weglassung der „gottlosen Gesänge auf Maria und die Heiligen“, Feier des heiligen Abendmahls in zweierlei Gestalt, Fortfall der absonderlichen Klosterbekleidung. Die Klosterjungfrauen sollen sich aus den alten Kutten ehrliche schwarze Kleider machen lassen und Unterröcke gebrauchen wie andere Christen, die Alten können ihr Haupt mit breiten Schleiern, die Jungen mit schmalen Oberhauben bedecken. (Quelle: Mahrenholz)

Protokoll der Reformatorischen Kirchenvisitation 1543 Auszug: „weil ein Münch hie (im Kloster Mariensee) fürhanden, der aber nu das kleidt abgelegt und sich zum Evangelio begeben hat, so lesset man geschehen, das derselbe hie pleibe und sein lebenlang die kost habe. Es soll im aber der Jungfrauwen die beicht zuhoren nicht gestattet, sondern jde und alle Zeit solchs dem predicanten, so jm Ministerio jst, bevohlen sein“.
Danach wurde die Beichte nicht abgeschafft, sondern nunmehr statt auswärtigen Geistlichen dem Pfarrer zu Mariensee übertragen.
Während der Durchführung der Reformation 1543 verlor das Kirchspiel Mandelsloh die Ortschaft Wulfelade an die in eine Dorfkirche umgewandelte Klosterkirche Mariensee.

1544
Äbtissin Mathilde (Mechthild, Mette,) Knake für den Zeitraum 1544- 1547 nachweisbar. Sie stirbt vermutlich kurz vor 1559.

Anne Romels ist Nonne in Mariensee.

Mette Barthold ist Priorin

Ilsebe Hesse ist Küsterin

Anna Hasselhorst ist Kellnerin.

1545
Die Klosterkirche wird nun auch Gemeindekirche und bekam einen Taufstein.
Inschrift des Taufsteins: „In me (dem) jaer 1545 Theodoricus Ridder fieri iussit“ (In dem Jahre 1545 hat Theodor Ritter ihn herstellen lassen)
Theodor Ritter war Probst des Klosters Mariensee. 1543 haben die Visitatoren des Klosters ihm ein ehrenvolles Zeugnis ausgestellt: „Belangend den Probst haben wir denselbigen dermaßen Gottes Worte geneigt und in seiner Oekonomie (Haushaltung) geschickt gefunden, daß wir ihn nicht zu verbessern wissen. Achtens auch für billig, daß er um seiner getreuen Dienste willen von der Herrschaft (Herzogin Elisabeth) die Zeit seines Lebens hier geduldet und gelitten werde, welches hochgemelte Herrschaft aus fürstlichem und christlichen Gemüt auch ungezweifelt tun wird“. Ritter hat danach bis an sein Lebensende einen Gnadensitz im Kloster Mariensee gehabt.
Das Testament des Theodor Ritter liegt noch heute in einer älteren Abschrift im Klosterarchiv.

Amtmann in Mariensee ist Franz von Windtheim. Dieser war Hofdiener bei Erich II. gewesen. Ob er seine von Erich II. erteilte Anwartschaft auf die Propstei Mariensee überhaupt angetreten hat, wird von einigen Historikern stark bezweifelt. Auch der Zeitpunkt seines eventuellen Dienstantritts ist unklar.

1550
Fastenspeise waren im Kloster zumeist Hering, Stockfisch und Weißfisch. Nicht selten begegnet uns in Mariensee Rotscheer. Um 1550 bezogen die Stiftsdamen auch bereits Räucheraal aus Niedernstöcken, wie sich aus den Registern entnehmen lässt.

1554
Amtmann in Mariensee ist der Kanzleisekretär Heinrich Deutscher.

Prädikant Theodoricus Bramesen 1554- 1558.

1556
Klosterverwalter bzw. Amtmann 1556- 1572 ist Heinrich Deutscher. Er wird um 1556 als „Daviedt Dutscher erster luderscher Amtmann“ bezeichnet.

1558
Nach 1558 wurde das Kloster vorübergehend wieder katholisch und ab 1584 endgültig evangelisch.

1559
Äbtissin Margarethe von Ahlden. Nachweisbarer Zeitraum 1559- 1592. +Mariensee 13.September 1592.

1562
am 23. Januar 1562 erwähnt Engelen Barcheldes (Borcholdes). Zu diesem Zeitpunkt ist sie nach der Margarethe von Knigge die zweitälteste Konventualin.

1564
Aus dem Rechnungsbuch des Klosters Mariensee von 1564 geht hervor, dass die Konventualinnen des Klosters sich fast ausschließlich von den eigenen Produkten des Hofs, Garten, Ställen und Weiden ernährten. Dazu kamen wohl im geringen Umfange auch Seefische und Bier dazu, aber auch Salz und Gewürze wurden dazu gekauft. Auf den Äckern stand Roggen und Gerste, doch gab es auch kleinere Felder mit Weizen und Hafer.

1573
Erwähnung eines Klosterförsters Martin Bollermann

Von 1573- 1577 ist Karl von Kitscher Klosterverwalter in Mariensee.

1578
Amtmann von 1578- 1596 ist Marten Beneke. Verheiratet mit Catharina von Luede.

1579
Vermutlich in Mariensee stirbt Eva, auch Eveken genannt, die Hofzwergin der Herzogin Sidonia, Gemahlin Erichs II. Sie lebte zuerst auf Schloss Landestrost und folgte dann der Herzogin nach Weißenfeld bei Meißen. Nach dem Tode der Herzogin +Weißenfels am 4.1.1575, lebte sie im Kloster Mariensee und erhielt hier ihre Versorgung..
Am 13. November 1579 berichtet der Amtmann Joachim Brandes den Räten in Münden, dass die Zwergin Eva, gehörig zum Kloster Mariensee, von einem Knecht geschwängert worden sei. Gegen den Willen der Äbtissin und Priorin des Klosters Mariensee sei sie unter Androhung „ungnädiger Straff“ in das Kloster Mariensee gegeben worden und stehe jetzt 6 Wochen vor ihrer Geburt. Am 16. November kommt aus Münden die Anweisung der Räte, dass der Knecht festzunehmen sei und zu befragen ob er der Vater des zu erwartenden Kindes sei und wie es zu der Unzucht gekommen wäre. Die Zwergin solle aus dem Kloster entfernt werden und in ein nahe gelegenes Dorf verbracht werden. Bei der zu erwartenden Geburt seien verständige alte Weiber zu beauftragen, die dann die Zwergin bei ihren Geburtsschmerzen nach dem rechten Vater und wie es zu solcher Unzucht gekommen ist, befragen sollen.(Quelle: HStA Hannover, Cal. Br. 7, Nr. 1243 Mariensee)

1584
Das Kloster wird endgültig evangelisch.

Die Oberhoheit über dem Kloster Mariensee lag von 1584 bis 1634 beim Konsistorium in Wolfenbüttel, einer dem Landesfürsten untergeordneten kirchlichen Behörde. Die Fürsten verstaatlichten nicht den Klosterbesitz, sondern verwandten den Gewinn daraus für Siechenhäuser, Spitäler, Arme, Witwen und Waisen, wie auch Stipendien. Als man unter der Hannoverschen Klosterverwaltung (1634- 1680), die in der Hand der Fürsten lag, die Klostergüter in Pacht gab, richtete man zu diesem Zwecke eine besondere Behörde ein, die die aus der Pachtsumme gesammelten Überschüsse zu sammeln hatte. Aus dieser Behörde entwickelte sich später die Klosterkammer, die sich am 8. Mai 1818 offiziell konstituierte. Die Klosterkammer erhielt sich bis auf den heutigen Tag und verwendet ihre Mittel immer noch für kulturelle und gemeinnützige Mittel.

Elisabeth Schrader, Vater Johann Schrader aus Empede, *um 1564, dient ab 1584 im Kloster. Da sie, wie der Vater Herzog Heinrich Julius 1594 schrieb, zum Ehestande ungeeignet sei, bat er seine Tochter als Konverse und Arbeiterin aufnehmen zu lassen. 1594 beschied Herzog, Domina und Konvent die Aufnahme als Konverse und Arbeiterin, wenn sie weiterhin sich zum Wohle des Klosters einsetze, fleißig arbeite und gehorsam gegenüber Domina und Konvent sei.

Agneta von der Heeke wurde 1584 im Alter von 23 Jahren von ihrem Halbbruder als Schülerin in das Kloster gegeben. Ihr Gesundheitszustand wird beschrieben als „gantz gebrechlich und dergestalt, daß sie nicht dienstlich noch nützlich“. Äbtissin und Konvent merkten nach ein paar Jahren dass die Familie keine Anstalten machte, sie zurückzunehmen. Auf Grund der Zusage des Ludwig von der Heeke vom 5.5.1587, soviel für den Unterhalt zu hinterlegen, wie einer Jungfer beim Eintritt in das Kloster üblicherweise für lebenslange Versorgung mitgegeben werde verblieb Agnes im Kloster. Agneta wird Konventualin. Sie lebte noch am 3.5.1600 bei der Wahl der neuen Äbtissin.

1588
Im Protokoll der Generalkirchenvisitation von 1588 steht unter anderem auch: „Die Jungfrauen sein richtig in der Lehre, halten die Exercitien, wie sie tempore Corvini angeordnet. Seind einig“.

1589
Marten Beneken, officiarius in Lacu Mariae (Amtmann in Mariensee). (Quelle KR Turmuhr Basse 1589)

1590
Im Kloster Mariensee speisen täglich insgesamt 65 Personen.

1591
Matthias von der Wedeme war Klosterschreiber in Mariensee und war am 1. März 1591 zusammen mit Klosteramtmann Marten Beneke, Priorin Judith Richarts und der Küsterin Anne von Mandelsloh zur Rechnungslegung in Wolfenbüttel.

Anna von Mandelsloh wird 1596, 1601, 1608 und 1624 als Priorin erwähnt.

1593
Von 1593- 1598 ist Judith Richarts (Reichard, Reichardts, Richers, Rycherdes Rigers) Äbtissin. +Mariensee 14.November 1598. (Das nach ihrem Ableben versiegelte “gemach und Cellen” wurde erst am 4.5.1600, einen Tag nach der Wahl ihrer Nachfolgerin geöffnet und inventarisiert.)
Am 4. Mai 1593 wurde Judith Richarts einstimmig zur Äbtissin (Domina) gewählt, nachdem sie als älteste und geeigneteste Konventualin vorgeschlagen war. Sie hatte vorher schon einige Jahre die Äbtissin von Ahlden vertreten die einfach altershalber nicht mehr in der Lage war die Geschicke des Klosters Mariensee zu lenken. Dem Konvent gehörten an:
Anna von Mandelsloh
Maria Haverbier,
Maria von Bestenbostel
Armgardt Sprenger
Agneta von der Heeke
Gesa Garbers
Die Wahl wurde vom Abt zu Loccum Johannes Fenger geleitet. Ferner waren anwesend der Generalsuperintendent für Calenberg mit Sitz in Pattensen Lic. Theol. Heinrich Boethius, der Hof- und Konsistorialrat von Herzog Julius in Wolfenbüttel Heinrich Petraeus und der zuständige Sekretär für Klosterangelegenheiten Hartwig Reiche.
Aus der Art, mit der die Klosterjungfrauen geschlossen ihre Stimme der Judith Richarts gaben, sowie die Einheitlichkeit der Begründung, schloß die Wahlkommission, dass sie sich „deswegen beredt“ (abgesprochen) hätten. Der Konvent wurde erneut zusammengerufen und von Dr. Petraeus befragt „ob sie sich wegen dieser Election albereit zusammengerottet oder conspirirt“ hätten, denn dann wäre die Wahl ungültig. Das wurde von allen Jungfrauen verneint.
Judith Richarts war die erste Äbtissin die anstatt der alten „papistischen“ Regel nach dem neuen evangelischen Ritus eingeführt wurde: Übergabe einer Bibel, des Corpus Doctrinae und der Kirchenordnung.
Unmittelbar danach wurde Elisabeth von Idensen als neue Konventualin eingeführt.

Erwähnung der Konventualin Maria Haverbier 1593 , 1596 als Schäfferin, zuletzt am 29. März 1624 als Schäfferin.

1598
Von 1598- 1600 ist die Äbtissinnenstelle vakant.

Philipp Arendts (der Ältere), +Münden 2.10.1626 ist in dem Zeitraum von 1598- 1626 Klosteramtmann in Mariensee.
Über seine Amtstätigkeit gibt es sicher verschiedene Betrachtungsweisen. Hier nur ein sehr negatives Beispiel: Brauch / Ritter 1976 Philipp Arendts der Ältere war der erste der Sippe Arends, die dem Kloster und der Regierung bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts sehr zu schaffen machen sollte, dass Mariensee in der Gefahr war, den besten Teil seiner Güter und Liegenschaften an dieses Geschlecht zu verlieren. Der Versuch einer Entfremdung geistlichen Guts in diesem Ausmaß wie in Mariensee ist in der Geschichte aller Klöster der späteren Klosterkammer nicht wieder gemacht worden.
Philipp der Ältere hatte schon vor dem Kriege angefangen sich auf Klostergrund sesshaft zu machen. Er war ein ungetreuer Diener seines Herrn, der wider Eid und Pflicht gehandelt hatte, nicht zu des Klosters Besten.
Als 1626 die Belagerung Neustadts direkte Kriegswirren auch in Mariensee spüren ließen, verließ er sein Amt und floh verängstigt nach Münden wo er erkrankte und starb.

Anna Margarethe von Medefeld, Eltern Johann von Medefeld zu Langreden und Agnese von Eldigerode. Am 25. August 1598 Antrag der Mutter um Aufnahme ihrer Tochter in das Kloster. Unklar ob es dazu kam.

1600
Domina ist Marie (Maria) von Bestenbostel. Am 3. Mai 1600 zur Domina gewählt. + nicht genau feststellbar, wahrscheinlich Ende 1606.
Bei dieser Wahl votierten die 7 Konventualinnen des Klosters:
Priorin Anna von Mandelsloh für Maria Haverbier
Maria von Bestenbostel für Armgardt Sprenger
Die übrigen:
Armgardt Sprenger
Agneta von der Heeke
Gesa Gerberding
Elisabeth von Idensen
Schäfferin Maria Haverbier
für die jüngste Konventualin, der Maria von Bestenbostel.
In dem Protokoll wird er erwähnt, dass die 7 Konventualinnen „so noch mehrentheils fast jungk“.

Am 3. Mai 1600 hat Gerdt Staffforst (Stabhorst) als Schreiber im Kloster der neuen Domina Maria von Bestenbostel „Handtgelübte getan“.

Katharina von Bothmer, *1577, seit 1592 Schülerin im Kloster Mariensee, wurde am 3. Mai 1600 in Mariensee eingeführt und eingekleidet. Bei der Einführung wurde sie von ihrem Vater Ivo von Bothmer, sowie dem Abt des Klosters St. Michaelis in Lüneburg, Conrad von Bothmer zum Altar geführt. 1632 ist sie wahrscheinlich Priorin in Mariensee.

1605
1605 wird in Neustadt der spätere Amtmann in Mariensee Heinrich Thieß geboren. Sein Vater ist gewesen der Ehr- und Achtbare Magnus Thieß, Bürger in der Neustadt am Rübenberge und Vorsteher der Armen zu St. Nicolai dasselbst. Thieß hat zunächst die Schule in Neustadt besucht, und „da er dann in Patria … einen guten Anfang gemachet“, „wurde er im 16ten Jahre seines Alters nacher Hildesheim geschickt“. Dort war er zwar Klassenprimus, musste aber seine Studien abbrechen, weil die „elenden“ Kriegszeiten solches behinderten.und auch seinen Eltern es nunmehr an Geld fehlte. Er bekommt 1624 eine Stellung beim Herrn Magister Joachimo Leisebergen, Generalsuperintendent und Senior des Stiftes Wunstorf, wo er zunächst als Copiist angestellt wird. Als der Superintendent sich wegen des Einzugs der kaiserlichen Armee nach Hannover begeben muss, wird Thieß „des gantzen Stiffts Einnahm und Außgabe an Korn- und Geld- Intraden“ bis zum Jahre 1628 übertragen. Von 1629- 1636 ist er Schreiber beim Landeskommissarius Viet Curt von Mandesloh auf Rissbüttel, schließlich Amtsschreiber in Poppenburg. Nach seinem Eheverlöbnis mit der „Viel Ehr und Tugendreichen Frawen Annen Erychroptli“ wohnte er für kurze Zeit in Hannover. 1657, im Alter von 52 Jahren, wird ihm wegen seiner treuen Dienste „eine vacants bey dem Stiffte Mariensee durch den tödlichen Hintritt sehligen Herrn Amptmanns Philipp Arens“ anvertraut, die er bis an sein Lebensende am 26. Juni 1666 ausführt.

Heinrich Thieß, Sohn des Bürgers in Neustadt Magnus Thies, St Nicolai Armenhaus Vorsteher und der Maria Kahle, heiratete 1643 Anna Erythropel, Tochter des Magisters Rupertus Erythropel, Pastor an der dortigen Marktkirche.

1606
Catharina Wollmann, Tochter des Erich Wollmann soll laut Anweisung vom 24. Oktober 1606 bei Freiwerden einer Stelle aufgenommen werden im Kloster.

1607
Domina Armgard (Armgardt) von Sprenger (Sprengers), gewählt im Januar 1607. *1575, +Mariensee April 1675.
Notiz der Äbtissin von Mengersen am 9. Januar 1786: „Den 7. Januarii 1786. Wie der Frl. Bülow ihr Grab Stätte ausgewiesen wurde, ließ ich den nahe dabei liegenden Leichstein die Erde davon abmachen. Der Pastor hat es abgeschrieben, es wahr die Domina Armangard Sprengers, gebohr: 1575, Erwehlet zur Domina 1605, gestorben 1655. Diese hat ohne Zweifel die wichtigste Periode dieses Klosters erlebet, in dehm der berüchtigte 30jährige Krieg durch die gesamte Führung ihres Amtes gedauert, und ehrtst die Execution dieses Friedens, der 1648 geschlossen, aller ehrst Anno 1655 zur Würcklichkeit gebracht.“ (Quelle: KlA Mariensee, Akte 91)

1608
Am 29. März 1608 vermietet der Konvent unter seiner Domina Armgardt Sprenger dem Klosteramtmann Philipp Arendts und seiner Familie, das neben dem Wirtschaftshof des Klosters liegende Wohnhaus, das vorher 50 Jahre an Melchior von Gehrden und seiner Frau vermietet gewesen war.

1609
Die Tochter des Heinrich von Rheden. Der Antrag zur Aufnahme in ein Kloster wurde von der Ehefrau des Hofrates D. Johann von Uslar, Margarete Dieks gestellt. Sie wird am 8. Dezember 1609 präsentiert. Sie befindet sich in einem armseligen Zustand und soll erst mal für ein Jahr aufgenommen werden um zu sehen „wie sie sich anlest und ob sie hirnegst zu einer Closter Person dienen“ könne.

1610
Elisabeth von Bestenbostel, Tochter des Franz von Bestenbostel und der Anna von Vißbeck (diese war eine Schwester des Kammerjungen von Herzog Julius August, Hans Dietrich von Vißbeck). Am 17. April 1610 präsentiert als Konventualin.

1612
Catharina Magdalene Vogreve wird 1612 und 1650 als Konventualin erwähnt.

1612 verkaufte Otto Asche von Mandelsloh den Korn- und Fleischzehnten zu Suttorf an das Kloster Mariensee.

1615
Magdalene von Knigge aus Bredenbeck am 12. April 1615 präsentiert als Konventualin.

In diesem Jahr lebten im Kloster Mariensee nachweislich 3 Konversen.

1616
Mariensee wurde 1616 in der Fehde zwischen Herzog Friedrich Ulrich mit der Stadt Braunschweig von umherstreifenden Holländern und Braunschweigern fast gänzlich ausgeplündert. Die Äbtissin berichtet in einem Schreiben an den Landesherrn, man habe dem Kloster sämtliche Schweine, Kühe, Schafe und Pferde genommen, Kisten und Kasten zerschlagen, den Armenkasten aufgebrochen und das vorhandene Bier, sowie alle Lebensmittelvorräte „verzehret und verheeret“. Zwar war der Schaden erheblich, doch konnte er durch Nachbarschaftshilfe in Form von Abgaben der anderen Klöster zum großen Teil ausgeglichen werden. (Quelle: Ehlich)

1619
Adelheid Maria von Münchhausen, die Tochter von Statius von Münchhausen und der Anna von Lattorf. Ihr wurde am 17. November 1619 eine Konventualinnenstelle im Kloster Mariensee zugewiesen, obwohl es dort keine freien Stellen gab. Dafür wurde eine Stelle in einem anderen Kloster nicht bestzt. Adelheid Maria von Münchhausen verließ das Kloster später um zu heiraten.

1623
Im Juli 1623 verschaffte sich eine Kompanie Reiter im Kloster Mariensee gewaltsamen Eintritt. Sie begannen ein gewaltiges Saufen und Fressen und ließen zum Abschied noch Waffen und Kleidungsstücke, ein Pferd und Hunde mitgehen, als ob sie Feinde wären. Die Priorin meldete diesen Überfall auf das Kloster: „Wir geben zur Kentnis, daß Herr Rittmeister Jochimb von Rheden, Capitainleutnant und gantze Companie Reuter das S.Z. dieses Monats July alhier von E.F.G. (Euer Fürstliche Gnaden) angelanget und begehret, daß man sie auflassen (einlassen) sollte“. Diesem Begehr wurde nicht entsprochen, dagegen wurde darum gebeten, dass „sie dem Closter kein gewalt zufügen möchten“. Dennoch „eröfnet“ Hans Ludwig von Breda „mit gewalt“. Aus dem geschlossenen Stall, den der Capitain Leutnant selbst aufgeschlagen hat, wurde ein „schön Pferd, welches zum Inventarium gehörig mit Zaumzeug und ein par Pistölles“ gestohlen. Jürgen von Mandelsloh „welcher das Pferd aus dem Stalle geholt und damit auf doe Pröbstei geritten“, hat „allda sich tröstlich getumelt und sehr mutwillig gemacht“. (Quelle: Arch. Pattensen, Cal Br. 7 Nr. 1289)

Am 15. August 1623 berichtete Domina Arngardt Sprenger, dass an den Klostergebäuden seit 30 Jahren keine Instandsetzungsmaßnahmen mehr durchgeführt worden seien. Ganz besonders wird erwähnt, das dass Schlafhausdach schwere Schäden aufweist. Der Amtmann des Klosters Philipp Arendt fühle sich mit Hinweis auf seinen Arbeitsvertrag nicht zuständig für die Gebäudeinstanthaltung. (Quelle: HStA Hannover, Cal. Br. 7, Nr. 1295)

1625
Am. 6. August 1625 verließ der Konvent wegen der Kriegsereignisse das Kloster und begab sich zunächst nach Neustadt. Kurz vor der Belagerung von Neustadt 1626 floh er nach dem sicheren Hannover. Auf dem nördlich des Friedhofs der Kreuzkirche angenzenden Wirtschaftshof des Kloster fand er Schutz und Versorgung. Dem Kloster gehörte dort ein Wohnhaus, was neben diesem Wirtschaftshof lag. Wann der Konvent wieder nach Mariensee zurückkehrte ist nicht bekannt, 1632 lebten aber wieder Konventualinnen in Mariensee.

12. August 1625. Die Äbtissin des Klosters Mariensee, Domina Armgart Sprenger bittet die Räte Herzog Friedrich Ulrichs in Wolfenbüttel, dem Kloster die Verpflichtung zu erlassen, 5 Fuder Korn zu liefern, da die Soldaten der Armee des dänischen Königs Christian IV. überall herumstreifen, den Leuten alles Korn und Vieh wegnehmen und die Äbtissin sich mit ihren Damen nach Neustadt geflüchtet hat. Auszug aus dem Schreiben: „Es ist aber (leider Gott erbarm es) alhie dieses Ortes ein solcher Zustand, das kein Mensch fast sich in seinem Hause sich sicher halten kann, dahero sein wir auch Unheil zu verhüten und einen sicheren Fueß haben muchten, für 6 Tages in die Newstatt gerücket und alda, bis der liebe Gott Friede wieder geben würde, uns ufhalten thuen. Inmittelst aber ist der Obrister Curdt Plato Gehle den 9. dieses mit 500 Pferden vor das Closter gekohmen und Quartier begehret, auch durch den Quartiermeister die Reuter teils uf das Closter und der Undertanen Heuser inlogirt, der den armen Leuten ihr Koren ganz ausgedroschen, das Vieh schlachten und mit der Armut jemerlich umbgehen. Der Herr Obrister aber liegt uffm Closter und erbeut sich zur Bezahlung, das man über denselben nicht hart clagen kann, allein das die anderen Ritmeisters Casper von Ohr und Ketler und mehr bey sich habenden Reuter allenthalben umb sich hergreifen und wegk nehmen, was sie bekohmen können, da man aber erfahren kann, wer es also den Leuthen abnumbt, die müssen es wiedergeben, was sie aber im Abzuge attentiren werden, gibt die Zeit. Der Generalobrister, der Herzog von Sachsen, wird heut zu Mariensehe auch anlangen, alsdan verhoffe ich, wird man ihren Abzug erfahren, müssen nothehalber, weilen die Leute ihnen kein Futter mehr schaffen können, wol weg ziehen.“ (Quelle: Cal. Br. 16, 909)

Am 28. August schreibt der Amtmann Arndt aus Mariensee an Herzog Ulrich: “ zu wissen, daß noch über verschienen (vergangenen) Sonnabent daß Tillysche Kriegsvolk nicht allein auf unser Closter (Mariensee) gefallen, und allens waß allda gewesen, und sie mit forth bekommen künnen, mit wegkgekommen, Besonders auch Thüren, fenster, kisten undt kasten uffgeschlagen; und die benachberten Dorffern undt kirchen, ganz ausgeplündert, Pferde undt Viehe geraubt, undt dermaßen verderbt, das sie es in kurzen nicht wieder abwischen werden“.

Am 7. September 1625 berichtet der Amtmann Arndt aus Mariensee in einem Schreiben nach Wolfenbüttel: Am vergangenen Sonnabend ist Tillys Kriegsvolk nicht allein in unser Kloster eingefallen, sondern haben auch alles Brauchbare mitgenommen. Sie haben Kisten und Kasten zerschlagen, Türen und Fenster herausgerissen, die benachbarten Kirchen und Dörfer ausgeplündert, Pferde und Rindvieh geraubt und uns so zugrunde gerichtet, dass wir uns davon nicht so bald erholen werden. Im Amt Wölpe sind von ihnen mehrere Dörfer niedergebrannt worden. Die Söldner beider Parteien (der Kaiserlichen aus Nienburg und die Dänen aus Neustadt) streifen immer weiter umher um zu rauben. Keiner ist sicher, dass er nicht morgen schon erwischt wird. (Quelle: Calenberger Br. A. Des. 7 Mariensee Nr. 7, übertragen)

Am 11. September 1625 berichtet der Amtmann Arndt aus Mariensee nach Wolfenbüttel: Tillys Söldner sind nun schon fünfmal im Kloster gewesen und haben alles entzweigeschlagen. Was sie übrig ließen, ist von den Dänen weggenommen worden. In den Ämtern Neustadt und Wölpe sind alle von den Höfen weggelaufen, auch im Kloster ist niemand geblieben. Alle Tage dreschen die Soldaten noch Korn aus, dass sie in ihr Lager vor Nienburg fahren. Dieses Jahr können wir die Felder nicht mehr bestellen. Gott mag wissen, wovon wir im Winter leben werden.

1626
Philipp Arendts, der Jüngere. Amtmann von 1626- 1656. Er war der Sohn von Philipp Arendts seines Vorgängers. Verheiratete sich 1635 mit Dorothea Clawen die in Neustadt 1682 im Alter von 69 Jahren, 11 Monaten und 8 Tagen starb.
Kinder: 1. Maria Sabina Arents, 2. Philip Henrich Arenß, 3. Joachim Carl Arenß, 4. Maria Sabina Arenß *Mariensee 1644, 5.Johan Conrad Arenß (1664 Stiftsgeistlicher zu Einbeck), 6. Baltzer Arenß, 7. Hedwig Arenß.
Über den Tod seines Vaters, Philipp Arendts des Älteren, seinem Amtsvorgänger, sagt er aus, das dieser 1626 während der Belagerung der Stadt Neustadt, alles in Stich ließ und zu Fuß nach Münden floh. Er erkrankte und starb bald darauf dort.

Bei der Belagerung von Neustadt ist „alles Closters Vieh gleich in einer Stunde wegkgekommen“ (Quelle: Ehlich).

1627
Anna Maria vom Thall (Dahl, Thale) war vor 1627 Konventualin im Kloster Dorstadt und bekam nach dem Tod der Konventualin Heidewich Elisabeth von Platen- Helversen 1627 die Präsentation auf deren Stelle. 1634 wurde sie dem Kloster Walsrode zugewiesen, war dort 1639 Priorin und ist vermutlich dort auch verstorben.

Heidewich Elisabeth von Platen- Helversen war die Tochter des Obersten Otto von Platen- Helversen. +vor dem 8.9.1627.

Anna Maria von Schall wurde 1627 als Konventualin aufgenommen nach dem Ableben der Konventualin Elisabeth von Hellersen.

1628
Nachdem im April 1628 die Dänen aus Neustadt abgezogen sind, berichtet der Amtmann Arndt, dass er mit einem Trupp Gesinde wieder versucht einen Haushalt im Kloster einzurichten. Auch werden Äcker wieder mit Pferdegespannen bearbeitet, jedoch Geld und Kühe fehlen noch. Auch die Äbtissin Armgart Sprenger, sowie ihre Stiftsdamen, sind in das Kloster zurück gekehrt.

1629
Katharina Sprenger. Angeblich Tochter des Bruders von Domina Armgardt Sprenger und dessen Frau (beide verstorben), also ihre Nichte soll im Kloster aufgenommen worden sein. Das ist aber nicht beweisbar.

Clara Schenk wird am 4. Februar 1629 als Konventualin präsentiert. Zu diesem Zeitpunkt sind ihre Eltern tot mit Hinterlassung mehrerer Kinder unter anderem 4 Töchter. Sie war die Schwester des Drosten zu Vienenburg Jobst Schenk. Von ihren anderen 3 Schwestern war eine im Stift Wunstorf, eine im Kloster Steterburg. Eine Schwester war verheiratet.

1632
Im Kloster leben zu Michaelis (29.9):
Domina Armgardt Sprenger
Konventualin Ilsa Dorothea von Feuerschütz
Konventualin Catharina von Bothmer
Konventualin Sidonia Agnesa von Mandelsloh

Sidonis Agnesa Mandelsloh, Tochter des Werner von Mandelsloh, Wieden- Linie, zu Mandelsloh und Bordenau und der Margarethe von der Malsburg, *um 1600, +Mariensee 22.4.1664 um 12 Uhr. Vor 1632 Konventualin im Kloster Mariensee, 1648 Schäfferin, 1656 Priorin.
Ihre Schwester, Clara Elisabeth von Mandelsloh, *1625, begraben in Wennigsen 21.7.1667 im Alter von 42 Jahren wurde 1643 in das Kloster Wennigsen als Konventualin aufgenommen. Eine weitere Schwester, Anna Dorothea, war Konventualin in Wunstorf und starb dort 42 jährig am 21.7.1667.

Der Konvent berichtet am 29.9.1632, dass das „Closter Mariensee von den unterschiedlichen Neustädtischen Belagerungen über die Maßen verwüstet, auch andern Durchzügen, außplünderungen und gedoppelter Contributions Last nacher Nienburg und Neustadt .. ausgeschöpft und ausgesogen“ sei.

1637
Die Mühle in Empede, die bisher dem Landesherrn gehörte, wird infolge eines Grundstücktausches 1637 Eigentum des Klosters Mariensee. Sie war bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts, als sie durch Ablösung des Erbenzinses in Privathände überging, eine Kloster- Erbenzins- Mühle. Der Mühlenbetrieb wurde um 1970 eingestellt.

1639
Elisabeth Schwiering, die Tochter des Amtmannes in Neustadt Gerhardt Schwiering, *um 1624, +Mariensee ca. 1686 /1689 wird am 21. Juni 1639 als „schadhafte und gebrechliche“ Vollwaise durch den Landesherrn präsentiert. Äbtissin und Konvent wehren sich gegen diese Aufnahme. Nach vieljährigen Reibereien wird sie 1869 als Konventualin aufgenomme. 1689, am 9. Dezember erhielt Johanna Friederica Charlotte von Molcken die durch den Tod der Elisabeth Schwierig freigewordene Stelle.

1644
Catharina Staleman ist Konventualin.

Catharina Radtmann (Rothmann) wird am 29. März 1644 als Konventualin in Mariensee präsentiert (als alte abgelebte Person). Bis 1642 war sie im Kloster Derneburg. In einem Schreiben an die Domins Armgardt Sprenger schildert sie am 20. März 1643 ihre Lage. Sie berichtet, dass das Kloster Derneburg: „ durch dieß erbarmliche Krigswesendt also ruinirt und zunichte gemacht, daß dar Niemandt auf rouen und sich aufhalten kann und Ich die einzige Persohn noch ubrig bin“. Sie habe dann „umb schwerer Haußheuer“ 2 Jahre bei Bürgern in Hildesheim gelebt.

1647
Am 9. November 1647 rückten noch einmal schwedische Kriegsabteilungen, auf ihrem Marsch von Rethem kommend in das Amt Neustadt ein. Der Quartiermeister des Hornschen Regiments erwählte das Kloster Mariensee zu seinem Wohnsitz und blieb dort eine Woche wohnen. Seine Forderungen verhalten sich relativ mäßig. Durchziehende Truppen sollen mit Speise und Trank versorgt werden. Sein Gesinde erhält 4 Paar Strümpfe und ein Paar Stiefel und Schuhe. Er selbst, der auch noch seine Mätresse mit Pferd und Wagen bei sich hatte, lässt sich auf Kosten des Klosters bei dem Kürschner in Neustadt ein Mantelfutter aus 12 Fuchspelzen herstellen, denn der Winter stand vor der Tür.
Mitte November bis Anfang hatten Kloster und Dorf mehrfache Einquartierungen der Schweden. Etwa 2 Wochen lag hier z.B. die Leibkompanie des Regiments von Königsmarck. Täglich waren 27 Reiter und 48 Pferde zu verpflegen. Ferner mussten die Wagen der durchziehenden Regimenter Wrangel und Hammerstein mit den nötigen Lebensmitteln versorgt werden. Im Verzeichnis des Klosters sind alle Ausgaben in diesem Zeitraum aufgeführt. Es sind 12 Fässer Bier, 11 Schweine, 4 Kälber, 12 Hammel, 94 Hühner, 18 Malter Roggen, 1 Tonne Hering, 30 Pfund Stockfisch und 3 Schock Eier, für 10 Taler Butter, Speck, Salz, Erbsen und Kohl. Daneben führt das Verzeichnis auch auf was die Dörfer Suttorf und Basse noch abzuliefern hatten. Jeden Tag waren ferner 2 Pfund Wachslichter zu liefern. Der Anführer der schwedischen Besatzer, Oberst Sigel, behauptete beim Abzug des Regiments, man habe die Paukenfahnen des Regiments verdorben und zerschnitten. Dafür verlangte er zwei Wagenpferde im Wert von 50 Talern, welche er auch erhielt. (Quelle: Ehlich in „Heimatland“ August 1975)

1649
Am 1. August 1649. Aufnahme der etwa 11jährigen Tochter aus 1. Ehe des Kanzleisekretärs Adolph Windhorn (Windthorn, Winthorn), der elfjährigen Vollwaise Sophie Margareth Windhorn, in das Kloster Mariensee für zunächst ein oder zwei Jahre. Auf Weisung der Regierung soll sie gegen Kostgeld christlich unterweisen. Offensichtlich ist sie keine Konventualin gewesen.

1651
Am 16. Dezember 1651 berichtet Sidonia Agnesa von Mandelsloh aus dem Kloster Mariensee, dass im Kloster außer der Domina Armgardt Sprenger, sie selbst als Konventualin und der Konverse Maria Justs nur noch einige Lehrmädchen und Mägde leben. (Quelle: KlA Mariensee, Akte 37)
Sidonia Agnesa von Mandelsloh berichtet ferner über den desolaten Zustand der Räume des Klosters, die teilweise nur unter Lebensgefahr zu betreten sind.

1652
Elisabeth Dorothea von Feuerschütz, +vor 1686. Stellte 1651 einen Antrag auf Aufnahme in das Kloster, da sie Vollwaise und durch den Krieg mittellos geworden sei. Am 5. Januar 1652 präsentiert als Konventualin.

1655
Am 22. August 1655 stellte der Klosteramtmann zu Mariensee, Philipp Arendts der Jüngere den Antrag auf Aufnahme seiner Tochter Maria Sabina, *1644 als Konventualin. Maria Sabina „ von Statur zwar klein und geringe, aber stille und einsahm in ihrem Wesen, „… gottesfürchtig und fromm und fleißig im beten“. Äbtissin und Konvent wehrten sich gegen die Aufnahme. Ihre Mutter Dorothea Arendts stellte Jahr für Jahr neue Anträge. Wahrscheinlich erhielt sie irgenwann „die halbe competenz an gelde und Deputat auf 2 Jahre“, die noch 1673 gewährt wurde.

1657
Vakanz der Dominastelle von 1657- 1664. Die Priorin Sidonia Agnes von Mandelsloh übernimmt in diesem Zeitraum die Amtsgeschäfte.

Klosterverwalter ist Heinrich Thieß. (+26.6.1666)

1661
Catarina Margreta von Stoltzenberg, Tochter von Cord Henning von Stoltzenberg und Margarethe von Estorff, 1673 I. Ehe mit dem Leutnant von Feuerschütz, II. Ehe 1682 mit dem Herr auf Barum, Friedrich von Meding, ist von 1661- 1673 Konventualin in Mariensee.

1663
Am 30. November 1663 lebten 4 Konventualinnen im Kloster:
Priorin Sidonia Agnesa von Mandelsloh
Schäfferin Ilsa Dorothea von Feuerschütz
Konventualin Margareta Catharina von Stolzenberg (verließ 1673 das Kloster zwecks Heirat)
Elisabeth Schwierig
(dazuzurechnen ist das Personal der Obengenannten)

Die Wohnung einer Konventualin bestand aus einer Küche, einer Stube und einer Kammer
Küche 24 Fuß im Geviert
Stube 20 Fuß Länge

		24 Fuß Breite

Schlafkammer 13 Fuß Länge

		24 Fuß Breite

Vor 1836 hatte ein Calenberger Fuß 0,291 m

1664
1664- 1674 Domina Ilsa Dorothea von Feuerschütz. +Mariensee 14.4.1674. Ihre Eltern waren Dietrich von Feuerschütz, Fürstlich Braunschweigisch- Lüneburgischer Oberstleutnant (1647 Kommandant in Neustadt) und Maria Sabina von Merrettich.
Anna Steyerberg aus Rodenberg war am 8. Februar 1664 Magd bei der Schäfferin Ilsa Dorothea von Feuerschütz.

Heinrich Aschen wird am 8.2.1664 als Klosterschreiber erwähnt.

Elisabeth Ristenpatt, *1644, hinterlassene Tochter des gewesenen Schuldieners in Mariensee, Justi Ristenpatt „so im Kloster ihren Auf- und Unterhalt suchet.“

Johann Schunhoff aus Niedernstöcken ist 1664 Pförtner im Kloster, 60 Jahre alt „ist schwach und gebrechlich“.

Anna Magdalena von Mandelsloh, Tochter von Ulrich Friedrich von Mandelsloh zu Evensen und der Hedwig Catharina zu Bohven Lamprechswald, *Evensen 1647, +nicht in Mariensee. Am 14. Oktober 1664 als Konventualin präsentiert als 17 jährige, wird Konventualin.
14. Juli 1677. Anna Magdalena von Mandelsloh verlässt frühmorgens heimlich und ohne Erlaubnis das Kloster und begab sich zu ihren Eltern in Evensen. Am 15. Juli 1677 verließ sie Evensen mit einem Wagen in Richtung „Lüneburgisches“
Am 13.Juli war sie von der Äbtissin aufgefordert worden, dass über sie laufende Gerede zu widerlegen. Ihr war aufgefallen das die Konventualin Anna Magdalena von Mandelsloh in der letzten Zeit, auffällig zurückgezogen sich in ihrer Wohnung aufgehalten, ihr Leib fülliger, ihr Gesicht bleich und schlank geworden war. Ihr ganzes Wesen schien verändert. Anna Magdalena brachte daraufhin vor, dass die Frau des ehemaligen Amtmannes Hofmeister das Gerücht aus Feindschaft gegen den Hauptmann Weimann (wohl wegen seiner Verbindung zu Anna Magdalena) in die Welt gestzt habe. Dieser Hauptmann Weimann habe sich oft in Evensen auf dem Gut der von Mandelsloh aufgehalten und dort mit Geld und Getreide ausgeholfen. Bei diesem Gespräch empfahl die Äbtissin Anna Magdalena, ihre Schwester Dorothea Hedwig von Mandelsloh, die sich seit einiger Zeit bei ihr im Kloster aufhalte, fortzuschicken. Auf ihre verschwundene Fröhlichkeit angesprochen, verwies Anna Magdalena auf die schlechte wirtschaftliche Lage zu Hause. Ihre Dienerin sagte aus, dass Anna Magdalena oft in Evensen gewesen sei, ohne Wissen der Äbtissin. Wenn Anna Magdalena in Evensen angekommen sei, habe sie ihrer ebenfalls aus Evensen stammende Dienerin befohlen, nach Mariensee ins Kloster in die Wohnung zu gehen und mitgegebene Aufträge auszuführen.

1667
Klosterverwalter ist Johann Mellinger, *Wittingen 29.2.1612, +Mariensee 13.4.1697, seine namentlich nicht bekannte Ehefrau +Mariensee 1.11.1677. Ab 1690 wurde Mellinger zur Seite gestellt sein Schwiegersohn Christoph Jobst Ahrendes.

1668
Margarethe Elisabeth Stisser, Tochter des Konventual in Loccum, Kanzlei- und Klostersekretärs Carl Stisser, *1648, +Mariensee 12.5.1669, begraben ebenda am 16.5.1669 wird am 27. Januar 1668 als Konventualin präsentiert.

Anna Elisabeth Calatius, Tochter von Conrad Calatius einem Braunschweigisch- Lüneburgischen Konsistorialsekretärs, *1639, +Mariensee 23.4.1715 im Alter von 76 Jahren, begraben am 1.5.1715 wurde 1669 präsentiert und eingewiesen. Sie war die Nachfolgerin der verstorbenen Konventualin Margarethe Elisabeth Stisser.
Ein Fragment ihres Grabsteines befindet sich eingemauert in einer Ziegelmauer am Kloster.

1673
Sophie Calatius hielt sich von 1673 bis etwa 1715 im Kloster bei ihrer Schwester auf. Anträge auf Übernahme als Konventualin wurden abgelehnt. In der Wohnung ihrer Schwester der Konventualin Anna Elisabeth Calatius lebte noch eine weitere Schwester.

Ilse Margarethe von Nietze, Tochter des Ernst von Nietze und der Dorothea Sophie von Lüneburg, +Ricklingen 17.9.1679, während eines dortigen Aufenthaltes bei ihrem Bruder, dort auch begraben. Am 7. Juli 1673 Präsentation und Einweisung als Konventualin. Sie wurde auf die durch Heirat freigewordenen Stelle der Konventualin Margret Catrin von Stoltzenberg gesetzt.

1674
„Anno 1674 Ist die Hoch Edelgebohhrne Viel Ehr Undt Tugendt Reiche Jungfer Ilsa Doratia Feuerschütz den 14 Aprilis in Gott selich entschlafen in dem sie 10 Jahre im Dominastande gelebet der Aller Höchste gebe ihr eine sanfte Ruhe“.
Ilsa Dorothea von Feuerschütz litt einige Jahre an Tuberkulose und war ¼ Jahr vor ihrem Tode bettlägerig geworden +Mariensee 14.4.1674.

1674- 1697 wird Maria Elisabeth von Mandelsloh Äbtissin des Klosters. Ihre Eltern waren Victor von Mandelsloh und Lucia Margarethe Magdalene von Walthausen. Sie war 1649 geboren und starb in Mariensee im Alter von 48 Jahren am 1.7.1697. Sie wurde vermutlich in der Sakristei beerdigt.
„Anno 1697 ist die Hochwürdliche und wollgeborne Frauw Maria Elisabeth von Mandelsloh den 1 Julius des Abends zwischen 8 und 9 Uhr an der Roten Ruhr Krankheit sanft undt seelig ihm Herrn entschlafen, nachdem sie 33 Jahre ihm geistlichen Stande gelehbet 23 Jahre Domina gewesen dieses Stiffts Marie(nsee). Gott verleihe den Cörper Eine Sanfte Ruhe ihn der Erden am Jüngsten Dage Eine frölige Auferstehung zum Ewigen Leben uns allen eine seelige Nachfahrdt auß dieser Zeitlichkeit. Ihres Alters 48 Jahr“.

Lucia Gertrud Götz von Olenhusen, +Mariensee 21.12.1704, Tochter vom Oberstleutnant Jobst Joachim Götz von Olenhusen und Margarethe Catharine von Adelebsen. 1674 Konventualin.

1678
Lucrecia Hedwig von Stoltzenberg, +Luttmersen 6.5.1724, begraben in Mariensee am 12.5.1724. Sie bekommt am 7. August 1678 die durch den heimlichen Fortgang der Konventualin Anna Magdalena von Mandelsloh freigewordene Stelle.

1679
Anna Elisabeth von Münchhausen, Tochter von Ernst von Münchhausen und Cathrina Sophie von Ditfurth, *Remeringhausen 6.3.1661, +Mariensee 21.7.1714. Am 28. November 1679 eingeführt als geistliches Klosterfräulein. 1686 hatte sie die Junfer Sophie von Brinken bei sich. Magd war Catrina Grete Bruns. 1689 als Konventualin erwähnt. Magd war jetzt Magdalena von Hartz.

1686
Hille Margareta Stein ist 1686 Magd bei der Konventualin Lucretia von Stoltzenberg.

Anna Julia Derenthal soll Konventualin im Kloster Mariensee 1686 werden. Es gibt aber keine Hinweise ob sie die Stelle wirklich angetreten hat. Ihr Vater war Kurfürstlich- Brandenburgischer Vizekanzler.

1689
Personal im Kloster
Domina :
Jungfrau Marie Elisabeth von Mandelsloh
Mägde: Ilse Kückers, Sophia, Lischen und Hille.
Konventualinnen:
Jungfrau Elisabeth Schwirings (1689 bereits tot)
Jungfrau Anna Catrina von Rehden.
Magd: Susanna Groten.
Jungfrau Anna Elisabeth Colatius.(Calatius)
Deren 2 Schwestern, ferner deren Schwester Jungfer Sophia des seligen Secretarii Colatii Tochter aus Hannover hält sich bei ihr auf. Magd: Gertrud Strickers.
Jungfrau Gertrud Lucie Götzen von Oelhausen.
Magd: Minte.
Jungfrau Lucretia von Stoltzenberg.
Magd: Anna Justs.
Jungfrau Anna Elisabeth von Münchhausen.
Magd: Magdalena von Hartz.
Die Conversa Marie Justs ist eine begnadigte 80 jährige Person und Aufwärterin im Kloster.
Klosterbediente:
Klosteramtmann Johann Mellinger.
Magd: Anna Lischen Walters. Kleinmägde: Anna Gretje Lüssenhop, Anna Fenghausen. Großknecht: Heinrich Fanghausen. Mittelknecht: Philipp Mensching. Ackerjungen: Dirk Langreder, Christian Degener, Johann Nefel, Johann Mering aus Eilvese.
Schafmeister Friedrich Lüssenhop.
Ist verheiratet. Kinder: der 12 jährige Franz, der 10 jährige Otto, der 7 jährige Zacharias, die 2 ½ jährige Anna und die 8 Wochen alte Dorothea.
Schäferknecht Dietrich Meineking.
Ist verheiratet und hat ein ½ jähriges Kind. Häusling in Matthias Fetten Haus.
Schäferknecht Christian Mehse.
Ist verheiratet, seine Frau hat ihre Wohnung auf der Horst. Haben einen 6 jährigen Sohn und eine 4 jährige Tochter.
Kuhhirte Johann Wilhelm.
Ist verheiratet mit Anna Schwaben, hat einen 17 jährigen lahmen und sprachlosen Sohn und eine 13 jährige Tochter.
Rinderhirte Hermann Dettmering.
Ist verheiratet, seine Frau hat den Vornamen Anna und Lülf, einen vierjährigen Sohn.
Schweinehirte Johann Pape.
Ist verheiratet. Kinder: die 6 jährige Lischen, der 3 jährige Curt Henrich und ein Mädchen von 1 Jahr.
Klosterförster Daniel Ludewig.
Hat seine Wohnung zu Empede. Hat Frau und Kinder.
Pförtner Friedrich Eickhoff
Bachmüller Philipp Homeyer in Mariensee
Hat Frau und Kinder
Klostermüller in Empede Ludolf Decke, Bachmüller.
Ist aber arm und hat im halben Jahr nicht mahlen können. Verheiratet, hat einen 7 jährigen Stiefsohn. Kinder: Anna Hedwig ist 3 ½ Jahr, Henrich Philipp ist ½ Jahr alt. Bei demselben ist noch ein armes 13 jähriges Mädchen.

1689- 1716 ist Christoph Jobst Arendts Amtmann. +Mariensee 5.2.1716. Verheiratet war er mit einer geborenen Mellinger.

Johanna Friderica Charlotte von Molcken, +Mariensee 26.11.1742 nach viertägigen Krankenlager, Tochter des Oberhof- und Jägermeisters, Drost zu Katlenburg und Salzderhelden und der Maria Euphrosine Spertlein von Bartenbach am 6. Dezember 1689 präsentiert als Konventualin.

1690
Ilse Anna Küster ist 1690 Konventualin.

1692
Dorothea von Feuerschütz ist am 1. Mai 1692 Schäfferin im Kloster.

1697
Anno 1697 ist die Hochwürdige und wollgeborne Frauw Maria Elisabeth von Mandelsloh den 1 Julius des Abends zwischen 8 und 9 Uhr an der Roten Ruhr Krankheit sanft und seelig ihm Herrn entschlafen, nachdem sie 33 Jahr ihm geistlichen Stande gelehbet 23 Jahr Domina gewesen dieses Stieffts Marie (nsee). Gott verleihe dem Cörper Eine sanfte Ruhe ihn der Erden am Jüngsten Dage Eine frölige Auferstehung zum Ewigen Leben uns allen eine seelige Machfardt auß dieser Zeitligkeit. Ihres Alters 48 Jahr. (Quelle: KlA Mariensee, Akte 91)

Domina (ab 1717 neue Amtsbezeichnung- Äbtissin) Anna Catharina von Rheden. Amtszeit von 1697- 1721. Sie war die Tochter des Dietrich von Rheden in Gleidingen. Geboren 1646, +Mariensee am 31.10.1721 um 10 Uhr morgens und am 19.11.1721 in der Sakristei begraben

1697
Klosterverwalter wird Johann Kilian Cumme, der 1720 verstarb.

Anna Elisabeth von Steding wird 1697 Konventualin. 1701 lebte sie in Lippstadt und überließ der neuen Konventualin Hupede ihre Wohnung und verschiedene Gegenstände, Holz, Garten. 1703 verließ sie ihre Stelle mit Genehmigung des Kurfürsten zu Gunsten der von Molcken.

1701
Agathe Juliane Hupede. Am 21. März 1701 präsentiert. Nach ihrem Tod erhielt Anna Dorothea von Münchhausen die freigewordene Stelle.

1702
Anna Dorothea von Münchhausen, Tochter des Schatzrates Otto von Münchhausen und Anna Sidonia von Arnstedt, *Schwöbber 31.8.1695, +Schwöbber 14.2.1759, Heirat in Schwöbber 17.5.1715 Johann Friedrich von Münchhausen. Am 3. Oktober 1702 präsentiert als Konventualin auf die durch den Tod der Konventualin Hupede freigewordenen Stelle. Das sie aber das in der Klosterordnung vorgeschriebene Alter nicht hatte, durfte sie sich bis Vollendung des 15. Lebensjahres ausserhalb des Klosters aufhalten, erhielt aber die Kompetenz einer Konventualin. Am 18. Februar 1715 resignierte sie Stelle und Präbende um zu heiraten.

1703
Johanna Henrica Charlotte von Molcken, +Mariensee 21.4.1733, begraben am 25.4.1733, Schwester der Konventualin in Mariensee Johanna Friderica Charlotte von Molcken, zu Lippstadt und Mariensee Chanoinesse. Am 22. Oktober 1703 präsentiert als Konventualin nach dem Ausscheiden der Konventualin Anna Elisabeth von Steding. Sie hielt sich schon vorher im Kloster zur Pflege ihrer älteren und kranken Schwester die an „Mangel an Gesicht“ litt und erhielt deshalb nur ausnahmsweise diese Stelle.

1705
Anna Maria Schultzen, Tochter des Oberamtmannes Heinrich Christoph Schultzen, wird 1705 präsentiert und eingewiesen. 1715 verlässt sie das Kloster um zu heiraten. Ihre Stelle erhielt Maria Agnese von Barrettich, genannt Türck.

1714
Margreta Eleonore Brunck (Brunken), *1680, +Mariensee 2.9.1745 im Alter von 65 Jahren, Vater Oberst Christian Brunck, präsentiert am 28. Juli 1714 als Konventualin (Mademoiselle).

1715
Anna Elisabeth Calatius, Konventualin im Kloster Mariensee stirbt in Mariensee am 23.4.1715 im Alter von 76 Jahren und wird am 1.5.1715 begraben. Ihr Vater war der Konsistorialsekretär Conrad Calatius. Als sie am 25. Mai 1669 ihre Einweisung als Nachfolgerin der verstorbenen Konventualin Margarethe Elisabeth Stisser bekam, lagen erfolglose Proteste des Konvents gegen die erneute Einführung einer Bürgerlichen als Konventualin vor.
1789 befanden sich auch zwei Schwestern der Anna Elisabeth im Kloster Mariensee. Eine Schwester war Sophie Calatius Diese stellte 1703 und dann 1715 unmittelbar nach dem Tode ihrer Schwester den Antrag auf Übernahme als Konventualin. Der Ausgang dieser Angelegenheit, der ja die Versorgung der überlebenden Schwestern betraf, ist nicht bekannt.
Anna Elisabeth Calatius wurde ehrenvoll begraben. Sie erhielt einen großen Grabstein. Irgendwann im Laufe der Zeit wurde der Stein zerschlagen und weggeschafft. Gefunden wurde er Ende des 20. Jahrhunderts im Wald an der Straße nach Basse (in der sogenannten Teufelskuhle), als Fragment, aber noch erkennbar. Er befindet sich heute eingemauert in einer Ziegelmauer am Kloster, mit einigen anderen gefundenen Grabsteinresten.

Anna Margareta von Vietinghoff am 29. Juli 1715 präsentiert als Konventualin auf die durch den Tod der Calatius freigewordenen Stelle. *1690, +Mariensee 1.7.1750 im Alter von 60 Jahren. Ihr Vater war Oberstleutnant.

Elisabeth Eleonore von Hauß (von Haus), älteste Tochter des Lizentkommissars Clauß Adolf von Hauß wird am 11. März 1715 präsentiert auf die durch Heirat freigewordene Stelle der Anna Dorothea von Münchhausen.. 1733 tauschte sie ihre Stelle mit der Konventualin Louise Charlotte von Breidenbach zu Breitenstein und ging in das Kloster Barsinghausen.

Maria Agnese Barrettig (Barrittig, Berretten, Barütich), genannt von Türck, Vater Hanß Carl von Barüttig, genannt von Türck, *1676, +Mariensee 19.4.1754, im Alter von 78 Jahren. Am 8. Juni 1715 präsentiert als Konventualin, nachdem durch die Heirat der Konventualin Anna Maria Schultzen eine Stelle frei geworden war.

1716
In diesem Jahr wird der Titel Äbtissin wieder eingeführt.
Die Klostervorsteherrinnen trugen in katholischer Zeit den Titel Äbtissin; ihnen war zeitweilig eine Priorin zugeordnet. In nachreformatorischer Zeit wurde die Bezeichnung Domina eingeführt und nun im Jahre 1716 war deren Titel wieder Äbtissin. 1873 wurde dieser durch die Bezeichnung Oberin abgelöst und seit 1960 heißen die Leiterinnen der Calenberger Klöster wieder Äbtissinnen.

1717
Von 1717- 1720 ist Johann Chilian Cumme Klosteramtmann. +Mariensee 25.1.1720.

1719
Freiin Albertine Dorothea Louise von Bothmer, Tochter des Generalleutnants Freiherr Friedrich Johann von Bothmer und Justine Sophie von Moltke, *Lauenbrück 6.12.1693, +Bayreuth 15.8.1776, begraben am 19.8.1776. Am 1. Juni 1719 präsentiert als Konventualin. Am 7. September 1723 resignierte sie ihre Stelle um zu heiraten (Hannover Schlosskirche 8.9.1723 Freiherr Eucharius Ferdinand Carl von Künsberg) Sie lebte von 1725 bis 1735 in Thurnau bei Bayreuth, zog 1735 nach Bayreuth, war von 1752 bis 1758 Oberhofmeisterin einer Prinzessin von Sachsen- Weimar und lebte anschließend wieder in Bayreuth.

1720
Brand im Kloster.

Klosterverwalter (Interimsverwalter) wird 1720- 1721 der Amtmann Voigt in Neustadt.

Das ehemalige Klostergut Mariensee wird um 1720 zum Gestüt der hannoverschen Landespferdezucht.

Anna Margarethe Henriette von Uslar war bis zum 12.8.1720 Konventualin in Mariensee und tauschte dann ihre Stelle mit der Konventualin Anna Dorothea von Bellanger und ging in das Kloster Wülfinghausen.

Anna Dorothea Cäcilie von Bellanger, jüngere Schwester der Ilse Leve von Bellanger, *1697, +Mariensee 17.11.1756 im Alter von 59 Jahren und 10 Monaten. Vor dem 12.8.1720 Konventualin im Kloster Wülfinghausen. Sie tauschte ihre Stelle mit der Anne Henriette Margarethe von Uslar, die zum Kloster Wülfinghausen ging.

Ilse Leve von Bellanger, die Tochter von Oberstleutnant im hannoverschen Dienste Pierre de Bellanger und Clara Agnes von Lenthe, *1695, +Mariensee 18.5.1755 im Alter von 59 Jahren und 6 Monaten. Ihr Eintritt in das Kloster erfolgte vor 1722.

1721
Klosterverwalter wird Karl Anton von Hinüber, ab 1723 „Klosteramtmann“ genannt. *Münden 11.12.1694, +Marienwerder 17.9.1760, Heirat in Polle 29.4.1721 Elisabeth Kuken die +Mariensee 15.4.1722. 1727 wurde von Hinüber als Königlich- Kurfürstlicher Amtmann und Klosterverwalter nach Marienwerder versetzt.

Charlotte Eleonore von Sydow lebte als Konventualin vor 1721 im Kloster Walsrode, kam nach dem Tod der Äbtissin von Rehden 1721 als Konventualin nach Mariensee. 1726 verließ sie das Kloster und heiratete den Erbherr auf Zuetzen (Blumenberg, Hinterpommern) von Bredow.

1722
1722- 1754 Äbtissin Dorothea Emerentia Catharina Freiin von Bothmer. *Lauenbrück 6.8.1674, +Mariensee 5.3.1754, begraben in Lauenbrück. „Ist 32 Jahr Abbatissin gewesen sehr rühmlich“.

1723
Göde Sophie Dorothea von Heine, *1677, +Mariensee 29.1.1763 im Alter von 86 Jahren, begraben in Neustadt am 5.2.1763. Am 15. September 1723 präsentiert als Konventualin (Mademoiselle) auf eine durch Heirat der Konventualin Albertine Dorothea Louise von Bothmer frei gewordenen Stelle. Beteiligte sich als Konventualin an der Wahl der neuen Äbtissin am 7. Mai 1754. Zu diesem Zeitpunkt war sie derartig schwerhörig, dass sie nicht persönlich anwesend sein brauchte und ihre Stimme schriftlich abgeben durfte.

1725
4.1.1725. Schreiben des Fiscal Koch in Hannover an das Konsistorium. Der Altariste Philip Prüser aus Basse der „vor einem Jahre von dem Marienseer Closter Bau angefahrenen Holtze und Dielen a 40 bis 50 thlr. wehrt gestohlen, deshalber bey dem Ambte gefangen geseßen, und durch Königl. Justitz Cantzley Untersuchung des Diebstahls conviciret worden: darauf er dan das gestohlene Holtz wieder an das Closter bringen müssen. Über dem wären noch ohnlängst von neuen 17 gestohlene Dielen heraus gekommen, davon Königl. Justitz= Cantzley vielleicht noch nichts wissen würde; so er ebenmäßig wieder liefern müssen, dennoch dem Altar nach wie vor dienete, welches vielen von der Gemeine, insonderheit bey Gebrauch des heiligen Abendmahls ein großes Aergerniß veruhrsachte …“ (Quelle: Eph Neu Basse 1)
Am 19.1.1725 ergeht vom Konsistorium der Befehl, falls sich alle Anschuldigungen als wahr erweisen, er aus seinem Amt ersetzt werden soll.

Im Kirchenbuch Neustadt als Patin am 26. September 1725 erwähnt Canonistin Frl. Johanne von Molinen vom Stift Mariensee.

Dorothea Amalie von Ilten, Vater Geheimrat, am 1. Dezember 1725 als Konventualin präsentiert.

1726
In der Zeit von 1726 bis 1729 entstand die zweigeschossige Klosteranlage, die den mittelalterlichen, im Dreißigjährigen Krieg und durch einen Brand 1720 stark beschädigten Gebäudekomplex ersetzten. Nachdem das Kloster 1542 reformiert und in ein evangelisches Stift umgewandelt worden war, wurden im massiven Neubau dreizehn Stiftsdamenwohnungen eingerichtet, die sich noch heute um den kreuzgangartigen Flur gruppieren. Der mit quadratischen Steinplatten ausgelegte, durch Scheidbögen unterteilte und teilweise von einer schweren Kassettendecke überfangene Gang erschließt noch heute Wohnungen und eine einläufige, geschweifte Treppe, die wie ein Großteil der hölzernen Innenraumausstattungen (Türen, Brüstungen) noch der Ausbauzeit entstammt. Sie führt zur neuen Nonnenempore in der südlichen Langhauswand, die man 1868 als Ersatz für die barocke Empore errichtete und vom ersten Obergeschoss des Konventgebäudes aus betrat.
Zum Kloster gehört der historische Rasengarten des Innenhofes, der zwischen 1729 und 1840, ähnlich der nördlich angrenzenden Fläche als Bestattungsplatz und später kurzfristig als Bleiche diente, obgleich man ihn wohl durchweg zur Zucht von Spalierobst nutzte. Das nach Westen angrenzende Terrain diente hingegen als Gartenland und war, einem Plan um 1740 nach zu folgern, orthogonal gegliedert. Wie allgemein bei den evangelischen Damenstiften üblich, nahmen diese Flächen, spätestens seit der hauseigenen Ordnung von Mai 1718, die Hausgärten der Stiftsdamen auf, die fortan (vermutlich aber bereits auch schon früher) ihre Eigenständigkeit und Selbstversorgung sichern sollten.
Details zur Anlage und Gestaltung dieser Gärten sind nur zu vermuten; sicherlich waren die einheitlich großen Gartenparzellen von Zäunen und Hecken umgrenzt und umfassten Beetflächen, einzelne Obstbäume und Spaliere. (Ziergärten werden in diesen Damengärten vermutlich nicht anzutreffen gewesen sein). Nur der an Größe deutlich übertreffende Äbtissinnengarten östlich der Kirche diente vermutlich der Repräsentation und wird als Ziergarten zu rekonstruieren sein. Zwischen ihm und und den Damengärten im Süden vermittelte der frühere, zur Aufforstung angelegte Eichgarten, den man jedoch schon im 18. Jahrhundert als Blumen- und Gemüsegarten anlegte, heute ist er historisch inspirierten Schulgarten vorbehalten (Paradiesgarten, Duft- und Tastgarten, Apothekengarten, Gartenrekonstruktion nach St. Gallener Idealplan). Obstbaumwiesen, Schafweiden und der frühere Küchengarten, ergänzen die Gartenflächen im weiteren Umfeld des Klosters.
Westlich des Klosters und den Damengärten wird ein lang gezogener, parallel zum Konvent geführter Fachwerktrakt sichtbar, der als Teil des klösterlichen Wirtschaftshofes bis heute Stallungen und Remisen unter seinem Walmdach vereinigt und der schon auf historischen Plänen als „Derer Conventualinnen Holz, Schweine und FederVieh Ställen“ aufgeführt ist. Diese Gebäude waren ursprünglich 1726- 29 errichtet und vermutlich neu aufgebaut um 1900. Ihm ist ein nur wenige Meter südlich gelegenes, ebenfalls eingeschlossenes Fachwerkgebäude unter Walmdach zugeordnet, das einstige Back, Schlacht- und späteres Waschhaus, das als Wachhaus für die angrenzende Bleiche auch am Rand des Bleichplatzes lag. (um 1750).
Ein bauliches Pendant erhebt sich am östlichen Ende des südlichen Konventsflügels. Bei diesem, über einen gedeckten Gang direkt in das Stiftsgebäude in Verbindung stehende Zweckbau handelt es sich um das einstige Abort des Klosters, unter dem früher der Bach floss, der bei Stillegung der Anlage seitlich versetzt wurde.

Beim Neubau des Konvents wurde auch die gotische Sakristei abgebrochen und einige bauliche Veränderungen in der Kirche vorgenommen, die heute noch die Gestalt des Innenraumes bestimmen. Dazu gehörte u.a. die Schließung des Westfensters, sowie einiger Lanzettfenster in den Mitteljochen der Süd- und Nordwand, so dass der geschlossene Raumeindruck der hohen eingewölbten (Domikalgewölbe) Hallenkirche zusätzliche Steigerung erfuhr.

In den Jahren 1726 bis 1729 wurde das Kloster für 12 separate Konventualinnenwohnungen neu errichtet. Jeder Wohnung ist von Anfang an ein eigener Garten mit direktem Zugang zugeordnet worden. (die 13. Wohnung, die der Äbtissin, hatte ihren Garten zur Repräsentation und war deshalb wesentlich größer) Die Konventualinnen haben Kräuter, Gemüse und Obst für den eigenen Bedarf angebaut, im angrenzenden Eichgarten wurde mit Mägden weiteres Erntegut angebaut, das im eigenen Haushalt verwertet wurde. Nach dem 1. Weltkrieg mussten die Konventualinnen ohne Unterstützung von Personal die gärtnerischen Tätigkeiten verrichten. Der Bezug preisgünstiger Lebensmittel stellte den Anspruch der Selbstversorgung ebenso in Frage wie das zunehmende Eintrittsalter der Konventualinnen, das Gartenarbeit weitgehend ausschloss.

Die Klosteranlage war ein Areal von beachtlicher Größe. Außerhalb des viereckigen Gebäudekomplexes lagen zwei Fischteiche, eine Viehtränke, der Erholungsgarten für die Klosterfrauen, die Bleiche für die Wäsche, des Amtmanns Küchengarten, der Pastoren Küchengarten, Pfarrhaus und Pfarrgarten, sowie die Wirtschaftsgebäude. Unter anderem gab es ein Back-, ein Schlacht- und ein Waschhaus, Ställe für Schweine, Federvieh und Pferde und diverse Holzschuppen. Außerdem gibt es in Mariensee eine kulturhistorische bedeutsame kleine Fachwerkanlage. Sie steht heute noch, ein weißverputztes Fachwerkhäuschen. Hinter seinen Mauern befand sich einst der Klosterabort. Er ist durch einen gedeckten Gang mit dem Konventkomplex verbunden und hatte 14 „Abortbrillen“ in kleinen abgeteilten Zellen. Außerdem gab es drei zweisitzige Gesindeaborte. Unter der ganzen Anlage floss einst der Klosterbach hindurch.

Louise Charitas von Bothe am 26. März 1726 als Konventualin präsentiert.

1727
Am 25.2.1727 Einführung des Klosteramtmannes Georg Heinrich Engelbrecht.

Konventualin Ahrendts. Angeblich +Mariensee, angeblich begraben Neustadt 8.12.1727. Im KB Neustadt keine Angaben.

1731
Klosterverwalter wird Amtmann Georg Ludwig Engelbrecht.

1732
Dorothea Sophie von Merrettich (Marrettich), +nicht Mariensee 1758. 8. September 1732 präsentiert als Konventualin auf die durch den Tod der Konventualin Dorothea Amalia von Ilten freigewordene Stelle. 1750 eingeführt. Inhaberin der 13. Stelle bis zu ihrem Tode.

1733
Catharina Elisabeth von Stoltzenberg, +Walsrode 31.5.1754, beerdigt ebenda. Wird 1733 als Konventualin präsentiert. 1754 bei der Wahl der neuen Äbtissin Gräfin von Bernstorff am 7. Mai, liegt sie an der Schwindsucht schwer danieder und kann ihre Stimme zur Wahl nur schriftlich abgeben.

1734
Dem Königlichen Consistorial befehl gemäß vom 15ten Februarii 1734 betreffend das corpus bonorum zu Mariensee melden wir in Unterthänigkeit: (Auszüge)
Die Kirche hat keine Legata, die alten Documenta und Fundationsbriefe befinden sich in der Kloster Kammer in Hannover.
Hiesiges Kloster hat das patronat über diese Kloster Kirche und hat einen fundations Brief de Ao 1215, dabey zu melden daß vor einigen Jahren mir von der Königl. geheimbten Kloster Cammer injugiret alle die alten Documenta abzuschreiben, und copien davon in die geh. Kloster Kammer zu übersenden, welches auch geschehen. Da derselben aber 300 stüke gewesen nachhero aber hat Königl. Kloster Cammer alle diese Brieffe in originali nach Hannover bringen laßen.
Es sind hier zwey Kirch Höffe. Der eine im Kloster darauf die Conventualinnen und die so in des Klosters Diensten stehen begraben werden. Der andere bey der Kloster Kirche, darauf die von Mariensee, Empede und Wulfelade begraben werden, und ist nicht räumlich genug, kann aber auch nicht woll räumlicher gemacht werden. Es werden aber die Begräbnissen auf dem Kirchhoffen nicht verkaufet, und ist der Kloster Kirchhoff umbher mit einer Mauer, der andere mit einer Planke umbgeben, so die Dorffer selbst halten. (Quelle: Eph Neu Mariensee 5)

1737
Aufstellung eines neuen Kanzelaltars. Nach einer Zeichnung von 1844 (Original im Archiv der Klosterkammer durch Kriegseinwirkung verloren, Reproduktionen vorhanden) hatte er Säulenarchitektur mit Verkröpfungen und Orgelaufsatz, sowie zwei seitliche Schranken mit Durchgang. Meister unbekannt. 1868 beseitigt.

Neue Klosterordnung. Das Eintrittmindestalter in das Kloster wird auf 19 Jahre heraufgesetzt. Über die Aufnahmebedingungen heißt es in der Klosterordnung von 1737 … sollen die Konventualinnen ehelich geboren, von gewissermaßen angesehenen Stande sein, mithin ganz gemeiner Leute Kinder darin nicht aufgenommen werden sollen. Aufgenommen wurden vielmehr evangelische, unverheiratete, vaterlose Töchter von um Staat oder Land wohlverdienten Männern.

Ohne Datum (vmtl. 1739)
Belegung der Wohnungen: Äbtissin Frau von Bothmer, Fräulein von Vitinghoff Junior, Fräulein von Belanger Senior, Fräulein von Vitinghoff Senior, Fräulein von Türck Barrchtig genannt, Fräulein von Mengersen, Fräulein von Belanger Junior, Fräulein von Stoltzenberg, Fräulein von Marretigen, Fräulein von Heinen, Fräulein von Bernstorff, Fräulein von Breitenbach, Fräulein von Kniggen. (Quelle: Plan der Konventualinnenwohnungen Nds Hst A Hann 94 Spez Mappe 304)

1740
Hans Christian Luessenhop, gewesener Kloster Küster zu Mariensee. (Quelle: KB Neu +1740, sein Sohn Hans Christian Ludwig)

1743
Madalene Vennemann ist am 9. Januar 1743 Kammermädchen bei der Äbtissin von Bothmer.

Sophia Dorothea von Knigge, Vater Landrat, Mutter Anna Juliane von Hattorf. 17. Oktober 1743 präsentiert als Konventualin. 1767 resignierte sie ihre Stelle zwecks Heirat.

1745
Am 20. September 1745 präsentiert als Konventualin auf die der verstorbenen Margareta Eleonore Brunck freigewordenen Stelle, 1747 eingeführt, wurde Marie Sophie von Vietingshoff. *1685, +Mariensee 1.10.1763, 76jährig. Kurz vor ihren Tod war sie rechtsseitig gelähmt.

1750
In diesem Jahr erfolgte die Einrichtung einer 13. Klosterstelle. 12 geistliche, die 13. war eine weltliche und war nicht aufrückungsfähig.

Johanna Louise von Goldacker, Vater Capitain, *1720, +Mariensee 4.10.1791, im Alter von 71 Jahren. Am 7. Juli 1750 präsentiert als Konventualin auf eine durch den Tod der Konventualin Anna Margarethe von Vietinghoff freigewordenen Stelle, bis 1751 eingeführt.

1754
Brief des Konvents an den Superintendenten in Neustadt. „Mariensee den 5ten Aprill 1754. Hochwürdiger Herr, Hochgeehrter Herr Superintendent. Weil durch daß Absterben unserer Seel. Frau abbatissin von Bothmer, die hiesige Vacance des Organisten und Schull Bedienten Firnhaber bißher noch nicht hat wieder besetzt können werden, es dennoch die Umstände erfordern, daß man nicht biß zur Wahl einer neuen abbatissin hat warten können,
So haben wir Anwesende Conventuallinen überbringer dieses, nehmlich Heinrich Christian Mantels, an der stelle des Verstorbenen erwählet, sein guht geführtes Leben und Wandel, auch viehl Jährige Treuen Dienste, davon sowohl der Herr Hoff Medicus Ebell, als auch andere in Hannover, ihm ein vollkommenes gutes Zeügnis geben, hat uns dazu bewogen,
Wir ersuchen also Ew. Hoch Ehrwürden, gantz dienstlich, so guht zu sein, und so balt wie möglich daß jenige zu besorgen, waß nun ferner hiebey erfordert wird,
Versichere übrigens, daß wir mit viehler Consideration verbleiben Ew. HochEhrwürden
Ergebene Dienerinnen
A M de vieting hof (vmtl. Frl. von Vittingshof)
und ihm Namen (der) ganzen ver samelung (Quelle: Eph Neu Mariensee)

Äbtissin von 1754- 1763 ist Eleonore Marie Gräfin von Bernstorff. Gewählt zur Äbtissin am 7. Mai 1754. *Rüting 5.6.1687, +Mariensee 7.5.1763 Abends 21 Uhr. Tochter von Graf Joachim Ernst von Bernstorff.
Anläßlich ihres Todes schrieb der Neffe Andreas Gottlieb der Jüngere, Graf von Bernstorff in Gartow: „Am 7. Mai 1763 verstarb meines seligen Vaters älteste Halbschwester Eleonore Marie von Bernstorff, Abbatissin von Mariensee im 76 Jahre ihres Alters. Sie stand ihrem Kloster sehr wohl vor und vertheidigte dessen Jura. Ihr humeur und Umgang war nicht immer gleich angenehm und gefällig, sonst war sie vernünftig und tugendhaft, propre, ordentlich, eine gute Haushälterin ohne Geiz, maß ihre Ausgaben nach ihrer Einnahme ab und war in Allem wohl eingerichtet. Sie war viele Jahre vor ihrem Ende äußerst schwächlich, und zuletzt konnte man weder ihre Sprache verstehen, noch ihre Schrift lesen, blieb aber bis an das Ende bei vollem Verstande, Gesicht und Gehör“.

Charlotte Justine von Behr, Tochter eines Obersten. Am 27. April 1754 als Konventualin präsentiert. Heiratete Mariensee 3.12.1758 Georg Ludewig von Dachenhausen, Oberstleutnant im von Hodenbergschen Kavallerie Regiment.

Gräfin Anna Klara Louise von Kielmannsegg, Vater Oberst, am 17. Mai 1754 präsentiert als Konventualin, heiratet 1760.

1755
Elisabeth Louise von Hodenberg, Vater Oberst, *1735, +1798. Am 31. Mai 1755 als Konventualin präsentiert auf die durch den Tod der Konventualin Ilse Leve von Bellanger freigewordene Stelle, am 9. August 1763 eingeführt. Sie verließ die Stelle 1766 um einen von Meltzing zu heiraten.

1757
Die Franzosen besetzten das Kurfürstentum Hannover. Bei Liethe entstand ein großes Heerlager wo sich die Streitkräfte der Franzosen sich sammelten, um dann Mitte August 1757 die Eroberung fortzusetzen. Auch in Mariensee gab es französische Einquartierung. Das Damenstift war für kurze Zeit das Hauptquartier des Herzogs von Richelieu. Am 23. August versuchte der Geheime Rat Graf von Hardenberg, als Unterhändler des Kurfürstentums von dem französischen Heerführer einen Waffenstillstand zu erreichen. Die Verhandlungen fanden im Stift statt, blieben jedoch erfolglos.

1758
Justine Henriette de la Forêts (von la Forêts, von la Laforest, Forêt, Foret) erhielt am 1. Oktober die durch den Tod der Konventualin Anna Dorothea Cäcilie von Bellanger freigewordene Stelle. Ihr Vater war Oberstleutnant.
Ihre Schwester Carolina Justina de la Forêt, *1734, +Mariensee 18.4.1791 57jährig, lebte bei ihr im Kloster.

Juliane Elisabeth Lucia von Post, Vater Oberhauptmann zu Bedenbostel, *~ Bedenbostel 16.5.1735, gestorben nicht in Mariensee und vor dem 29.3.1781. Am 13. Mai 1758 präsentiert als Konventualin auf die durch den Tod der Konventualin von Merrettich freigewordenen Stelle. Sie war vorher in Wunstorf, später Äbtissin in Bassum.

1759
Klosterverwalter wird der Amtschreiber bei der Burgvogtei Celle, Kaspar Meister.

1761
Louise Charlotte Langwerth von Simmern am 5. Januar 1761 präsentiert auf die durch Heirat freigewordene Stelle der Gräfin von Kielmannsegg und am 9. August 1763 eingeführt. Verläßt 1780 ihre Stelle um zu heiraten.

1763
Äbtissin von 1763- 1788 ist Maria Dorothea Louise Charlotte von Breitenbach. (Breidenstein, Breidenbach Breidenstein) *29.12.1704, +Mariensee 17.3.1788.

Mademoiselle Dorothea Hedwig Werlhoff, *Hannover 6.4.1736, Vater war Hofrat, Leibmedicus. Erhielt die durch den Tod der Konventualin Göde Sophie Dorothea von Heine freigewordene Stelle, am 9. August 1763 eingeführt.

Chistiane Renate Auguste von Spröcken, Tochter eines Drosten zu Harburg, am 19. Oktober 1763 präsentiert als Konventualin auf die Stelle der verstorbenen Konventualin Marie Sophie von Vietinghoff. Verheiratet sich 1777.

Marie Johanna (Marie Juliane) Hartmann, *1762, +Mariensee 26.11.1789 im Alter von 63 Jahren und 10 Monaten, Vater Hof- und Kanzleirat, 6. Februar 1763 präsentiert und am 1. Oktober 1788 als Konventualin verpflichtet und eingeführt.

Charlotte Antoinette von Schliestedt, Vater Geheimrat in Wolfenbüttel, 1763 eingeführt, wird noch 1764 als Konventualin erwähnt.

1765
Sophie Dorothea von Stoltzenberg wohnt 1765 im Kloster, ist aber keine Konventualin.

1767
Philippine Louise Neuburg, Tochter eines Oberkommissarius, *1725, +Mariensee 9.12.1767, im Alter von 42 Jahren und 11 Monaten. Am 25. September 1767 präsentiert als Konventualin (Demoiselle) auf eine durch Heirat der Konventualin Sophia Dorothea von Knigge freigewordenen Stelle.

1768
Dorothea Elisabeth Albertine von Hodenberg, Vater Generalleutnant der Kavallerie, *1748, +nicht Mariensee 1809. Am 11. Februar präsentiert als Konventualin auf eine durch den Tod der Konventualin Philippine Louise Neuburg freigewordene Stelle. 1770 resignierte sie die Stelle um einen von Kerssenbrock zu heiraten.

1770
Friederike Magdalene Regine Jerusalem, +1786. Am 7. August 1770 präsentiert als Konventualin auf eine durch die Heirat der Konventualin Dorothea Elisabeth Albertine von Hodenberg freigewordenen Stelle. Am 21. Februar 1771 ging die Jerusalem im Tausch mit der Konventualin Sophie Henriette von Bülow in das Kloster Wülfinghausen.

1771
Magdalene Louise Sophie Henriette von Bülow, *1727, +Mariensee 4.1.1786 im Alter von 58 Jahren und 4 Monate. War vor 1771 Konventualin im Kloster Wülfinghausen und kam am 21. Januar 1771 als Konventualin in das Kloster Mariensee im Tausch mit F. M. R. Jerusalem.

1779
Kanonisse Frl. von Bülow. (Quelle KB Neu, Patin)

1781
Juliane Melusine Gräfin von Platen- Hallermund, Tochter des Generalerbpostmeisters Georg Ludwig Graf von Platen Hallermund und der Sabine Hedwig von Steuben, *April 1733 +1802/ 1804 am 29. März 1781 präsentiert auf die durch den Tod der Konventualin von Post freigewordene Stelle.

1787
Klosterverwalter wird am 14. Mai 1787 der Amtmann Christian Eberhard Schuster, *Uslar 5.3.1743 , +Mariensee 11.7.1821 im Alter von 77 Jahren (Grabstein im Innenhof des Klosters), 1821 als Oberamtmann erwähnt. War verheiratet mit Dorothea Elisabeth Mahlsen, +Mariensee 21.8.1792.

1788
Von 1788- 1803 ist Äbtissin Friederike (Anna Friederica) von Mengersen. *29.12.1721, +Mariensee 4.11.1803.

Am 1. Oktober 1788 wird Sophie Wilhelmine Bacmeister, Tochter des Johann Christian Bacmeister, Hof- und Kanzleirat in Hannover, Oberappelationsrat und der Sophie Charlotte von Stilcker, als Konventualin eingeführt. *Celle 7.10.1743, +Mariensee 12.4.1791.

Helene Charlotte Sophie Sara von Ulmenstein am 1. Oktober 1788 verpflichtet und eingeführt als Konventualin. Verließ 1795 das Kloster um 1796 zu heiraten.

Anna Elisabeth von Storre, *1745, +Mariensee 27.7.1808, 63 jährig. Sie kam auf die durch die Heirat der Konventualin von Hodenberg freigewordene Stelle. Am 1. Oktober 1788 verpflichtet und eingeführt.

Ehrengart Auguste Charlotte von Schlutter, am 1. Oktober 1788 verpflichtet und eingeführt. War bis mindestens 1803 Konventualin im Kloster.

Luise Sophie Caroline von Plato. Am 24. Oktober 1788 als Konventualin präsentiert. Hielt sich 1803 und 1806, sowie 1814 /15 längere Zeit ausserhalb des Klosters auf. Stammte aus uraltem Geschlecht. 1825 letztmalig als Konventualin erwähnt.

1789
Angeblich: Louise Dorothea Christine Margarethe von Alten war Konventualin im Kloster Wennigsen und soll am 6. Februar 1789 nach Mariensee als Konventualin gekommen sein. Sie tauschte mit der Konventualin Gräfin Amalia Friederike Henriette Taube, die in das Kloster Wennigsen ging. 1797 verließ sie Mariensee um am 12.5.1797 zu heiraten. Gräfin Taube hatte ihre Stelle in Mariensee nach dem Tod der Konventualin Hartmann bekommen.

Konventualinnen im Kloster:
von Goldacker
von Druchtleben
von la Forest
von Schleppegrell
von Bacmeister
von Werlhoff
von Horn
von Schlüter
von Ulmenstein
1791
Sophie Eleonore von Arentschild am 12 Dezember 1791 auf die durch das Absterben der Konventualin von Goldacker frei gewordene Stelle eingesetzt. 1797 ausgetreten und hat geheiratet einen Mann namensWolbrech.

Henriette Wilhelmine Prott am 18. Mai 1791 präsentiert als Konventualin auf die durch den Tod der Konventualin Bacmeister frei gewordenen Stelle. Sie verließ die Stelle wieder um vor 1793 zu heiraten.

1793
Personal im Kloster:
Äbtissin von Mengersen
Konventualin von Druchtleben
Konventualin von Laforest mit Schwester
Konventualin von Werlhof
Konventualin von Nosse mit Schwester
Konventualin von Schlutter
Konventualin von Ulmenstein
Konventualin von Schlepegrell
Klosterküsterin

1794
Antoinette Dorothea Justine von Voigt (die Ältere) wird 1794 als Konventualin erwähnt. *20.3.1767, +Mariensee 15.5.1824, 57jährig. Sie war die Tochter von Jobst Adolf von Voigt, Direktor der Justizkanzlei in Celle, Vizepräsident am Oberappellationsgericht. Die älteste Tochter der Eltern, Dorothee Louise von Voigt, war von 1816- 1820 Äbtissin des Klosters Wienhausen.
Nach dem Tode der Äbtissin von Druchtleben am 20.5.1814 erhielt sie bei der Wahl einer neuen Äbtissin am 31.8.1814 von den anwesenden 9 Konventualinnen 6 Stimmen.
von Schleppegrell
Chappuzeau
von Pufendorf
von Berger
von Ulmenstein
von Hinüber
3 entschieden sich für von Schleppegrell und zwar:
von Voigt (die Ältere)
von Voigt (die Jüngere)
von Mutio
Damit wäre Antoinette Dorothea Justine von Voigt zur neuen Äbtissin gewählt worden. Der die Wahl leitende Oberapellationsrat von Stralenheim sah keine Möglichkeit diese Wahl anzuerkennen, da sie nicht altadlig war. Die Klosterordnung § 4 Kapitel II ließ ihm trotz der hohen Verdienste ihres Vaters mit 50 Jahren Staatsdienst keine andere Wahl. Die Gewählte nahm deshalb auch die Wahl notgedrungen nicht an. Bei der neu angesetzten Wahl am 14. Oktober 1814 wurde dann die Konventualin von Schleppegrell als Äbtissin gewählt.

Antoinette Dorothea Justine von Vogt (die Ältere), hatte eine Schwester Henriette Marie Adolphine von Voigt, die ebenfalls im Kloster als Konventualin lebte und 1841 letztmalig als Konventualin erwähnt wird.

1796
Beschwerde der Äbtissin von Mengersen wegen der Veränderung des Klosterstuhles in der Kirche zu Basse, über die das Kloster des Patronat hat: (Auszug Brief an Superintendent Grupen und den Drosten von Stietencron in Neustadt) … „daß es höchste Nothwendigkeit ist die Basser Kirchen= Register in rechte Ordnung und zur gehörigen Unterschrift zu bringen. Ich bitte daher fordersamst solche Rechnung von sämmtlich von dem Jahr 1789 bis 1795 als von 7 Jahren anhero zu übersenden. Ferner habe ich bei meiner letzten Anwesenheit in Basse befunden, daß unser Kloster= Stuhl in der Kirche losgebrochen, und weiter hingerückt worden, wodurch der Kaspel= Voigt seinen Kirchen= Stuhl sehr erweitert, und unser Kirchen= Stand in eine nicht so vortheilhafte Stellung gebracht, auch überhaupt sind viele unnöthige Veränderungen in der Kirche zu Basse gemacht, ohne unserer, des Convents Vorwissen und Einwilligung. Auch besonders haben wir in Erfahrung gebracht, daß der alte Beichtstuhl zum öffentlichen Verkauf soll aufgestellet sein. Da nun so wenig der neue Prediger als die ganze Gemeine mit dieser Veränderung zufrieden sein kann und wird; so protestieren wir als Patroni der Kirche zu Basse gegen diese ganze Veränderung und verlangen ausdrücklich, daß alles wieder in den vorigen Stand gesetzt werde und verbleiben solle. Mariensee d 6ten Aprill 1796. AF von Mengersen Abbatissin und das gantze Convent“. (Quelle: Eph Neu Basse 1)

Elisabeth Beate Ribow, Tochter eines Konsistorialrates in Hannover wird am 20. Juni 1796 als Konventualin präsentiert auf eine durch die Konventualin Henriette de la Foret freigewordene Stelle.

Anna Caroline Ludomille von Mutio, Tochter des Generalmajors Johann Friedrich von Mutio und Magdalene Ludomille von Zandre, *Stade 22.8.1755, +Mariensee 24.6.1833, 9. April 1796 präsentiert als Konventualin, am 31. August 1814 verpflichtet und eingeführt..

1797
Nach der Auflösung des Gemeindefriedhofes 1797 nördlich der Kirche wird der Vorplatz zum Kloster heute (2009) durch eine alte Eiche akzentuiert.

16. März 1797 präsentiert als Konventualin: Charlotte Eleonore Elisabeth Chappuzeau, Tochter des Generalsuperintendenten von Grubenhagen und Abt zu Loccum Christoph Hinrich Chappuzeau und der Sophie Johanette Floto, *Hannover 22.8.1765, +Mariensee 27.1.1838.

Sophie Charlotte von Quernheim, Vater Major, wird am 12. Mai 1797 präsentiert als Konventualin auf die durch Heirat der Konventualin Louise Dorothea Christine Margarethe von Alten freigewordene Stelle, die sie am 30.9.1803 wegen Heirat wieder verlässt. Ihre Stelle wird erst 1805 wieder besetzt.

1799
Sara Sophie Charlotte von Berger, Tochter des Justizrates in Celle Gottfried Otto von Berger und Sara Louise Katharine von Ramdohr, *Celle 17.12.1764, +Mariensee 25.11.1849. Am 16. Oktober 1799 präsentiert als Konventualin.

1804
Henriette Anne Dorothee Louise Melusine von Hedemann, Vater Oberstleutnant und Ritterschaftsdeputierter, *1788, 4. April 1804 präsentiert als Konventualin nach nunmehr vollendeten 16. Lebensjahre, am 1. Mai 1804 eingeführt, 1824 letztmalig erwähnt.

1805
Laura Louise Emilie Heyne, Vater Geheimer Justizrat in Göttingen, +1852 wurde am 26. September als Konventualin präsentiert. 1851 als Konventualin letztmalig genannt.

1806
Von 1806- 1814 ist Äbtissin Margarethe Sophie Amalie von Druchtleben, Tochter des Generalleutnants und Kommandanten in Göttingen Johann August von Druchtleben, *1728, +Mariensee 20.5.1814 im Alter von 86 Jahren. Amtmann Schuster beschreibt sie am 14. Oktober 1814: Sie war eine äußerst gutmütige und brave, aber von allen Fähigkeiten entblößte Frau, die von der tatkräftigen Konventualin von Voigt (der Älteren), während ihrer Amtszeit unterstützt worden ist.

Am 10 Februar 1806 verpflichtet und eingeführt als Konventualin Henriette Amalie Ernestine Catharine von Ulmenstein, *Celle 8.2.1770, +Mariensee 4.3.1840. Sie war die Tochter des Oberapellationsrates in Celle Anton von Ulmenstein und der Sophie Sara von Berger.
Die Mutter, Sophie Sara von Ulmenstein, geborene von Berger hat als Witwe bei ihrer Tochter im Kloster Mariensee gelebt. Sie starb dort am 29.12.1819 im Alter von 72 Jahren.

Wilhelmine Louise Eleonore von Pufendorf, Tochter des Generalmajors Georg Siegmund von Puffendorf und der Sophie Louise von Düring, *Hameln 15.4.1766, +Mariensee 2.11.1827, am 8. Februar 1799 als Konventualin präsentiert und am 10. Februar 1806 verpflichtet und eingeführt.

1810
Der Konvent:
Äbtissin von Drachtleben
Frl. von Schleppegrell
Frl. von Plate
Frl. Voigt, senior
Frl. Mution
Demoiselle Chappuzeau
Frl. von Pufendorf
Frl. von Voigt, junior
Demoiselle Heyne
Frl. von Ulmenstein
Frl. von Hinüber
Frl. Hedemann

1814
Äbtissin Sophie Louise (Johanette) von Schleppegrell. 1814- 1845. *Buchholz bei Visselhövede 13.12.1751, +Mariensee 30.4.1845, Morgens 6 Uhr. Nach ihrem Tode gab es im Kloster keine Konventualin mehr aus uraltem Adel. Als der Konvent aus seiner Mitte nun die aus einfachen Adel stammende Amalie von Hinüber favorisierte, führte es zu Protesten in der Ritterschaft. Der König entschied, dass nur uralter Adel zur Äbtissin gewählt werden könne. Daraufhin wurde die aus dem Kloster Barsinghausen stammende Louise von Ilten am 5.8.1845 zur neuen Äbtissin in Mariensee gewählt.

13. Dezember 1814 als Konventualin präsentiert: Henriette Catharina Eleonore Cordemann, die Tochter des Landrentmeisters und Commissair in Nienburg Anton Cordemann und Dorothea Elisabeth Thilo. +Mariensee 21.1.1863 im Alter von 86 Jahren und 6 Monaten.

1821
Von 1821 bis 1834 erfolgt die interimistische Klosterverwaltung durch den Amtsassessor Georg August Friedrich Jacobshagen in Neustadt.

1822
Amtmann ist Major Schuster

1823
Hedwig Lodemann wird Konventualin, Nennung noch 1826. Dann wird die Ernennung zurückgezogen.

1824
Dorothea Friederike Albertina, Tochter des Amtmannes Konrad Friedrich Wiering und der Dorothea Magdalene Cropp, *Diepholz 6.1.1785, +Mariensee 5.9.1852. Präsentiert am 21. Juni 1824 als Konventualin.
Ihre Schwester, Dorothea Eleonore Wiering, war keine Konventualin, lebte aber bei ihr im Kloster und +Mariensee 24.8.1844.

1826
Henriette Caroline Adolphine Reinbold, Vater Oberamtmann zu Mariengarten, *1810, +Prenzlau 23.10.1879, begraben ebenda am 26.10.1879. Sie wurde am 8. September 1826 als Konventualin für die 13. Stelle.

Georgine Charlotte Mathilde Giesewell, Vater Kammerfourier, am 19. Januar 1826 präsentiert als Konventualin. Letztmalig erwähnt 1849.

1828
Emilie Georgine Auguste Dorothee Nieper, Tochter eines Landdrosten zu Hildesheim am 7. Februar präsentiert als Konventualin, 1833 letztmalig erwähnt. Starb nicht in Mariensee.

1833
Am 3. März 1833 Ida Arenhold als Konventualin prädentiert und vermutlich 1835. eingeführt. Letztmalige Erwähnung 1863. Vater war der Geheime Kanzleirat Arenhold in Hannover.

Christine Albertine von Saffe, die Tochter des Generalmajors Ernst Joachim von Saffe und Caroline Elisabeth von Scharnhorst, *1780, +Mariensee 22.9.1863 im Alter von 83 Jahren und 1 Monat wurde am 22. April 1833 als Konventualin präsentiert.

1834
Die Klosterverwaltung erfolgt durch den Amtsassessor und Landesökonomierat von Schulzen, ihm folgt 1836 der Amtsassessor von Bothmer in Neustadt, 1844 Amtsassessor Aug. Fr. Alb. von Bothmer.

1838
Cecilie Henriette von Hinüber, Tochter des General- Wegebau- Intendanten, Postdirektor, Hofrat, Gerhard Anton Ludwig von Hinüber und Juliane Sophie von der Decken, *17.10.1788, +Mariensee 14.3.1860. Am 26. März 1838 präsentiert als Konventualin. Sie war eine Schwester der Äbtissin Amalie Justine von Hinüber. Eine weitere Schwester dieser beiden war Sophie Dorothee Charlotte von Hinüber, *Marienwerder 10.3.1791, +Mariensee 15.12.1863. Sie war Konventualin im Kloster Walsrode und lebte eine Zeitlang bei ihrer Schwester Cecilie im Kloster Mariensee, wo sie auch starb.

1840
Sara Claire Dorothee Reinbold, Vater Oberappellationsrat in Celle am 16. März 1840 präsentiert als Konventualin.. Letztmalig 1863 als Konventualin genannt.

1841
Louise Catharine Bodemann, Tochter eines Leibmedicus und Obermedizinalrates in Hannover wird am 21. August 1841 präsentiert als Konventualin. Ob eingeführt ist ungewiß.

Luise Catharine Elisabeth Lodemann 1841 Konventualin, 1867 letztmalig erwähnt als Konventualin.

1844
Konventualin Dorothea Eleonore Wiering, *Langenhagen 25.4.1771, +Mariensee 24.8.1844.

1845
Äbtissin Louise Marie Henriette von Ilten. 1845- 1847. Am 5. August 1845 zur Äbtissin gewählt und am 3. September eingeführt. *7.2.1800, +29.4.1847.
1845 gibt die Oberin von Ilten die „Gesetze für die Näh- und Strickschule im Kloster Mariensee“ heraus.

Klosterverwalter von 1845 bis 1878 wird der Amtsassessor und spätere Amtmann (1853), Amtshauptmann (1870), Geheimer Regierungsrat (1874) Georg Ludwig Theodor Ribbentrop in Neustadt.
Sohn von August Wilhelm Carl Georg Ribbentrop Steuerdirektor und Hofrat und Sophie Johanne Eleonore Ewert.
Georg Ludwig Theodor Ribbentrop *1803, +Neustadt 23.5.1878, 75 jährig, hat in Jühnde 1839 Wilhelmine Charlotte (genannt Nenny) Petri Palmedo geheiratet, die *auf einem Admiralsschiff der Königlichen Britischen Marine im Mittelmeer am 16.11.1813., +nach 1878. Ihre Eltern waren Adolph Petri- Palmedo und die Freiin Charlotte Grote. Wilhelmine Charlotte war in erster Ehe mit dem Bruder des 2. Ehemannes Erich Ribbentrop, *1799, +vermutlich Göttingen 1837, Assesor am Patrimonialgericht Göttingen verheiratet gewesen.
Georg Ludwig Theodor Ribbentrop war letzter Funktionsinhaber als kommissarischer Klosteramtmann in Mariensee. Nach seinem Tode am 23. Mai 1878 in Neustadt wurde die Stelle mit Wirkung vom 6. September 1878 aufgehoben. Die Geschäfte werden seitdem von der Klosterkammer in Hannover wahrgenommen.

1847
Von April 1847 bis März 1848 ist die Äbtissinnenstelle vakant.

1848
Äbtissin Amalie Justine von Hinüber. 1848 - 1868. *20.9.1787, +Mariensee 26.3.1868, beerdigt in Mariensee am 31.3.1868.
Sie war die Tochter des Gerhard Anton von Hinüber, General- Wegebau- Intendant, Postdirektor, Hofrat und der Juliane Sophie von der Decken.

Friederike Marie de Vaux, Tochter des hannoverschen Majors Alexander Ludolph de Vaux und der Regine Ernestine Eberhardine Suerlandt, *1807, +Mariensee 19.4.1862 im Alter von 56 Jahren und 4 Monaten wurde 1848 oder 1849 als Konventualin eingeführt.

1852
Maria Antonia Friederike Lichtenberg, Tochter eines Generaldirektors am 28. September 1852 als Konventualin präsentiert.

Louise Caroline Hoppenstedt, Vater Geheimer Kabinettsrat in Hannover, am 29. März 1852 präsentiert, 1854 letztmalig erwähnt.

1855
Henriette Meyer, Tochter des Oberamtmannes Georg Meyer und Charlotte, geborene Meyer. *1795, +Mariensee 19.6.1875 im Alter von 79 Jahren und 7 Monaten. Am 1. Februar 1855 als Konventualin präsentiert.

1862
Amalie Julie Charlotte Wilhelmine Ubbelohde, Vater Oberfinanzrat in Hannover, Mutter Caroline Brauns, *Hannover 2.7.1830, +Mariensee 23.8.1906, am 3. Juli 1862 als Konventualin eingeführt.

1863
Legat der Chanoinesse von Saffe. (Quelle: Eph Neu Mariensee Fasz 5)

Luise Eichhorn am 28. Oktober 1863 als Konventualin eingeführt. Begraben in Mariensee am 26.1.1876. Sie war 59 Jahre und 10 Monate alt.

Louise Lede Franziska Öhlrich (Ohlrich), Tochter eines Landdrosten, wird am 28. Oktober 1863 als Konventualin eingeführt. Die Stelle verließ sie nach 1870(?) um zu heiraten.

Julie Johanne Dorothea Hartmann, Vater Oberstleutnant, *12.2.1820, +Mariensee 12.11.1897. Am 6. Februar 1863 als Konventualin präsentiert.

1864
Schenkung der Äbtissin von Hinüber. (Quelle: Eph Neu Mariensee Fasz 5)

Sophie Meyer am 25. September 1864 als Konventualin eingeführt, letztmalig 1901 erwähnt.

1867
1867- 1868 erfolgte eine Restaurierung der Klosterkirche unter dem Landbaumeister Steffen und durch den Konsistorialbaumeister Conrad Wilhelm Hase, sowie den Architekten Wilhelm Meßwarb.
Bei der Restaurierung der Kirche, fand man unter der obersten Farbschicht noch weitere farbige Schichten. Es ist zu vermuten dass früher einmal der Kirchenraum mit Wandmalereien ausgestattet war. Am westlichen Ende der Nordwand befanden sich Malereien die vermutlich aus dem 15. Jahrhundert stammten und die Ausgießung des Heiligen Geistes darstellten. Alle Malereien wurden übertüncht.
Die Nonnenempore auf der Westseite liegend wurde abgebaut und an dieser Stelle eine Orgel errichtet. Die Damenempore verlegte man auf die Südseite.
Die Priechen unter der ehemaligen Damenempore wurden 1868 beseitigt.
Die barocke Orgel, die sich ab 1737 über dem Kanzelaltar befand, wurde 1868 ausgebaut und in der Kirche zu Dudensen wieder aufgestellt. Eine neue Orgel wird eingebaut.
In der Klosterkirche von Mariensee hatte die Orgel vor dem Umbau durch Hase ihren Platz im Chor an der Ostseite. Sie war gewissermaßen in den zweiten Stock des barocken Kanzelaltars eingebaut und hatte keine eigene Empore. Über dem Altartisch erhob sich der Kanzelkorb und die Orgel thronte noch darüber in erheblicher Höhe. Seit auf der ehemaligen Damenempore die Orgel erklingt, befindet sich die jetzige Damenempore an der Südwand. Sie öffnet sich zum Mitteljoch. Ehemals war hier der Konventssaal. Drei auf Säulen gestellte Bogen, eine Arkadenreihe, verbindet die Empore mit dem Kirchenschiff.
An dem Chorschluss im Osten wurde eine neue Sakristei gebaut.
Der Chorschluss erhielt einen neugotischen Altar mit einem Kreuzigungsgemälde des hannoverschen Hofmalers Oesterley, unter der sich eine Predella mit einem geschnitzten Abendmahlsrelief aus Mooreiche befindet.
Der heutige Dachreiter stammt von dieser Renovierung, er soll mindestens 3 Vorgänger gehabt haben. Vor dem Umbau durch Hase ist eine „Laterne“, ein Dachreiter mit einem quadratischen Grundriss und einer Zwiebelhaube vorhanden gewesen, wie auf einer alten Abbildung zu sehen ist. 100 Jahre vorher gab es eine achteckige Laterne mit Barockhaube. Ein mittelalterlicher Dachreiter war der Vorgänger; er wird wohl über dem östlichen Joch gestanden haben.
Von der im 19. Jahrhundert notwendig gewordenen Restauration der Kirche berichtet die Stiftsdame Amalie Ubbelohde in ihren 1902 geschriebenen Erinnerungen, die im Klosterarchiv aufbewahrt werden: „Im Sommer 1867 wurde die große Erneuerung unserer Klosterkirche begonnen. Da sich an der kurzen West- und der Nordseite der Kirche große Risse an den Strebepfeilern und der Mauer zeigten, so wurden erstere bedeutend verstärkt und die Mauern gründlich ausgebessert. Es hatte schon lange nicht mehr vom Turm geläutet werden dürfen, sondern die Glocke war in einem provisorischen niederen Glockenhause auf dem Platz vor der Kirche angebracht. Der alte Damenchor nebst dem darauf befindlichen Altar wurde weggenommen, ebenso einige Priechen im Westen für die Domäne und die Försterei.“

1868
Äbtissin ist von 1868- 1871 Marie Sophie Caroline (Friederike) von Hartmann, *20.9.1787, +Mariensee 21.2.1871.

Amalie Dorothea Sophie Thompson, +8.6.1888, Vater Oberstabsarzt, Am 8. Oktober 1868 präsentiert als Konventualin.

Helene Meyer, Vater Generalmajor, *14.2.1835, +Mariensee 22.4.1914. Am 19. Oktober präsentiert als Konventualin. Bei ihr lebte ihre Schwester Marie.

Anna Louise Caroline Meyer, Vater Generalleutnant, *Hannover 10.12.1838, +nicht in Mariensee 1919. 11. Oktober 1868 als Konventualin präsentiert. 1914 noch Konventualin genannt. Sie lebte ansonsten in Hannover.

1870
Die barocke Zuberbierorgel der Klosterkirche in Mariensee, aufgestellt ebenda 1754, wird nunmehr der Kirche zu Dudensen übergeben.

1871
Vakanz der Äbtissinnenstelle von 1871- 1873. Vom 21.2.1871 bis 19.6.1873 werden die Amtsgeschäfte durch die Konventualinnen Rose und Reinbold wahrgenommen.

1873
29. Juli 1873. Der Fabrikant C.W. Moritz in Neustadt (Gießerei, Maschinenfabrik, Kesselschmiede) schenkt der Kirche zu Neustadt 2 Kirchenleuchter welche früher in der Klosterkirche in Mariensee gestanden haben, unter der Bedingung, dass beim Entbehrlichwerden diese nicht, wie in Mariensee geschehen, öffentlich meistbietend verkauft werden, sondern irgend einer anderen Kirche unter gleichen Bedingungen geschenkt werden. (Quelle: PfA Neu Rep 24)

Ab 1873 wurden freie Äbtissinnenstellen nicht mehr besetzt. Für deren Aufgaben wird jetzt vom König eine Oberin ernannt. Nach der Klosterverordnung von 1960 werden dann Äbtissinnen vom Niedersächsischen Kultusministerium auf Vorschlag des Präsidenten oder Präsidentin der Klosterkammer ernannt.

Von 1873 bis 1874 Oberin Irmgard von Stoltzenberg. +Walsrode 14.6.1895.

1874
Schaffung einer 14. Klosterstelle. Die Inhaberin erhielt aber keine Klosterwohnung.

Hermine Henriette Bartels, Vater Distriktskontrolleuer in Hannover, +Wiesbaden 8.9.1887. Am 27. März 1874 Verleihung der durch Einziehung der Äbtissinnenpräbende neu geschaffenen 14. Konventualinnenstelle nachdem sie vorher die 11. Stelle innegehabt hatter. Aus Gesundheitsgründen hatte sie 1879 ihre Klosterwohnung noch nicht bezogen.

1875
Von 1875 bis 1895 Oberin Amalie Adelaide Louise Therese Rose. *Hannover 30.8.1832, +Mariensee 12.9.1895. Vater war Kreiseinnehmer in Hannover.

1876
Elisabeth Eleonore Leopoldine von Hennings, Vater General, *Goslar 6.2.1840, +Mariensee 19.12.1919, wird am 13. Mai 1876 zur Konventualin ernannt.

1878
Aufhebung des Amtes eines Klosterverwalters.

1880
Ida Caroline Henriette Witte, Tochter vom Hofrat Witte und Wilhelmine Böttcher, *1.10.1812, +Mariensee 13.12.1898 86jährig, ist am 3. März 1880 als Konventualin eingeführt.

1887
Charlotte von Holleuffer, *Northeim 25.11.1848, +Kassel 27.10.1918. 27. Dezember 1887 Ernennung zur Konventualin.

1888
Amalie Hornbostel 1888 eingeführt. Als Konventualin bis 1900 erwähnt.

1889
Jahrhunderte lang hatte infolge der Schenkung des Grafen Bernhard das Kloster Mariensee das Patronatsrecht über die Basser Pfarre und Kirche besessen und ausgeübt, seit der Reformationszeit (1539) noch siebzehn Mal in 348 Jahren angewendet, bis 1889 durch allerhöchsten Erlass das Besetzungsrecht der Pfarre dem Konsistorium in Hannover übertragen wurde, das 1901 zum ersten Male davon Gebrauch machte.

1894
Schenkung der Chanoisette Witte. (Quelle: Eph Neu Mariensee Fasz 5)
Konventualin Frl. Witte ermöglichte durch diese Schenkung den Bau eines neuen Gebäudes für die Warteschule.

Louise du Plat, *Ratzeburg 17.12.1844, +Mariensee 31.7.1935. 1894 Ernennung zur Konventualin, Einführung am 22. August 1895.

Das Klostergut war lange Zeit an die jeweiligen Klosterverwalter verpachtet, in den Jahren 1894 bis 1945 an den Staat als Remontedepot zur Pferdezucht, dann dem Max- Planck- Institut für Tierzucht und zuletzt dem Friedrich- Loeffler- Institut.

1895
Auf Vorschlag der Klosterkammer wurde 1895 ein „Kinderbewahrungsverein Warteschule e.V.“ gegründet.

Anna Dorothea Ernestine Halle, *Hannover 3.9.1844, +Mariensee 22.11.1932. 1. Oktober 1895 Ernennung zur Konventualin und am 4. Juni 1896 eingeführt.

1896
Ab 1896 ist Oberin Lewine Deichmann. *27.6.1832, +Mariensee 25.7.1901.
Im August 1875 hatte sich die Sprachlehrerin Lewine Deichmann um eine freie Stelle im Konvent zu Mariensee beworben. Sie wurde als Konventualin im September 1875 eingeführt und bezog Ostern 1876 ihre Wohnung im Kloster. (Quelle: KlA Mariensee Akte 79)
Lewine Deichmann gilt als Gründerin des „Kinderbewahrungsvereins Warteschule“, einem der ersten Kindergärten. Ihr zur Seite standen bei der Gründung die Chanoinissen Ida Witte und Amalie Ubbelohde, Pastor Merker und Oberamtmann Schneidewindt.

1897
Chanoinisse Julie Hartmann, *12.2.1820, +12.11.1897

1898
Wilhelmine Koch, +nicht Mariensee 1.1.1906, am 1. Juli 1898 Ernennung zur Konventualin.

1899
Erwähnung einer Konventualin Emma Witte.

1902
Von 1902 bis 1932 ist Oberin Ernestine Wilhelmine Auguste Burckhardt. *Münden 26.3.1846, +Mariensee 21.3.1932. Beerdigt in Hannover am 24.3.1932.

Konventualin Sophie Amalie Beermann, Vater Oberfactor zu Königslutter, *17.7.1821, +Braunschweig 10.3.1902, begraben in Mariensee am 13.3.1902. Am 22. März 1860 als Konventualin präsentiert.

1902 Vermächtnis der Oberin Deichmann (Quelle: Eph Neu Mariensee Fasz 5)

Marie Riefkohl, Tochter eines Geheimen Sanitätsrats, *Hannover 20.3.1858, +Hannover 7.11.1908, begraben in Hameln, wird am 1. Juni 1906 zur Konventualin ernannt.

Hilda Georgine Nieper, *Hannover 21.12.1846, +Mariensee 13.5.1930 wurde am 24. April 1902 zur Konventualin ernannt.

Anna Niemeyer wird am 24. April 1902 Konventualin. Am 1. Juli 1903 resigniert. Auf ihren Antrag durfte sie Titel und die Insignien (die auf eigene Kosten angefertigt waren) weitertragen.

Marie Kettler, Vater Oberst, *Northeim 2.12.1846, +nicht Mariensee 28.2.1920, 24. April 1902 Ernennung zur Konventualin.

1903
Julie Leonore Elisabeth Minna Helene Emilie Kettler, *Lingen 3.3.1859, +Mariensee 18.3.1930. Am 4. November 1903 Ernennung zur Konventualin. Bei ihr wohnte ihre Schwester Agnes Kettler.

1907
Elisabeth Charlotte Henriette Mende, Tochter eines Kreisarztes, *Einbeck 8.12.1849, +Mariensee 16.2.1927. Am 1. Januar 1907 Ernennung zur Konventualin. Ihre Schwester Anna (+1921) wohnte bei ihr im Kloster.

1908
Selma Meyer, Tochter eines Major, Sparkassendirektor, Zuchthausdirektor in Hoya, Mutter eine Witwe von Einem, *Celle 10.8.1865, +Mariensee 9.5.1920. Am 1. Januar 1908 Ernennung zur Konventualin.

1909
Hermine Frömling, Konventualin.

1914
Frieda Bergmann, *Northeim 12.4.1864, +Hannover 28.1.1928. Am 1. Juli 1914 Ernennung zur Konventualin.

1920
Am 1. Oktober 1920 Ernennung der Bertha Seggel zur Konventualin. *8.6.1850, + vermutlich nach 1923 in Hildesheim. Ihr Vater war der Landphysikus und Sanitätsrat Dr. Seggel in Neustadt. Die leere hochgemauerte Familiengruft der Seggels steht noch auf dem Friedhof Nienburger- Straße in Neustadt. Unklar ob sie noch dort beigesetzt wurde. In dieser Gruft standen ursprünglich die Särge der Familie Seggel.
Bertha Seggel hat aber aus Gesundheitsgründen keine Wohnung im Kloster nehmen können. Sie lebte dann in Neustadt und wurde später im Sültekloster in Hildesheim untergebracht.

Hedwig Mühry, Vater Obergerichtsrat, *Hannover 29.1.1849, +16.1.1931, begraben in Hannover. Am 1. Juli 1920 Ernnennung zur Konventualin, am 1. September 1920 eingeführt.

Elsbeth Grashoff, *Meppen 15.7.1864, +Neustadt 8.2.1941, Vater der Konsistorialrat und Superintendent Georg Christoph Wilhelm Grashoff, am 1. April 1920 Ernennung zur Konventualin und eingeführt am 1. September 1920.

Emilie Küster, Vater Landdrost, *Hannover 2.10.1864, +Hildesheim 3.1.1926, begraben in Wülfinghausen. 1. April 1920 Ernennung zur Konventualin und am 1. September 1920 eingeführt.

1921
Anna Mende, starb 1921. Sie wohnte bei ihrer Schwester, der Konventualin Elisabeth Mende im Kloster Mariensee.

Johanna Bensen- Hier, Tochter des Preußischen Geheimen Oberregierungsrates Bensen- Hier und Johanne Olfe, *Harburg 27.4.1865, +Neustadt 31.5.1935, begraben in Mariensee am 4.6.1935. Ernennung zur Konventualin am 1. Juli 1921.

1926
Mathilde Fanny Adelheid Maria Niemann, *Gotha 16.11.1875, +Mariensee 13.5.1968. 1926 Ernennung zur Konventualin und am 7. November eingeführt.

1927
Agnes Engelke am 24 Juli 1927 als Konventualin eingeführt. *Celle 13.9.1867, +Mariensee 21.4.1951, begraben in Hannover auf dem Engesohder Friedhof am 24.4.1951. Ihr Vater war Landesökonomierat.

1928
Elisabeth Erck, Konventualin, *24.7.1859, +Mariensee 9.7.1929. Ihr Vater war der Generalsuperintendent in Alfeld Karl August Theodor Erck.

1930
Helene Gabriele Nieper, *Göttingen 8.10.1867, +Neustadt 7.8.1953, begraben Mariensee. 1. Juli 1930 Ernennung zur Konventualin, am 26. August 1930 eingeführt.

Hermine Katharine Elisabeth Grote, *6.5.1863, +Mariensee 19.11.1932, 69jährig, Vater Superintendent. Ernennung zur Konventualin am 1. August 1930, Einführung 1. September 1930.

Georgine von Linsingen, Vater Obergerichtsrat *17.8.1864, +Hannover 2.10.1936, begraben in Mariensee am 6.10.1936. Vor 1930 Konventualin im Kloster Wennigsen, 1930 Ernennung als Konventualin im Kloster Mariensee und am 1. September des gleichen Jahres eingeführt.

1931
Elisabeth Niemeyer, Vater Generalmajor, *Mühlhausen 10.4.1879, +Mariensee 27.2.1960, begraben in Bielefeld auf dem Senne Friedhof am 3.3.1960. 1. April 1931 Ernennung zur Konventualin.

1932
Von 1932 bis 1951 ist Oberin Mathilde Marie Elsbeth Launhardt. *Geestemünde 25.7.1868, +Mariensee 2.4.1951, am 6.4.1951 in Hannover- Stöcken begraben. Am 7. September 1919 als Konventualin eingeführt, am 1. Juni 1932 Ernennung zur Oberin und am 26. Juli 1932 eingeführt. Vater war ein Geheimer Regierungsrat und Professor an der Technischen Hochschule in Hannover.
Sie soll umfangreiche Berichte über Ereignisse im Kloster Mariensee in den Jahren 1940- 1946 hinterlassen haben. (KlA Mariensee, Akte 22a )

Antonia Ottilie Eleonore von Sothen *Liegnitz 1.9.1869, +Mariensee 2.12.1940. Am 28. September 1932 eingeführt.

Konventualin Anna Halle +November 1932.

1933
Frida Swart wird zur Konvntualin ernannt, verzichtet jedoch darauf, weil sie reformiert war und laut Klosterordnung sich nicht hätte bewerben sollen.

Jenny Halle, *Hannover 23.5.1858, +Mariensee 1.8.1937, begraben in Hannover am 5.8.1937. 1. Januar 1933 Ernennung zur Konventualin und am 29. Oktober des selben Jahres eingeführt.

Agnes Lohstöter, Tochter eines Amtsgerichtsrates, *Emden 4.5.1864, +nicht Mariensee 2.1.1941 Am 1. April 1933 Ernennung zur Konventualin und am 19. Oktober eingeführt.

1935
Tod der Konventualin Louise du Plat, *Ratzeburg 17.12.1844, +Mariensee 31.7.1935.

Anna Haccius, *Danzig 2.1.1875, +Mariensee 16.5.1953, begraben auf dem Engesohder Friedhof in Hannover am 20.5.1953. 1. Juli 1935 Ernennung zur Konventualin, Einführung am 19. Mai 1936.

Während der NS- Zeit sollen die Aufnahmebedingungen für Konventualinnen darhingehend geändert worden sein, dass anstelle christlicher Grundhaltung „arische Abstammung und unbedingte Gewähr für nationalsozialistische Gesinnung“ gefordert und das Kloster „hilfsbedürftigen, vaterlosen, unverheirateten Töchtern von um Staat und Partei wohlverdienten Männern, insbesondere Töchtern von Amtsträgern der NSDAP“, sich öffnen solle. (Quelle: unbekannt, auch Zeitungsartikel „Brigitte“ 24 /83 Seite 106)

1937
Emilie Therese Ilse Mahrenholtz, Tochter eines Oberstleutnants, *Glatz 26.8.1884, +Mariensee 13.3.1954, begraben in Hannover am 12.4.1954. 1. Februar 1937 Ernennung zur Konventualin und am 26. August 1937 eingeführt.

Victoria Mathilde Marie von Linsingen, Tochter eines Obergerichtsrates von Linsingen und Sophie Charlotte Johanne Hoffmann, *Holle bei Derneburg 21.11.1878, +Mariensee 15.12.1975. 1. Januar 1937 zur Konventualin ernannt und den 26. August 1937 eingeführt.

1938
Helene Lütgen, *Hameln 17.3.1871, +Kolberg 27.12.1939, begraben in Hirschberg. 1. April 1938 Ernennung zur Konventualin und am 26. Oktober 1938 eingeführt.

1941
Irmgard Anna Marie Clementine Simon, *Polzin (Pommern) 1.9.1869, +Mariensee 12.3.1968. Eingeführt 30.11.1941.

Elisabeth Emilie Witte *Hannover 27.4.1879, +Barsinghausen 1.7.1957, begraben in Mariensee 3.7.1957, wurde am 1. Mai 1941 zur Konventualin ernannt.

Olga Minna Amalie Elisabeth Wiesen, *Göhrde 17.1.1886, +Mariensee 5.4.1965. Am 1. März 1939 Ernennung zur Konventualin und am 30. November 1941 eingeführt. Ihre Schwester Hedwig Wiesen wohnte bei ihr im Kloster.

Gertrud Sophie Johanne Hoffmann, *Hannover 5.7.1882, +Hannover 3.1.1969, begraben in Mariensee am 6.1.1969. Bei ihr lebte seit mindestens 1946 ihre Freundin Anna von Bassewitz.

1951
Von 1951 bis 1970 ist die Oberin im Kloster Mariensee Else Klein. *30.3.1899, +28.5.1987.
Ihr Vater war Professor an der TU Hannover. Von Beruf war sie Schneidermeisterin. *Hannover 30.3.1899, +Wertheim 28.5.1987, beerdigt in Mariensee am 2.6.1987.

Nanna Witte, (Konventualin?), *29.10.1876, +Mariensee 8.12.1951.

Bertha Minna Louise Mercker, Tochter des Pastors in Mariensee Georg Heinrich Mercker, *Mariensee 4.8.1897, +Hildesheim 10.6.1968, begraben in Mariensee am 14.6.1968. Am 1. Juli 1951 Ernennung zur Konventualin.

1953
Louise Kohlrausch, *20.2.1887, +Mariensee 25.3.1975. Einführung als Konventualin am 29. November 1953.

1954
Am 7.4.1954 starb Anna von Bassewitz die im Kloster bei der Konventualin Gertrud Sophie Johanne Hoffmann wohnte.

Elfriede Benter, *21.12.1889, am 1.12. 1954 eingeführt als Konventualin.

1956
Am 7. August 1956 ist Lena Deetjen als Konventualin eingeführt worden. *Allenstein 2.10.1897, +Hannover 1.9.1988, begraben in Mariensee am 5.9.1988. Sie war Krankenschwester (Johaniterschwester) gewesen.

1957
Konventualin Elisabeth Witte, *27.4.1879, +1.7.1957

1959
Einführung ins Kloster. Es gehört zu der Ordnung der kalenbergischen Klöster, dass eine neue Klosterdame nach einer gewissen Probezeit in einer gottesdienstlichen Feier endgültig in die Gemeinschaft des Klosters aufgenommen, feierlich auf die Klosterordnung verpflichtet und eingesegnet wird. Am Himmelfahrtstage wurden nun zugleich die beiden Konventualinnen Frl. Burchard und Frl. von Stein eingeführt. In feierlichen Zuge unter Orgelspiel zogen Oberin und Konvent in ihrer alten Klostertracht, in langen schwarzen Kleidern, mit schwarzer Spitzenhaube und herabhängendem Schleier, das Klosterkreuz mit hell- blau- weißer Schleife angesteckt, in die Kirche ein und nahmen im Chorraum Platz.
Nach Gesang, Gebet und Schriftlesung nahm Frau Oberin Klein die Verpflichtung vor, wobei sie auf die Klosterordnung verwies, der zufolge die Klosterdamen ein christliches Gemeinschaftsleben führen und sich nach Kräften in Werken der Barmherzigkeit und Nächstenliebe üben sollen. Der Einführungspredigt lag das Bibelwort Römer 8, 14 zugrunde. Welche der Geist Gottes treibt, die sind Kinder Gottes.
Eine besondere Freude war es, dass der Singkreis, zu dem auch die beiden Novizen gehören, ihnen zu ihrem Ehrentage dreistimmige Kanons sangen, die, von hellen Frauenstimmen gesungen, in dem hohen Kirchenschiff ergreifend widerklangen. (Quelle: Beiblatt zur „Botschaft“ 24.5.1959)

Konventualin Anna Marie Gisela von Stein-Lausnitz, *Kuschlin im Wartheland 13.2.1906, +Hannover- Stöcken 1.5.1974, begraben in Mariensee am 4.5.1974.

1961
Wilma Bertram, Vater Amtsrichter, *28.6.1901, +Marienwerder 10.1.1999, begraben in Mariensee am 14. 1.1999. Am 9. April 1961 als Konventualin eingeführt.

Therese von der Lippe, *Lübeck 14.8.1902, +Kloster Marienwerder 31.12.1993, begraben in Mariensee am 6.1.1994. Am 9. April 1961 als Konventualin eingeführt.

1962
Ingeborg Quantz, *6.11.1903, +31.10.1984, wird am 10. Juni 1962 als Konventualin eingeführt.

Anne Marie Burchard, *Insterburg 8.2.1901, +Mariensee 27.10.1979. Ist am 10. Juni 1962 als Konventualin eingeführt.

1967
Grete Böhme, *Hannover 2.12.1898, +Rodewald 25.1.1988, begraben in Mariensee am 2.3.1988. Am 2. Dezember 1967 als Konventualin eingeführt.

1970
Äbtissin von 1970 bis 1980 ist Hella (Helly) Wätjen. Eingeführt am 24. August 1970. *16.7.1911, +9.3.2003, beerdigt in Bremen.

Lilly Steffen *15.8.1903, +1986, am 1. Mai 1970 als Konventualin eingeführt, 1985 ausgezogen nach Olenhusen bei Rosdorf (Göttingen)

Annemarie Bartels, *23.7.1901, +Mariensee 13.10.1984 ist am 1. Mai 1970 als Konventualin eingeführt.

1972
Die jetzt gültige Klosterordnung für alleinstehende evangelische Frauen knüpft an christliche Traditionen und reformatorische Ideen an, wenn sie Konventualinnen die Aufgabe zuweist, Kirche, Konventgebäude und Kunstschätze der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und gemeinnützlichen, kirchlichen und sozialen Zwecken zu dienen.

1975
Elisabeth von Kleist, Tochter von Hans von Kleist und Ernestine Gräfin von der Schulenburg, *Berlin 22.1.1911, +Brühl 21.4.1989, begraben in Bonn. Hatte in Berlin am 4.11.1939 den Oberstleutnant Joachim von Kleist geheiratet der +Bonn 21.5.1964. Am 3. Mai 1975 als Konventualin eingeführt.

Erika Kempf, *Berlin- Wilmersdorf 28.5.1911, +Neustadt 17.8.2007, begraben in Mariensee 21.8.2007. Am 15. März 1975 als Konventualin eingeführt. Ab 1990 in Rodewald, dann im St. Nicolaistift in Neustadt.

1980
Äbtissin von 1980 bis 1990 ist Barbara Bosse- Klahn. Einführung am 18. Oktober 1980.

Am 1.10.1980 wurde die Klosterforst zur Bewirtschaftung der Landesforstverwaltung übertragen. Sie zahlt dem Klosterfond jährlich die ausgehandelte Summe Geldes.

1981
Greta Gabel- Kröger, geborene Hesselbach. Am 1. August 1981 Verleihung einer Konventualinnenstelle, am 24. April 1982 eingeführt.

1983
Altäbtissin Hella Wätjen, 72 Jahre alt.
Unverheiratet, jetzt im Ruhestand: „Das einzige, was an klösterlichen Leben erinnert, ist die wenn auch lockere Gemeinschaft und die Klosterstille, die den Bau umgibt.“ Die Altäbtissin, lehnt standhaft jede Zigarette ab und hat doch früher „den ganzen Konvent zum Rauchen verführt“.
Hella Wätjen, Äbtissin in den 70er Jahren, hat vorher ihr Leben lang in mehreren Berufen gearbeitet und wollte nie ins Kloster. Das glaubt man ihr gern, denn die schlesische Gutsbesitzerstochter mit dem energischen Schritt am Leib ist eher jener Typ Frau, von dem die Männer sagen, dass sie wie ein Kerl ihren Mann stehen.
Äbtissin Barbara Bosse- Klahn 63 Jahre alt.
Über die Bewerbung sagt die Äbtissin: „Das Bewerbungsritual ist ähnlich wie bei Wohngemeinschaften, nur denke ich mir, nicht so gnadenlos. Die Kandidatin wird allen Stiftsdamen vorgestellt, bleibt ein paar Tage oder länger, wird hier zum Tee und dort zum Frühstück geladen und plauderdings auf Herz und Nieren geprüft. Dann tritt der Konvent zusammen und entscheidet mit einfacher Mehrheit. Die Äbtissin hat zwei Stimmen. So steht es in der Satzung. In der Praxis wird es zugehen wie in jeder Gruppe, in die etwas Neues einbricht: Über die Neue wird erst mal ordentlich geredet“.
Über Männer: „Als Gäste sind Männer gern gesehen. Und sonst. Nehmen wir an, eine Konventualin trifft hier den ersten, zweiten oder dritten Mann ihres Lebens- der Fall ist schon mal dagewesen, die betreffende Stiftsdame hat den hiesigen Pastor geheiratet-, dann verlieren sie alle Rechte und Pflichten. Konventualinnen mit amtierenden Ehemännern gibt es nicht“. Und amtierenden Freund? „Das wäre ein Problem“, sagt die Äbtissin. „Eine Konventualin, die einen ständigen Freund hat oder ständig einen anderen- das verträgt sich nicht mit der Konstruktion des Konvents. Man muß hier das Leben in der Frauengruppe bejahen, auch wenn man kein Gelübde leistet. In diesem Sinne sind wir durchaus eine feministische Frauengemeinschaft“.
Frau von der Lippe, 80 Jahre alt
Kam vor dreißig Jahren nach Mariensee, erst als Gast ihrer Freundin, mit der sie drinnen und draußen, insgesamt, insgesamt 39 Jahre, zusammenlebte. Dann, nach deren Tod, als Konventualin. Heute ist sie „zufrieden, fast sogar glücklich“. Was dazwischen liegt, ist ein exemplarisch- dienendes Frauenleben, typisch für die Generation der unverheirateten Töchter der Jahrhundertwende. Die Konventualin von der Lippe hat ihr Leben lang, ebenso wie ihre Nachbarin Bartels, andere Menschen gepflegt, Mütter, Väter, Tanten, Freundinnen. Und dies stets freundlich und ohne Anspruch auf ein eigenes Leben. Es wäre ihr nie in den Sinn gekommen, einer Berufsausbildung wegen ihren kranken Vater zu vernachlässigen, und dieser hat sehr wohl zu verhindern gewusst, dass sie ihn wegen eines Mannes verlässt. Fräulein Klein
Fräulein Klein- sie besteht auf das „Fräulein“- ist die älteste noch im Kloster lebende Äbtissin. Seit 1970 ist sie im Ruhestand
Konventualin Steffen (über 80 Jahre und 14 Jahre im Kloster Mariensee) Eine starke Raucherin die ihre eigenen filterlosen Zigaretten raucht. Die gelernte Gärtnerin „mit den kaputten Augen, die mir der Arzt vermurkst hat“, ist unglücklich, verletzlich, von zwangsweise gebremster Vitalität und ungeduldig mit ihrem Leiden. Sie ist fast blind. Nun droht ihr was die Klosterordnug vorsieht: Konventualinnen, die sich nicht mehr selbst versorgen können, kommen in ein anderes Kloster, als Pflegefall. Das ist so per Dekret geregelt und kann im wirklichen Leben zu Konflikten führen, nämlich dann, wenn ein alter Mensch nicht verpflanzen lassen will. Frau Steffen will sich nicht verpflanzen lassen. Wenn sie dennoch gehen muß- mangelt es dann im Kloster an christlicher Nächstenliebe? Weise Antwort mit tiefer Raucherstimme: „Es mangelt immer an christlicher Nächstenliebe“.
Konventualin Bartels, 81 Jahre alt.
Vorher hatte sie aufopferungsvoll ihren Vater gepflegt, der mit 96 Jahren starb.
Konventualin Kröger, 63 Jahre alt
Eine verwitwete Lehrerin, jüngste Konventualin, sie bringt Müttern und Kindergärtnerinnen bei, wie man kindgemäße, waschmaschinenfeste, weiche und warme Stoffpuppen fertigt. (Quelle: Zeitungsbericht „Brigitte“ 1983)

1985
Konventualin Ingrid Falldorf, geborene Bell, wird am 20. Oktober 1985 als Konventualin eingeführt. +März 2011.

Verena Heidenreich am 30. Juni 1985 eingeführt und im November 1998 die Stelle verlassen. Verstorben ca. 83jährig im Juli 2010.

1987
Rosemagrit Lohmann am 1. November 1987 als Konventualin eingeführt.

1988
Dr. Christa Graefe am 9. Oktober 1988 als Konventualin eingeführt.

Helga Franke am 12. Juni 1988 als Konventualin eingeführt.

1989
Inge Kammann am 13. August 1989 als Konventualin eingeführt.

1990
Äbtissin von 1990- 1997 ist Insea Hohlt- Sahm. Am 26. Oktober 1990 eingeführt.

Sybille Thieme am 26. August 1990 als Konventualin eingeführt.

1994
Gerda Paster, *22.7.1924, +Mariensee 10.1.2001, begraben in Mariensee am 15.1.2001. 1994 als Konventualin eingeführt.

Sybille Müller- Büsing am 6. November 1994 Ernennung zur Konventualin.

1996
Hildegard Schaub am 5. November 1996 als Konventualin eingeführt.

1997
Äbtissin von 1997 bis 2003 ist Ingmar- Elisabeth Hornschuh. Eingeführt am 10. April 1997.

1999
Gunthild Heidtmann am 8. August 1999 als Konventualin eingeführt.

Karina Kaestner am 9. Mai 1999 als Konventualin eingeführt.

2003
Am 16. Februar 2003 Äbtissin Bärbel Görcke.

2004
Neustadt Juni 2004. In mühevoller Kleinarbeit hat die ehemalige Äbtissin des Klosters Mariensee, Alt- Äbtissin Hohlt- Sahm der Liebfrauenkirche in Neustadt ein grünes Antependium gestickt, ein Antependium, dass vorwiegend in der Zeit nach dem Sonntag Trinitatis und im Januar und Februar zu sehen ist. Es wird in einem feierlichen Gottesdienst in der Liebfrauenkirche am 20. Juni eingeweiht.

2007
Im November des Jahres 1207 ist das Frauenkloster Mariensee gegründet worden. Am Sonnabend wurde der 800. Geburtstag des Klosters mit einem Festgottesdienst in der Klosterkirche begangen. Dazu erschienen zahlreiche Äbtissinnen und Konventualinnen der niedersächsischen Frauenklöster und Stifte. Landesbischöfin Margot Käßmann hielt die Predigt. (Quelle: LZ Montag 3.12.2007)

2008
Der Konvent besteht aus der Äbtissin und 10 Konventualinnen, von denen die Äbtissin und 4 Konventualinnen im Kloster Mariensee leben.

Anhang

Im frühen 14. Jahrhundert kam es zu zunehmender Verwilderung der Sitten in den Klöstern. Dagegen wendeten sich Reformbestrebungen, die zunächst von Bursfelde ausgingen. Ihr Initiator war der dort 1433 eingeführte Abt Dederott, der die Klöster, die sich der Reformbewegung anschlossen, in der Bursfelder Kongregation zusammenschloss. Ein zweiter Reformator, der besonders in niedersächsischen Klöstern wirkte, war Johannes Busch, von 1458 bis 1479 Propst des Klosters Sülte bei Hildesheim. Die Reform konnte nur unter großen Schwierigkeiten und mit Hilfe der geistlichen und weltlichen Herren durchgesetzt werden. Besonders in Wennigsen aber auch in Mariensee kam es zu Zwischenfällen: Nach zunächst erfolglosen Verhandlungen wollte der Herzog die widerspenstigen Nonnen wegführen lassen. Diese flohen auf das Dach, sahen dann aber die Ausweglosigkeit ihres Widerstandes ein, stiegen wieder vom Dach herab und unterwarfen sich dem Herzog. Die Reform wurde durchgesetzt und die Priorin vom Kloster Derneburg als neue Äbtissin von Mariensee eingeführt. Aus den folgenden Jahren bis zur lutherischen Reformation sind uns keine besonderen Ereignisse mehr überliefert. (Quelle: Clasen und Kiesow, Kloster Mariensee 1957)
Johannes Busch, *1399 in Zwolle, 1420 Eintritt in das Kloster Windesheim, 1437 Subprior in Wittenburg (Nachbarkloster vom Kloster Wienhausen), 1439 Prior des Barholomäusklosters (Sültekloster) in Hildesheim, 1447 Probst des Neuwerkklosters in Halle, Ernennung dort zum Visitator aller Klöster und Stifte in den Bistümern, Verden, Hildesheim und Halberstadt, sowie in den welfischen Herzogtümern durch Kardinal Nicolaus von Kues, 1459 bis 1479 Probst des Sülteklosters, +1480 im Sültekloster.

Bezeichnungen der Äbtissinnen:

1215- 1560 Äbtissin (Abbatissa oder ähnlich)

1560- 1715 Domina

1716- 1873 Äbtissin

1873- 1960 Oberin

Ab 1960 Äbtissin

Bis zum Jahre 2010 sind die Namen von 46 Äbtissinnen überliefert.

Bezeichnungen der Nonnen und Konventualinnen:

Vor der Reformation Nonnen, Klosterjungfrauen (soror, virgo, closterfrow)

Ab ca. 1674- 1722 Konventualinnen

1723- 1823 adelige Konventualinnen Fräulein, bürgerliche zwischen 1723 bis 1796 Mademoiselle, 1797- 1823 Demoiselle

1824- 1898 alle Konventualinnen Chanoinesse

Seit 1899 einheitlich Konventualin

Die Priorin, eine Konventualin, war Vorsteherin des Konvents, auch Vertreterin der Äbtissin mit eingeschränkter Vollmacht bei deren Abwesenheit bzw. Krankheit.

Weitere Ämter von Konventualinnen

Subpriorin

Schäfferin

Kellnerin

Küsterin

Präsentation:
ist das Recht des Patrons für eine vakante Stelle einen Nachfolger verbindlich vorzuschlagen

§4 der Klosterordnung vom 21.8.1901:
Die in das Kloster aufzunehmenden Damen müssen der evangelisch- lutherischen Konfession angehören.

N.N.= Namen unbekannt (Nomen nescio= den Namen kenne ich nicht)

Es gibt keine vollständige Liste der Nonnen und Konventualinnen in den Archiven. Eine Lücke besteht insbesondere von 1804- 1817, ebenfalls nach 1914 ist keine Vollständigkeit zu erreichen.

In katholischer Zeit Kreuzgang, nach dem Neubau Klostergang.

In der Zeichnung der Klosteranlage von ca. 1739 wird der umlaufende Gang „Freyer Gang“ genannt. (Quelle: Nds HStA Hann, Hann 94 Spez Mappe 304)
Mariensee war das erste Calenberger Kloster, das im 18. Jahrhundert als geschlossenes Viereck erneuert wurde. Ein umlaufender Gang erschließt seither alle Wohnungen der Konventualinnen und der Äbtissin. (Quelle: Kirchen Klöster Kapellen der Region Hannover. Herausgegeben von der Region und dem evangelisch- lutherischen Sprengel Hannover 2005)

Nachdem das Kloster 1542 reformiert und in ein evangelisches Stift umgewandelt worden war, wurden im massiven Neubau dreizehn Stiftsdamenwohnungen eingerichtet, die sich noch heute um den kreuzgangartigen Flur gruppieren. (Quelle: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen Band 13,2, 2003, S. 387, Kloster Mariensee)

Die Hauptfassade mit einem bekrönten Portal befindet sich im Norden. Wer von dort das Gebäude betritt erreicht mit wenigen Schritten den Klostergang, der in Breite des Eingangsbereichs von einem flachen Gewölbe überspannt ist, das nach beiden Seiten in eine Kassettendecke übergeht. (Quelle: Ingrid Falldorf, Kloster Mariensee, Kleiner Führer 1. Auflage 1997)

An die Stelle der klösterlichen Gemeinschaftsräume traten, der neuen Bestimmung als evangelisches Damenstift gemäß, dreizehn in sich abgeschlossene Einzelwohnungen. Die Aufgabe des früheren Kreuzganges übernahm ein schlichter Verbindungsgang mit tiefen Fensternischen und Kassettendecke. (Quelle: Prof. Karpa, Kunstdenkmäler des Kreises Neustadt, ca. 1958)

Bei den Personallisten des Klosters Mariensee sind zum größten Teil Auszüge aus dem 2008 erschienen Buch von Eberhard Doll „Kloster Mariensee, Personallisten und biographische Notizen“ verwendet worden. Dieses Buch aus dem Rasch Verlag, Bramsche, war bereits Anfang 2009 nicht mehr bestellbar. Ich musste mit Kopien dieses Buches arbeiten. Wo offensichtliche Fehler auftraten, beschränkte ich mich auf die vorhandenen sicheren Daten.

Chronik des Dorfes und der Kirchengemeinde Mariensee

Entstehung der Kirchengemeinde Mariensee.
Bis zur Reformation existierte im Gebiet der späteren Ortschaft Mariensee mit dem vom Grafen Bernhard gestifteten Nonnenkloster lediglich eine klösterliche Gemeinschaft aus den Bewohnern des Klosters und deren Bediensteten, eine Kirchengemeinde neben der klösterlichen gab es nicht. Wer nicht zum klösterlichen Personenkreis gehörte und außerhalb des Klosterbezirks wohnte, nahm wahrscheinlich an den Gottesdiensten im Kloster teil, gehörte aber kirchenrechtlich zur 8 km entfernten Parochie Mandelsloh. Dort wurde auch getauft, denn bis zur Reformation gab es in Nonnenklöster keine Taufsteine.

1542
In diesem Jahr ist ein namentlich nicht mehr bekannter Prädikant Seelsorger in Mariensee.

1543
Während der Durchführung der Reformation 1543 verlor das Kirchspiel Mandelsloh die Ortschaft Wulfelade an die in eine Dorfkirche umgewandelte Klosterkirche Mariensee.

Mit der Einführung der Reformation wurden die beiden „Klostermeier“ und die „Vorbürger“ „ins Kloster gelegt“.

1545
1545 ist Probst Theodor Ridder Seelsorger in Mariensee.

1554
Von 1554 bis 1558 ist Dietrich (Theodor) Bramesen (Bromes) Pastor in Mariensee. *Stadthagen um 1529, +Mandelsloh im Oktober 1603, begraben ebenda 31.10.1603. War Lehrer in Wunstorf, Elze und Petershagen. Wird 1558 Pastor in Mandelsloh, bis 1589 mercenarius (Lohn- und Mietpriester) des von Herzog Erich mit der Dechanei und Pfarre belehnten Werner von Mandelsloh.

1563
Bis 1563 ist Heinrich Vogelsang Pastor in Mariensee. +Groß Munzel 1584 wo er 1563 die dortige Pfarrstelle bekommen hatte.

1565
Erwähnung von Jeronimus der Organiste (auch Schulmeister) in Mariensee im Geldregister von 1565 des Klosters Mariensee. (Quelle: StA Hannover)

1571
Bis 1571 ist Henning Brendeking (Breedeking, Brandecinus) Pastor in Mariensee. Ab 1571 Pastor in Nendorf bei Stolzenau wo er am 9. März 1598 stirbt.

1584
Im Dorf sein nur 2 Meyer undt 6 Koeters, sein dem Closter daselbst mit allem verwandt, undt hat das Haus Neustadt bis dahero sie nirgents beschweret.

1587
Erwähnung von Matthias der Custor und Schulmeister von Mariensee.

1588
Vor 1588 wird Andreas Mittelstraß (Middelstrate, Mittelstrasser, Mesodius) Pastor in Mariensee. Wird als Pastor 1593 nach Kirchwehren versetzt und stirbt dort 1619.
In einem Dokument vom 21. Januar 1590, betreffend einer Summe aus dem Vermögen der Kapellengemeinde Wulfelade steht: „Andreae Methodio Pastorn zu Unserm Kloster Mariensehe“ (Quelle: Eph Neu Mariensee 5)

1593
1593 wird Christopherus Pandius (Pandinius, Panzinus) Pastor in Mariensee, *Schlawe in Pommern, war vormalig Rektor in Wunstorf

1601
1601 bis 1626 ist Erich Büsing Pastor in Mariensee. +Mariensee 1626.

1626
Am 31. Dezember 1626 berichtet der früher in Mariensee wohnende Amtmann Arndt aus Rethem, wohin er geflüchtet war, über die Lage im Leinetal: Die Schutzwachen der Kaiserlichen aus Neustadt sind in Mariensee mehrfach zusammen mit dem verbliebenen Vieh von den Dänen in Nienburg kassiert worden. Kürzlich fingen sie den Neustädter Amtmann Stier, der nachts bei Mariensee in einer Scheune gelegen hatte, einschließlich aller Pferde die er mit sich führte. Außerdem nahmen sie ihm ein Lösegeld von 150 Talern ab. (Quelle: Calbg. Br.7 Mariensee Nr.7)

1627
Von 1627 bis 1642 ist Belling Goßmann (auch Goßmann Belling) Pastor in Mariensee. Er war gebürtig von Blomberg.

1636
Pastor Flebbe in Basse schreibt in das dortige Kirchenbuch: „Den 2ten August taufte ich zwo Kinder Wilhelm Bergmann, Holzwarter und Schütze zur Mariensee, der wegen der Schwedischen Volks Mustirung uff unse Seiten Leihne zu uns gekommen“. (Quelle: KB (verloren) Basse)

1642
Von 1642 bis 1674 ist Franziskus Bierdemann Pastor in Mariensee. *Neustadt um 1604, +Dudensen 26.2.1674. Nach dem Universitätsstudium in Helmstedt wurde er 1636 Pastor in Neuenkirchen bei Hoya, 1639 in Dudensen und seit 1642 zugleich Pastor in Mariensee. Verheiratet war er mit Anna Scharnhorst.
Kinder:
1. Werner Wilhelm, *Dudensen um 1650, +Dudensen 2.9.1726, seit 1675 Pastor in Dudensen.
2. Johann Conrad, *Dudensen um 1655, +Thedinghausen 4.10.1732 bei seinem Schwiegersohn. 1683 Subkonrektor Hannover/ Lyceum, 1685 Stabsprediger in Ungarn, 1686 Pastor in Salzhemmendorf, heiratete 1686 Anne Marie Mavors, *Brüggen bei Alfeld 12.5.1665, +Salzhemmendorf 9.4.1721 (Eltern: Heinrich Mavors, *Alfeld, +Thiede 13.9.1698, Universitätsstudium in Jena, Rektor in Alfeld, Pastor: 1662 Brüggen, 1680 Bodenburg, später Superintendent in Thiede und Catharina Hedwig Schmidt, *1636, begraben in Bodenburg am 4.1.1689).
3. Ernst Philipp, *Dudensen um 1666, +Grasdorf bei Hannover 1714, seit 1690 Pastor in Grasdorf.
4. Armgard.
5. Dorothea.

1664
Philip Henrich Arenß, Sohn vom Klosterwalter Philipp Arendts des Jüngeren, wird 1664 als Inhaber eines freien Hofes in Mariensee erwähnt.

1674
Von 1674 bis 1695 ist Statius Mellinger Pastor in Mariensee. *Grohnde um 1648, +Mariensee 1695. (Eltern: Johann Mellinger, *Didderse 29.2.1612, +Mariensee 13.4.1697, 1630 Kornschreiber in Stove bei Winsen an der Luhe, 1635 Amtsschreiber in Grohnde, 7.5.1667 Amtmann in Mariensee, heiratete in Rehna bei Ratzeburg am 24.10.1636 die N.N. Lembke, geboren ebenda, +Mariensee zwischen 1675 und 1678) Heirat mit Margaretha Reiche, *um 1655, +Barbis 16.3.1720.
Kinder:
1. Johann Julius, *Mariensee um 1676.
2. Catharina Osterheld, *Mariensee 11.4.1680, +Bordenau 28.1.1743, 1. Eheschließung in Mariensee am 10.1.1705 mit Christoph Heinrich Wagemann, *Hannover- Linden 2.8.1673, +Helstorf 11.12.1706. Wagemann wurde nach einem Universitätsstudium in Jena 1704 Pastor in Helstorf. (Eltern: Johann Georg Wagemann, *Hannover, getauft 13.4.1634, +Neustadt 1.5.1696, studierte in Helmstedt, dann Magister an der Universität Rinteln, 1664 Pastor in Linden (Hannover), 1680 Superintendent in Neustadt und Dorothea Catharina Erythropel, getauft in Hannover am 2.8.1643, +Neustadt 12.6.1686, die Eheschließung war in Hannover Ägidienkirche am 25.10.1664). Nach dem Tode ihres Mannes ging sie am 13.91707 in Bordenau die Ehe mit dem Pastor in Bordenau Heinrich Caspar Volckmer ein.
3. August Friedrich, *Mariensee um 1682.
4. Gustav Ernst, *Mariensee um 1684.
5. Cornelius Christoph, *Mariensee um 1686.
6. Staats Philipp, war 1717 Korporal im 7. Dragoner Regiment, heiratete in Verden am 27.7.1717 Rebecca Elisabeth Lappenberg.
7. Anna Dorothea Elisabeth. Heiratete in Mariensee am 20.11.1718 Friedrich Levin Eichhorn, *Hoyershausen um 1684, +Barbis 20.8.1731. Nach dem Universitätsstudium in Helmstedt, 1718 Pastor in Barbis.

1686
In der Kopfsteuerliste des Klerus von 1686 wird Justi Ristenpatt, gewesener Schuldiener zu Mariensee erwähnt. Seine Tochter Elisabeth Ristenpatt hat ihren Auf- und Unterhalt 1686 im Kloster.
In der gleichen Kopfsteuerliste: „Baltzer von Hartz Organist und Schuhldiener 30 Jahre, Anna Hedewig Ludewigs, dessen Frau 20 Jahre alt. Lucia Marlena desßen Töchterlein ½ Jahr.
In der Kopfsteuerbeschreibung von 1689 ist noch eine Tochter mehr aufgeführt. (Anne Margrete 1 ½ J)

1696
Die Kirchenbücher von Mariensee beginnen mit dem Jahr 1696.

1695
Gerhard David Niemann ist von 1695- 1742 Pastor in Mariensee. *Oldendorf bei Melle 2.6.1667, +Mariensee 21.5.1742. Besuchte das Ratsgymnasium in Osnabrück, die Universität Jena, seit 1695 Pastor in Mariensee. Heiatete Hannover 27.8.1695 Lucia Elisabeth Ammon, getauft in Wunstorf am 22.3.1677, +Mariensee 29.12.1739. Ihr Vater war Andreas Gottfried Ammon der ab 1672 Superintendent in Wunstorf war und dort am 9.8.1686 verstarb.
Fragmente des Grabsteines des Ehepaares Niemann sind in einer Ziegelmauer am Kloster eingemauert. Erkennbar ist nur das Sterbedatum der Lucia Elisabeth Niemann, geborene Ammon.

Der Vater von Pastor Niemann war David Niemann, Rittmeister unter den Truppen Seiner Königlichen Majestät von Dänemark. Die Mutter war Anna Margarethe Plohren, die nach dem Tode ihres Mannes eine zweite Ehe mit dem Prediger in Holte im Osnabrückischen, Nicolaus Langenberg, einging. Ausbildung: Besuch des Gymnasiums zu Osnabrück (Osnabrügge), dann fand er Gönner die ihn in Stande setzten Akademien zu besuchen. 3 Jahre auf der Universität Jena, bei den Theologen Beckmann, Baieri, Goetzii usw, in Historicis Herr Sagittary, in Mathemahicus Herr Weigelii, in Philosophius und Phililogicus der Herr Velthemii und Herr Danzii, der letztere in Anführung orientalischen Sprachen. Dann ging er nach Hannover und erhielt nach zweijährigen Aufenthalt daselbst die ordentliche Vocation zu der Predigerstelle bei hiesigem Stift Mariensee. Im August 1695 Heirat mit Lucie Elisabeth (Lucis Lisebeth) Ammons, Tochter des Superintendenten, auch Stifts- Senior in Wunstorf Andreas Gottfried Ammon (*Göttingen 22.11.1635, +Wunstorf 9.8.1686) und dessen 2. Ehefrau Ilse Emerentia von Wintheimb. In den 45 Jahren Ehe mit Lucie Elisa zeugte er 4 Söhne und 5 Töchter. Davon sind 3 Söhne und 3 Töchter bei seinem Ableben noch am Leben. Gerhard David Niemann starb am 21.5.1742 nachdem er 47 Jahre Pastor in Mariensee gewesen war.
Konzession zur stillen Beerdigung (Auszug): „Auf das vom Advocateo und Procuratore Wagemann übergebene Memorial ist verstattet, daß dessen verstorbener Schwieger= Vater, weyland Prediger zu Mariensee, Ehrn Niemann, wann zuforderst die etwa hergebrachte Leichen= Gebühren entrichtet, in der Stille beerdigt werden möge“. Hannover den 23ten Mai 1742, Unterschrift: Erythropel. (Quelle: Eph Neu Mariensee 2)

1715
Untersuchung über die Streitigkeiten von Johann Heinrich Eickhoffs Frau und Maria Schöneberg in der Kirche 1715- 1717. (Quelle: Eph Neu Mariensee Fasz 5)

1726
Kirchenbuch Neustadt 1726: „Am 25. April ist alhir des ST Herren Obersten Arens Frau Liebste welche zu Mariensee gestorben alhir in der Kirche begraben“.
Auszug aus einem Schreiben des Superintendenten Förster in Neustadt vom 22. April 1726: „Zuforderst Condolire von Hertzen wegen absterben Iero verstorbenen Frau Eheliebsten und wünsche daß Gott aller gedult und allen Trostes Sie kräftig aufrichten und Ihnen auch Ihrer gantzen vornehmen Familie geistl. Gedult in diesem Leiden erweisen und Sie auff andere Art wieder erfreuen und in specie für Hochwohlgebohren den Ihrigen zu trost lange gesund erhalten wolle“. Im weiteren bestätigt Förster den Kaufkontrakt der Begräbnisstelle in der Kirche zu Neustadt, und auch nach Genehmigung zur stillen Beerdigung durch das Konsistorium in Hannover alles Notwendige zu veranlassen.

1728
Kirchenbuch Neustadt 1728: „Den 6. Febr. ist Obrist Arens von Mariensee Mittag gegen 12 Uhr untern geläute öffentlich beerdiget“.

1736
Vor 1736. Schullehrer ist Gabriel vom Hartz, Sohn des Baltzer vom Hartz.

1742
Von 1742 bis 1775 ist Philipp Ernst Hölty Pastor in Mariensee. *Hildesheim 12. April 1712, (Sohn des Bürgers Heinrich Wulbrand Hölty und dessen Ehefrau Marie Margarethe, geborene Hölty), vormaliger Kand. + Mariensee 6. Februar 1775 nach 8tägiger Krankheit im Alter von 62 Jahren.. Hölty ging 3 Ehen ein und hatte 15 Kinder.
1. Ehe in Ahlem am 14.1.1744 mit Charlotte von Berkhausen, die in Ahlem am 31.3.1721 getauft war und am 1.3.1745 in Mariensee im Wochenbett verstorben ist. (Eltern: Johann Ludwig von Berkhausen, *10.2.1678, +Ahlem 24.9.1752, Licentinspektor und Oberkommissar in Ahlem, verheiratet mit NN Ahrens)
Kind:
1. ein totgeborener Sohn, begraben in Mariensee am 7.2.1745

2. Ehe am 28.2.1748 in Celle mit Elisabeth Juliana Gössel, getauft Celle 18.9.1724, +Mariensee 7.2.1757. (Eltern: Thomas Friedrich Gössel, *um 1687, begraben in Celle am 2.9.1739, Universitätsstudium in Rostock, Advokat in Celle, verheiratet mit NN die am 13.11.1732 in Celle begraben wurde)
Kinder:
2. Ludwig Heinrich Christoph, *Mariensee 21.12.1748, +Hannover 1.9.1776, Verlor als 9 Jähriger seine geliebte Mutter, studierte in Göttingen Theologie, Mitbegründer des „Hainbundes“, Dichter, (Denkmäler für ihn auf dem alten St. Nicolai- Friedhof in Hannover und in Mariensee)
3. Dorothea Antonia Margareta, *Mariensee 3.8.1750, +Celle 22.3.1797. Verheiratete sich in Celle am 20.1.1780 mit den Bürger und Kaufmann in Celle Johann Dietrich Chrysander.
4. Friedrich Albrecht, *Mariensee 7.12.1751, +Mariensee 7.5.1758.
5. Catharina Amalia, *Mariensee 5.11.1752, +Mariensee 12.11.1752.
6. Georg Wilhelm Arnold, *Mariensee 13.12.1753, +Mariensee 23.6.1756.
7. Eleonora Margareta, *Mariensee 15.6.1755, +Goslar 13.1.1826, heiratete in Celle am 11.2.1780 Christian Boesewiel, *1730, +Stolzenau 9.12.1801, Leutnant im Infanterieregiment 6 A, 1781 Kapitän im 14. Infanterieregiment, 1791 als Major in Pension.

3. Ehe am 9.2.1758 in Basse mit Maria Dorothea Johanna Niemann, *Basse 21.3.1736, +Diemarden 24.12.1805. (Eltern: Arnold Christian Niemann, getauft in Mariensee am 12.11.1696, +Basse 4.5.1749, nach Universitätsstudium in Helmstedt und Jena, 1728 Pastor in Basse, heiratete in Brelingen am 16.2.1730 Sophie Magdalena Müller, *Brelingen 7.9.1714, +Basse 1772)
Kinder:
8. Levin Carl, *Mariensee 23.1.1759, +Gartow 30.9.1833. Universitätsstudium in Göttingen 1779, 1786 Pastor in Prezelle, 1788 Pastor in Gartow, war verheiratet mit Charlotte Marie Kainz.
9. Sophie Louise, *Mariensee 23.12.1760, +Stolzenau 9.3.1816, heiratete in Mariensee am 7.3.1783 Johann Friedrich Schwarzweller, *Hameln um 1745, +Wustrow 14.2.1815, Universitätsstudium in Göttingen, Pastor in Bothmer 1780, 1792 Pastor in Breselenz und 1810 Pastor in Wustrow.
10. Joachim Philipp Arnold, *Mariensee 23.9.1763, +Thielt/ Flandern 23.2.1794, Kompanie- Chirurg im 1. Grenadier- Regiment.
11. Totgeborener Sohn, *+ Mariensee 5.11.1765.
12. August Ludwig Wilhelm, *Mariensee 20.11.1766, +Himbergen 27.10.1849. Universitätsstudium in Göttingen 1787, Pastor: 1798 in Jembke, 1804 in Brome, 1823 in Himbergen, verheiratete sich in Clenze am 24.7.1799 mit Elisabeth Louise Johanne Danckwerts, *Bergen/ Dumme 19.9.1772.
13. Auguste Wilhelmine Christine, *Mariensee 1768, +Gartow 8.7.1804. Verheiratete sich in Gartow am 15.11.1793 mit dem Gräflich- Bernstoffschen Brauverwalter in Gartow Georg Ludwig Dietrich Angelbeck, *Harburg.
14. Georg Heinrich, *Mariensee18.10.1770, +Nienburg 19.12.1825. Universitätsstudium in Göttingen, 1792 in Helmstedt, 1798 Rektor in Nienburg, verheiratete sich in Nienburg am 27.12.1801 mit Henriette Friederike Dorothee Schantz *Nienburg 1773, +Nienburg 8.3.1841.
15. Henriette Dorothea, *Mariensee 16.10.1772, +Himbergen 29.4.1848. Verheiratet in erster Ehe mit Johann Heinrich Rudolph Jungblut. *Willershausen 25.1.1768, *Diemarden 18.4.1807, Studium Universität Göttingen, Feldprediger 1796, 2. Pastor in Walsrode 1798, Pastor in Diemarden. Verheiratet in zweiter Ehe mit dem Witwer ihrer Schwester Auguste Wilhelmine Christine.

1748
Am 21. Dezember 1748 wird Ludwig Hölty im Pfarrhaus zu Mariensee geboren.
Eines seiner ersten Gedichte schrieb er als sein Hund Nette starb:
Allhier auf dieser Stätte
liegt begraben Nette
zu Horst ist er geboren
zu Mariensee gestorben
dies Grab hat er erworben.
„Dies Grab“ war eine Stelle auf dem Friedhof des Klosters, der sich zu jenen Zeiten direkt an der Klosterkirche befand.
Als Neunjähriger erkrankte er an Blattern, die sein Gesicht entstellten.
Nachdem ihn sein Vater in sechs Sprachen unterrichtet und er das Gymnasium in Celle besucht hatte, wurde Hölty am 19. April 1769 als Theologiestudent in Göttingen immatrikuliert. Zum Wendepunkt seines Lebens wurde zwei Jahre darauf die Begegnung mit Gottfried August Bürger, der ihn in den Freundeskreis um Heinrich Christian Boie und Johann Heinrich Voß. einführte. Dort rief er dann mit den anderen zusammen den Dichterkreis „Hainbund“ ins Leben. In dieser Zeit entstanden die ersten größeren Dichtungen des Jünglings, Elegien, Oden und Lieder. Sein bekanntestes Gedicht dürfte wohl „Der Landmann an seinem Sohn gewesen sein, das später vertont und unter dem Titel „Üb immer Treu und Redlichkeit bis an dein kühles Grab“ bekannt wurde.
In Göttingen, so berichteten seine Freunde, war er schon blass wie der Tod. Eichendorff hat von ihm gesagt: „Höltys ganze Poesie ist eine wehmütige Todesahnung“.
Sein körperlicher Zustand erlaubte inzwischen auch nicht mehr die Übernahme einer Pfarrstelle. Nachdem er die Studien abgeschlossen hatte reiste er nach Leipzig und Hamburg. Die Schwindsucht, die immer schlimmere Ausmaße annahm, führte ihn als letzten Ausweg zum berühmten Arzt Georg Zimmermann in Hannover, doch konnte er Höltys Leben nicht mehr retten.
Hölty hatte einst sich einst gewünscht:
„Ihr Freunde hängt, wann ich gestorben bin,
die kleine Harfe hinter dem Altar auf,
wo an der Wand die Totenkränze,
manches verstorbenen Mädchen schimmern,
der Küster zeigt dann freundlich den Reisenden
die kleine Harfe, rauscht mit dem roten Band,
das, an der Harfe festgeschlungen,
unter den goldenen Saiten flattert.“
Dieser Wunsch wurde ihm erfüllt, auch wenn es heute nur noch eine einfache nachgebildete Harfe ist die hinter dem Altar der Klosterkirche in Mariensee aufgehängt ist.
Sein bekanntestes Gedicht „Der Landmann an seinen Sohn“ ist unter dem Titel „Üb immer Treu und Redlichkeit bis an dein kühles Grab“ bekannt geworden. Der Bruder der Äbtissin Deichmann hat um 1900 sogar einen Chorsatz „Für die Kinder von Mariensee“ davon geschrieben.
Der „Dichter des Frühlings“ starb in einem bescheidenen Fachwerk- Traufenhaus in der Leinstrasse 8 in Hannover (das den Bomben des 2. Weltkrieges zum Opfer fiel), am Sonntag den 1. September 1776. Drei Tage nach seinem Tode wurde der Dichter in einem „Begräbniß für Fremde auf Verwesung“ auf dem Nicolaifriedhof in Hannover beigesetzt, einer Begräbnisstätte die nicht vor Einebnung geschützt war.
Im Kirchenbuch der Aegidienkiche steht unter Höltys Begräbniseintrag „wegen seiner Poesi berühmt“.
Die Stelle des Grabes geriet aber bald in Vergessenheit. Schon sieben Jahre später schrieben Johann Heinrich Voß und Friedrich Leopold Graf zu Stolberg in der ersten Ausgabe von Höltys Gedichten: „Ein Denkmal kann ihm nun freilich nicht gesetzt werden; aber in Hannover, wo auch Leibniz begraben liegt, ist es kein Zeichen von Geringschätzung, dass man die Stätte des Begrabenen nicht kennt“.
1878 meinte man die Stelle des Grabes von Hölty gefunden zu haben. Man setzte auf die Stelle einen Stein aus der Epoche Höltys (geschmückt mit einem Engelskopf), und haute folgende Inschrift ein: „LUDWIG HEINRICH CHRISTOPH HÖLTY GEB 21 DEC 1748 GEST 1 SEPT 1776“.
1890 entfernte man Stein und Grabhügel wieder, weil er nicht an der richtigen Stelle lag, wie man nunmehr glaubte.
Der Stein wurde an der Nordwand der Nicolaikapelle gesetzt, weil eine andere Quelle dies als Standort angab. Doch dieser Stein verschwand später bei der Neugestaltung des Steintorbereiches.
Auf dem Nikolaifriedhof in Hannover steht das 1901 von Otto Lüer geschaffene Denkmal Höltys.
Zu Frühlingsbeginn schmückt stets ein frischer Blumenstrauß das Denkmal auf dem Friedhof und verkündet mit Nikolaus Lenaus Worten die auf dem Denkmal zu lesen sind:
„Hölty! Dein Freund, der Frühling, ist gekommen,
Klagend irrt er im Haine, Dich zu finden,
Doch umsonst! Sein klagender Ruf
Verhallt in einsamen Schatten.“

1750
1750 ist Johann Christian Firnhaber Schullehrer. Pastor Hölty hat ihn vorher gebührend präsentiert und sorgfältig examiniert und untersucht ob er fähig zur Verwaltung des Schuldienstes ist. Firnhaber hat keine besondere Lehrerausbildung. Aus dem Zeugnis, seiner Bewerbung beigelegt, geht hervor, dass er zunächst 1 Jahr 4 Monate bei von Holle und dann noch 1 ¼ Jahr bei von Oeynhausen als „Laquey“ gearbeitet hatte. Pastor Hölty bestätigte ihm, dass er ein gutes Attest und Zeugnis seines Wohlverhaltens gezeigt und beigebracht habe.

1754
Schullehrer ist der vorherige „Laquey“ Heinrich Christian Mantels.

1771
Mariensee wird auf der Kurhannoverschen Landesaufnahme mit 20 Feuerstellen kartiert, die sich sämtlich nordwestlich des Klosters konzentrierten.

1775
Von 1775 bis 1825 ist Johann Wilhelm Homeyer Pastor in Mariensee. *Rinteln 13.5.1740, +Mariensee 30.8.1825. Studium Universität Rinteln, 1775 Pastor in Mariensee. (Eltern: Carl Lorenz Homeyer, Schreinermeister in Rinteln und Catharina Hedwig Wittkugel) Heiratete in der Neustadt von Hannover am 28.9.1775 Anna Catharina Grope, *Hannover 3.6.1753, +Mariensee 19.6.1831. (Eltern: Johann Heinrich Grope, Bürger, Sattlermeister und Ratsherr in Hannover, +Hannover 7.9.1755 hatte in Hannover geheiratet am 2.7.1750 Margarethe Rosine Siemering, *9.1730, +Hannover 6.1.1781, die am 30.8.1768 in Hannover eine zweite Ehe einging mit dem Bürger und Sattlermeister in Hannover Christian Otto Wehrssen, getauft Hannover 16.10.1731, +Hannover 23.11.1783)
Kinder:
1. Carl Friedrich Christian, *Mariensee18.5.1777.
2. Levin Otto Heinrich, *Mariensee 14.1.1779, +Mariensee 21.12.1791.
3. Wilhelm August, *Mariensee 12.5.1781.
4. Ernst Wilhelm, *Mariensee 3.11.1783.
5. Catharina Magdalena Henriette Charlotte, *Mariensee 17.1.1786.
6. Friedrich Wilhelm Ludwig, *Mariensee 27.6.1787.
7. Wilhelmina Augusta Christina, *Mariensee 8.4.1789, +Mariensee 1.4.1835.

1778
Mariensee besteht aus 2 Meierhöfen, ohngefehr 12 Vorbürgern und einigen Anbauern. Fast jedes Haus hat seine Einlieger. Nur die ersten haben Ländereien. Die Vorbürger nur soviel um eine Kuh zu unterhalten, sonst nichts. Die Einlieger sind fast alle blutarm. Die mehrsten vermieten ihre Kinder wenn sie erwachsen sind in auswärtige Dörfer. Mit den Mädchen geschieht ein gleiches. Die etwas Schwächeren werden gebraucht um die ganz kleinen Kinder zu Hause zu warten, indessen die Ihren sich ihr Brodt erwerben. Daß aber auch in Empede und Wulfelade sich ebenso viele Arme befinden beweiset sowohl das Armenregister als auch die jährlichen Rechnungen der Schulmeister an unsere hochwürdige Frau Abbatißin, als welche es sich zur Pflicht macht für eine Anzahl armer Schulkinder das Schulgeld zu bezahlen. (Quelle: Eph Neu 333, Brief 12.2.1778)
Sobald das Frühjahr den Landmann zur Arbeit ruft, werden alle Beschäftigungen einem jeden nach seinen Kräften ausgetheilet. Nehme ich auch selbst den Meyersmann, der einen Knecht oder Jungen hält, schützet doch die Menge seiner Arbeiten vor, wozu er seinen erwachsenen Knaben oder Mädchen tüchtig findet, damit keine Hand unthätig bleibet sich Brod zu verschaffen. Unterdessen der Knabe die Pflüge treibet oder auf dem Felde ist, muß das Mädchen zu Hause Garn spinnen entweder zur häuslichen Nothdurft oder zum Verkauf. Aber selbst die letzteren sehe ich bey den Pflügen. Zu denen Local- Umständen rechne ich vorzüglich das Viehhüten. So manche Gattung von Vieh, so mancher Hirte, und einem jeden von diesen müssen, soviel ich von Empede und Wulfelade weiß, einige Gehülfen zugestellt werden. Dazu werden nun jederzeit die Kinder, so zur Schule gehen, genommen, damit die anderen häußlichen Geschäfte nicht zum Schaden der Familie unterbrochen werden. In der Ernte wird aber alles, was sich bewegen kann zu dieser Art Arbeit gebraucht. (Quelle: Pastor Homeyer)

1779
Ernst Conrad Mantels, Sohn des vorherigen Lehrers Heinrich Christian Mantel ist Lehrer und Kantor in Mariensee. Seine Dienstzeit ist bisher nicht genau bekannt, vermutlich bis 1810/ 11. Er hinterlässt bei seinem Tode eine Witwe mit 10 Kindern..
Am 6.10.1809, in einer Nachricht über einen Kantor Mantels zu Rehburg, wird ein Georg Ernst Friedrich Mantels *Mariensee 30.6.1787 erwähnt, der als Kantor, Organist und Knabenlehrer in Rehburg seit 1 ¼ Jahr tätig ist. War vorher ad interim als Küster und zweiter Schullehrer in Loccum vom 8.10.1807 1 ½ Jahre gewesen war. (Quelle: Eph Neu Gen 90)

1787
Auf Ausschreiben des Konsistoriums in Hannover ergeht eine Anfrage vom Superintendenten Grupen in Neustadt an die Prediger zu Otternhagen, Basse, Helstorf, Mandelsloh, Suderbruch, Niedern Stöcken und Dudensen ob Priechen für das Militär dort bereit gehalten werden. Darauf wird vermerkt: „nach Mariensee geht es nicht, weil es mit der Klosterkirche ein anderes Verhältnis hat“. (Quelle: Eph Neu Mariensee)

1805
Im November des Jahres 1805 rücken in Mariensee russische Einheiten ein. Zunächst erschienen hier 111 Soldaten und Führung des Obersten Dawidowsky. Am gleichen Tage, dem 26. November, folgten weitere 114 Mann mit einem Offizier. Andere Truppen kamen hinzu. Die Besatzungskosten allein für die Russen beliefen sich in dem Zeitraum vom 26. November 1805 bis 8. Februar 1806 auf 210 Reichstaler; eine andere Quelle spricht von 260 Reichstaler. (Quelle: Archiv Pattensen, Nr. 2365)

1807
Die ursprünglich aus 17 Häusern bestehende Dorfschaft Mariensee ist zwar um einige Anbauten vermehrt worden, gilt aber als arm. Sie besteht aus einem Vollmeyerhof, einen zweiten unbewohnten Vollmeyerhof, ansonsten lauter armen Einwohnern und einigen Handwerkern. (Quelle: Bericht des Klosteramtes (Schuster) am 8. Oktober 1807)

1811
Johann August Diedrich Heine, kurzzeitig Schullehrer in Mariensee. „Den 9ten November 1789 wurde ich zu Schessinghausen Kirchspiels Husum geboren. Ostern 1810 bin ich durch die Vermittlung des Herrn Superintendenten Baldenius in das Seminar gekommen; wo ich an dem Unterrichte, welcher daselbst ertheilt wird, bis Michaelis 1810 Theil genommen habe. Am 3ten Januar 1811 wurde ich von Sr. Hochwürden dem Herrn Superintendenten Baldenius nach Mariensee gesetzt, um in der Schule daselbst zu arbeiten, weil der Lehrer mit Tode abgegangen war. Dieses Geschäft verrichtete ich bis May 1811, wo ich Mariensee verließ, und um mich in meinem Berufe weiter fort zu bilden nach Lachem und Haverbeck bey Hameln ging. Am 7ten Octobr 1811 kam ich zum 2ten male nach Mariensee und war bis zum 21ten Novb da. Am 23ten Novemb kam ich auf Befehl Sr. Hochwürden des Herrn Superintendenten Baldenius nach Bordenau. Von Ostern bis Johanny 1813, habe ich, zu meiner weiteren Fortbildung, wieder an dem Unterrichte auf dem Seminario Theil genommen. Bordenau d 1ten December 1813“. (Quelle: Eph Neu Bordenau)

Schullehrer von 1811- 1820 ist Johann Christian Heetel.
Kloster Mariensee den 21. März 1836. Bericht des Pastors Chappuzeau über die Witwe des Schullehrers Johann Christian Heetel: Margarethe Elisabeth Heetel, geborene Watmann(?), nachgebliebene Wittwe des weiland Schullehrers und Organisten hieselbst, welcher im Jahr 1820 an den Folgen eines langwierigen Beinschadens gestorben ist. Sie steht im 49sten Jahre ihres Alters. Allerdings genießt sie eine Pension von Königlicher Klosterkammer, welche in 20 Rthl an baarem Gelde, C. Mze., und an Korn in zwei Malter Rocken und einen Malter Gerste besteht, die ihr aus der Schullehrer- Wittwen- Casse der Inspection jährlich zukommen, 4 ½ bis 5 Rthl umgerechnet. Dazu hat sie die geringen Zinsen von etwas Capital- Vermögen. Doch ist ihre Lage von der Art, daß man ihr namentlich gegenwärtig eine andersweitige Beihülfe sehr wünschen muß. Der Mann lag fast 1 ½ Jahr schwer danieder, war unter anderen 14 Wochen im Bade Rehburg und waren die Ausgaben für ihn an Arzt und Apotheke sehr bedeutend, so daß sie nur mit Mühe und unter großen Einschränkungen deren Bestreitung almäig erschwingen konnte. Dazu verursachen ihr ihre beiden fast erwachsenen Söhne ähnliche Kosten noch immer. Der älteste Sohn, welcher bis 1835, als Schreiber in Rehburg conditionirte, musste leider dieses Jahr, wegen eines noch anhaltenden Augenübels aufgeben und bringt jetzt bei seiner Mutter ohne Verdienst, zu, in der Kur des Arztes. Der jüngere, etwa 17 Jahre alt, ist schon seit dem zweiten Jahre seines Alters ein bejammernswerther Patient. Nur die älteste Tochter, welche coditionirt, ist gesund und hat jetzt ihr Brod, wogegen die jüngere auch schwächlich ist und von der Mutter an einem anderen Orte unterhalten werden muß, um das Nähen zu erlernen. Aus diesen Allen ergiebt sich die große Hülfsbedürftigkeit der Wittwe Heetel, welche daneben das erfreuliche Zeugnis einer musterhaften Rechtlichkeit und lobenswerther Kindererziehung ertheilt werden darf. (Quelle: Eph Neu Gen 101)
1865: Elisabeth Margarethe Heetel zu Bad Rehburg, seit 40 Jahren Wittwe. Sie hat zwei Töchter, von denen die eine verheirathet, die andere bei der Mutter sich aufhält und kränklich ist. Sie bekommt von der Klostercasse 35 Thaler. (Quelle: Eph Neu Gen)
1868 lebt die Schullehrerwitwe Heetel in Bad Rehburg. Sie wohnt dort bei ihrem Schwiegersohn den Einnehmer Meier. (Quelle: Eph Neu Gen)

1814
Am 19.10.1814 Erwähnung einer Art Feuerwehr „Feuermannschaft Mariensee“. An diesem Tage werden von einem Brand in Mariensee 12 Gebäude erfasst und und vernichtet. Der Brand brach in dem zum Vollmeierhof Nr. 1 (Hanebutt) gehörenden Leibzuchthaus aus. In diesem Leibzuchthaus wohnten 2 Mieter, der Schneider Gleue und die Witwe des Försters Arenhold.
Zerstört wurden des Vollmeiers Hanebutts Wohnhaus, das Leibzucht- Haus, die Scheune. Dem Beibauern Homeyer das Wohnhaus und ein Stallungs- Nebengebäude. Der Dorfschaft verbrannte das Hirtenhaus. Dem Beibauern Conrad Gehrke das Wohnhaus und ein kleines Stallgebäude. Dem Beibauern Carl Jürgens das Wohnhaus und das kleine Stallgebäude. Dem Beibauern Heinrich Heimroth das Wohnhaus und dem Großkötner Carl Runge das Leibzuchthaus.
Über die Brandursache ist man sich nicht im klaren. Gerüchte das der Zehntsammler Meyer aus Wulfelade oder die Witwe des Försters ihre Finger im Spiel hätten, erwiesen sich als haltlos.

1821
Mariensee hat 408 Einwohner

Lehrer H. Fr. Sandmann ist Lehrer in Mariensee, verstirbt 1828.
Über seine Witwe schreibt Pastor Chappuzeau am 21. März 1836: „Henriette Sandmann, geborene Schaper, nachgebliebene Witwe des weiland Organisten und Schullehrers zu Mariensee, welcher im Jahre 1828 noch sehr jung an der Schwindsucht gestorben ist, ist etwas über 30 Jahre alt. Gegenwärtig befindet sie sich im Dienste der Frau Äbtissin hieselbst, da sie früher größtentheils durch Nähen ihren Unterhalt erwarb. Da schon außer ihr 2 Witwen am Orte sind, so hat sie von Königlicher Klosterkammer gar keine Beihülfe. Ihr unbedeutendes Vermögen hat sie zum Theil schon zusetzen müssen, da sie genöthigt ist, ihren ältern Sohn, der etwa 10 J. alt ist, an einem anderen Ort in Kost und Unterricht zu erhalten. Der jüngste Sohn, etwa 8 Jahre alt, ist dagegen noch bei ihr. Sie hat bisher stets an Unterstützungen aus Königlichen Consistorio theil genommen und ist demselben nach des Unterzeichneten Ueberzeugung aber so sehr bedürftig und würdig“. (Quelle: Eph Neu Gen 101)
27. Mai 1865. Henriette Sandmann zu Mariensee, seit 37 Jahren Witwe. Sie hat zwei Söhne, die beide versorgt sind. Sie bekommt aus der Klostercasse 20 Thaler, ihren weiteren Unterhalt hat sie sich bisher durch Nähen erworben. Da sie zur Zeit schwächlich und kränklich ist, wäre eine kleine außerordentliche Unterstützung ihr wohl zu wünschen. Rautenberg, Pastor. (Quelle: Eph Neu Gen)

1825
1825 bis 1832 ist Ernst Friedrich Wilhelm Himstedt Pastor in Mariensee. *Hoheneggelsen 28.12.1791, +Völksen 18.5.1877, Universität Göttingen, 1818 Pastor adj. in Mariensee. Pastor: 1825 Mariensee, 1832 Hachmühlen, 1854 Völksen. (Eltern: Johann Heinrich Himstedt, fürstlicher hildesheimischer Meierdingsvogt in Hoheneggelsen, Heirat in Groß- Lafferde 18.5.1780 mit Dorothea Friederike Boettcher, *Groß- Lafferde 23.6.1752, +Hoheneggelsen 24.6.1819)
1. Heirat in Mariensee 13.12.1820 mit Charlotte Melusine Elisabeth Denicke, *Evensen 7.9.1783, +Mariensee 23.10.1826.
Kinder:
1. Christian Eberhard Georg David Wilhelm, *Mariensee 12.10.1821.
2. Justus Carl Ludwig Rudolph, *Mariensee 1.11.1823.
3. Friedrich Wilhelm Julius, *Mariensee 10.2.1826.

2. Heirat mit Friederike Louise Junker.
Kinder:
4. Georg Ludwig, *+Mariensee 16.11.1828.
5. Heinrich Carl, *Mariensee 14.7.1830.
6. Totgeborener Sohn, *Mariensee 17.7.1832.
7. Marie Elise Charlotte Helene, *Hachmühlen 7.7.1844, +Goslar 26.1.1901. Heiratete Völksen 12.10.1870 Heinrich Wilhelm Adolf Grütter, *Nienhagen 9.4.1840, +Meran 16.5.1873. Ernestinium Celle, Universität Göttingen, Pastor coll. Völksen, 1869 Interimsprediger in Nienhagen.

1828
Lehrer in Mariensee von 1828- 1874 wird der am 2. Januar 1798 geborene Friedrich Georg August Pohlmann.
Ab 20. Mai 1828 bis zu seiner Pensionierung im Jahre 1874 in Mariensee tätig. Pohlmann war seit 1818 Lehrer in Basse, aber erst in Mariensee wird er auch gleichzeitig Küster und Organist. 1849 stellt er den Antrag, dass man ihm zum Kantor ernennen möge, denn sein Sohn sei es schon seit einiger Zeit. Der Antrag wird genehmigt.
Im Jahre 1844 ist Pohlmann 46 Jahre alt, seine Ehefrau ist 44 Jahre alt. Die Namen der noch lebenden Witwen der Dienstvorgänger werden angegeben mit der Witwe des weiland Küsters Heetel und der Witwe des weiland Küsters Sandmann. (Quelle: Eph Neu Gen)
1871 wird er Witwer genannt. (Quelle: Eph Neu Gen 90)

1833
1833 bis 1841 ist Georg Christoph Chappuzeau Pastor in Mariensee. *Kirchwehren 17.5.1803, +Soltau 12.6.1879
Kinder:
1. Charlotte Louise Elisabeth, *Mariensee 1.12.1839, +Arbergen bei Bremen 13.2.1885, Heirat Dorfmark 28.11.1866 mit Georg Gustav Krome, *Neukloster 12.10.1828, +Arbergen 7.12.1887. Schulen in Stade und Verden, Universität Erlangen, in Göttingen Hauslehrer, Pastor adj: 1856 Scheessel, 1857 Achim, 1862 Reiseprediger für den Konsistorialbezirk Stade. Pastor: 1865 Heeslingen, 1878 in Arbergen.
2. Luise Sophie, *Dorfmark10.11.1841, +Braunschweig 11.5.1901, Oberin im Marienstift zu Braunschweig.
3.Georg August Adolf, *Dorfmark 27.3.1844, +Palama/ Italien 23.3.1875.
4. Sophie Henriette, *Dorfmark 26.9.1847, +Braunschweig 1911, Oberin im Marienstift in Braunschweig, Nachfolgerin ihrer Schwester Luise Sophie.

1841
1841 bis 1860 ist Carl Heinrich Friedrich Wilhelm Bodemann Pastor in Mariensee. *Imsen bei Alfeld 21.1.1813, +Mariensee 18.6.1860. Er besuchte Schule in Göttingen, später die Universität Göttingen und wurde dann 1841 Pastor in Mariensee. (Eltern: Christoph Johann August Conrad Bodemann, *Rüper 3.11.1781, +Oesslse 21.2.1834, Schule in Braunschweig, Universität Helmstedt, Pastor: 1809 in Imsen, 1822 in Oesselse, verheiratet mit Henriette Caroline Luise Teichmüller, *1.10.1793, +Hildesheim 27.9.1842).
Bericht des Klosteramts Mariensee (Auszug eines Schreibens des Klosteramtmannes Ribbentrop in Mariensee an Superintendent Parisius) den 2. Juli 1860: betr. die Unterstützung der beiden Schwestern Sophie und Louise Bodemann in Mariensee.. Der am 18ten v. M. in Mariensee verstorbene Pastor Bodemann hinterlässt zwei unverheyrathete Schwestern denen er seit dem am 21ten Febr. 1834 in Oesselde erfolgten Tode ihres Vaters, des Pastors August Bodemann der väterliche Versorger gewesen ist in bedrückter Lage. Die Aelteste, Sophie ist 36 Jahre alt, die Zweite, Louise, 31 Jahre alt, Letztere kränklich, außer Stande, sich bei Fremden ihren Unterhalt zu erwerben und auf den Beistand der älteren Schwester angewiesen. Drey Brüder, welche noch am Leben sind, halten sich in America auf und vermögen so wenig wie zwey verheyrathete Schwestern eine Zufluchtstätte zu bereiten. Beide Mädchen haben ihren verstorbenen Bruder während seiner achtjährigen Krankheit, welche besonders in den letzten Jahre eine entsetzlich peinliche gewesen ist, mit staunenswerther Liebe gepflegt. Sie haben sich auch im Uebrigen die allgemeine Achtung und Liebe erworben. Würden sie sich genöthigt sehen die bislang mit ihrem Bruder getheilte Wohnung im Pfarrhause sofort zu verlassen und den kleinen Haushalt eben in jetziger Jahreszeit aufzugeben, so würde sich zu dem Schmerze über den Verlust des heißgeliebten Bruders noch die Sorge um ihre allernächste Zukunft gesellen. Im Einverständnisse, ja auf dringensten Wunsch des heute zum Nachfolger gewählten Pastors Rauterberg erlaube ich mir deshalb, ehrerbietig gehorsamst dan auf anzutragenden Königlichen Ministerium wolle Hochgeneigtest gestatten, daß die beiden Schwestern Sophie und Louise Bodemann bis zum 1ten April (nächten Jahres) im Besitze der Wohnung im Pfarrhause und der übrigen Emolumente der durch den Tod ihres Bruders erledigten Stelle bleiben. (Quelle: Eph Neu Mariensee 3)

1846
Die Schule in Mariensee. 28.5.1846. Das Patronat hat die Äbtissin des Klosters Mariensee. Gewöhnliche Schule mit dem Küster und Organistendienst verbunden. 65 Kinder. Die Beschaffenheit der Lehrerwohnung ist gut, aber zu klein. Die Größe der Schulstube beträgt 476 Quadratfuß und ist in ihrer Beschaffenheit gut. Die Bauverpflichtung liegt bei der Königlichen Kloster- Cammer. (Quelle: Eph Neu Gen 88)

1848
Mariensee hat 340 Einwohner

1851
Die Gemeinheitsteilung wird in Mariensee durchgeführt.

1860
Herbst 1860. Einführung von Pastor Rauterberg
Franz August Carl Albert Rauterberg, Pastor in Mariensee von 1860 bis 1864, *Hildesheim 3.6.1823, +Brünninghausen 27.11.1890. 1860 Pastor in Mariensee, 1864 Pastor in Brünninghausen. (Eltern: Friedrich Georg Rauterberg, *Garmissen 21.8.1791, +Hildesheim 8.9.1856, Pastor coll Hildesheim/ Lamberti, 1820 Pastor Hildesheim/ Andreas, verheiratet mit Catharina Hedwig Auliep) Heirat Rheden 22.1.1861 mit Luise Friederike Henriette Bodemann, *Oesselse 30.12.1828. Schwester des Vorgängers in Mariensee, Pastor Carl Heinrich Friedrich Wilhelm Bodemann.

1861
Die Pfarrgemeinde Mariensee besteht aus dem Pfarrorte Mariensee, in hiesiger Gegend gewöhnlich schlechtweg Kloster genannt, und den beiden eingepfarrten Dörfern Empede und Wulfelade, die so gelegen sind, daß Mariensee in der Mitte zwischen denselben liegt ¾ Stunde von Empede und ½ Stunde von Wulfelade entfernt. In beiden finden die gewöhnlichen ländlichen Verhältnisse statt. Doch unterscheiden sie sich, Empede durch einen ziemlich rohen Ton der jungen Leute, der durch mehrere Arbeiter der Neustädter Eisenhütte, die hier ihre Wohnung halten, verschlimmert ist. Wulfelade durch einen frommen christlichen Ton, der in mehreren Familien daselbst vorherrschend ist. In Mariensee hingegen findet sich ein sehr gemischtes Publikum; neben den eigentlichen Landleuten, die Bewohnerinnen des dortigen Damenklosters, der Klosterpächter, der Förster, der Pastor und mehrere Handwerker. Auch selbst die geringen Leute sind dort fast städtisch gekleidet und konnten das so leichter ausführen, weil durch den reichen Klosterfonds, so wie durch die Wohlthätigkeiten der Klosterdamen recht viele Wohlthaten in derselben verbreitet werden. Dabei sind sie artig und ist auch der herzliche Sinn daselben vom Pastor stets belobt worden.
In Mariensee findet sich eine recht schöne alte Klosterkirche die vielleicht nur eines geschmackvollen Ausbaues bedarf. In Empede findet sich eine recht hübsche neue Kapelle in welcher einige Male im Jahre vom Pastor die Communion ausgetheilt, sonst aber vom Schullehrer Katechismuslehre gehalten wird. In Wulfelade befindet sich kein geistliches Gebäude.
Der Cantor Pohlmann ist nicht allein Schullehrer, sondern auch Küster und Organist, die Orgel spielt er gut, und in Erfüllung seiner Küsterpflichten soll er äußerst accourat und gewissenhaft sein. In Rücksicht des Schulhalters hat er meine (des Superintendenten) Erwartungen übertroffen. Er ist ein durchaus anständiger und wundervoll auftretender Mann, ist durch die schwere Schule des Lebens gegangen (Krankheiten und Todesfälle der Kinder) und scheint mit seinem ganzem Herzen in seinem Berufe zu leben. Er genießt einen gewissen Wohlstand, hat aber nur einen Sohn behalten, der in Hannover an einer Schule angestellt ist.
Der Pastor Rauterberg ist ein sehr freundlicher und angenehmer Mann, predigt gut, und weiß sich im geselligen Leben sehr gut zu benehmen. Daher ist er nicht allein in den Cirkeln der Honratioren sehr beliebt, sondern scheint auch die Herzen der Landleute vollkommen genommen zu haben. Bei dem großen Eifer und der Amtstreue die ihm eigen ist, wird er hoffentlich der Gemeinde noch immer mehr zum Segen gereichen. Er ist mit der Schwester des sel. Pastors Bodemann erheirathet, hat aber noch keine Kinder.
(Quelle: Eph Neu Spec 1, Bericht der Kirchenkommissarien Mariensee)

Am 13. März 1861 schreibt Superintendent Parisius in seiner Charakteristik der Prediger über Rauterberg: Pfarre Mariensee, Patron des Klosters Mariensee. Anscheinend ganz gesund und kräftig. Seine Studien sind, wie er selbst bekennt, seit seiner Anstellung in Mariensee noch unbedeutend gewesen. Ich selbst bin noch nicht im Stande, über seine theologischen Kenntnisse zu urteilen. Er besitzt viel äußere Begabung zum Kanzelredner, und wird gern gehört. Seine Stimme ist eben so angenehm wie kräftig. Seine Gaben zum Katechesieren sind sehr gut. Er besucht fleißig die Schulen zur Aufsicht und wird von den untergebenen Schullehrern sehr geschätzt. In den Geschäftsangelegenheiten ist er noch wenig geübt. Wird von der Gemeinde sehr geliebt und geachtet.

1864
Von 1864- 1891 ist August Christian Ferdinand Rauterberg, Sohn des Vorgängers, Pastor in Mariensee. *Hildesheim 9.5.1829, +Hannover 8.2.1897. Besuchte die Schule in Hildesheim, Universität Göttingen, dann Pastor coll. in Niederbörry, 1864 Pastor in Mariensee, 1891 emerit.. Heirat Hannover 30.5.1865 mit Sophie Dorothee Johanne Georgine Dahling, *Hannover 29.7.1846. (Eltern: Georg Heinrich Wilhelm Dahling, *Remeringen bei Heuerßen, Dr. med., Sanitätsrat in Hannover heiratete Hannover 24.5.1840 Christine Caroline Auguste Eichhorn, *Hannover 5.2.1820)
Kinder:
1. Catharina Mathilde Louise Elisabeth, *Mariensee 28.11.1869.
2. Louise Johanne Charlotte Katharine, *Mariensee 21.5.1873.

1870
Im Feldzug von 1870/ 71 fielen der Musketier Hulke und der Musketier Tegtmeier aus Mariensee. (Quelle: Gedenktafel am Turm der Liebfrauenkirche in Neustadt am Rübenberge)

1871
Schullehrer in Mariensee von 1871 bis 1893 ist Heinrich Ludwig Wilhelm Rabe, *25.2.1844. Versetzung 1871 von Bordenau nach Mariensee. Zu diesem Zeitpunkt ist er unverheiratet. Bei der Visitation 1873 in Mariensee, ist er 29 Jahre alt, sein Aufenthalt im Seminar betrug 1 Jahr. Er ist seit 2 Jahren am Ort, verheiratet, keine Kinder. 1883 wird Rabe als verheiratet mit 1 Kind erwähnt.

1873
Anzahl der Schulkinder in Mariensee: 42 männlich, 32 weiblich, zusammen 74. (Quelle: Eph Neu Mariensee 1)

1887
Neustadt 9.2.1887. Kirchengemeinde Mariensee: Die durchschnittliche Zahl der Kirchenbesucher in der Hauptgottesdienstzeit beträgt an den hohen Festtagen 320, an den gewöhnlichen im Winter 160, im Sommer 170. Davon sind chorpflichtige Kinder darunter 24, die Seelenzahl in der Gemeinde beträgt 1172. (Quelle Eph Neu Mariensee)

1891
Von 1891 bis 1930 ist Georg Heinrich Merker Pastor in Mariensee. *Hildesheim 26.9.1864, +Mariensee 21.6.1930. Ausbildung in Hildesheim (Andreanum), Universität Göttingen, 1891 Pastor in Mariensee. (Eltern: Heinrich Friedrich Merker, *Hildesheim 5.11.1824, +Hildesheim 7.6.1906, dortiger Kaufmann, heiratete in Bockenem am 18.10.1855 Luise Brehme, *Bockenem 5.9.1834, +Hildesheim 5.2.1894) Heirat in Hildesheim am 9.5.1893 Auguste Minna Bertha Plathner, *Eddinghausen bei Gronau am 7.2.1868, +Mariensee 13.3.1949 (Eltern: Friedrich Wilhelm Plathner, *Gronau 25.5.1825, +Hildesheim 4.8.1912, Gutspächter, Heirat in Gronau 10.2.1856 mit Johanne Wilhelmine Caroline Freymann, *Gronau 5.10.1826, +Hildesheim 14.8.1894, sie war in erster Ehe in Gronau mit dem Tierarzt und Landwirt Georg Heinrich Johannes Franz Wieners verheiratet, *Gronau 22.8.1820, +Gronau 2.6.1854)
Kinder:
1. Heinz, *Mariensee 9.5.1894, +Mariensee 23.7.1894.
2. Wilhelm Friedrich Karl, *Mariensee 27.10.1895, +Mariensee 22.11.1895.
3. Luise Minna Bertha, *Mariensee 4.8.1897, +Mariensee 10.6.1968, Schwester bei der Provinzial- Blindenanstalt in Hannover, später Konventualin im Kloster Mariensee.
4. Agathe Maria Bertha, *Mariensee 7.8.1900, +Göttingen 14.5.1943, heiratete in Göttingen am 21.12.1938 Bruno Schmalhans, Bibliotheks- Inspektor in Göttingen.
5. Karl Hermann Wilhelm, *Mariensee 17.8.1902, 1928 Dipl. Ing., dann Dr. med. dent., Zahnarzt in Berlin.
6. Hermann Max, *Mariensee 3.2.1912, Dr. med., Assistent am Physiologischen Institut der Universität Göttingen.

1893
Schullehrer in Mariensee von 1893- 1907 ist August Grages.

1895
Mariensee hat 432 Einwohner und 74 Wohngebäude.

1905
Bau des neuen Pfarrhauses, nachdem der alten Fachwerk- Vorgängerbau, das Geburtshaus des 1748 dort geborenen Dichters Ludwig Christoph Hölty, abgerissen war. Dieser Vorgängerbau stand auch näher an der Straße als der Bau von 1905.
Kirche und Pfarrhaus sind Eigentum der Klosterkammer und werden von dort aus unterhalten.

1907
Amtszeit von Lehrer Karl Prick 1907- 1927, *16.7.1885, +9.2.1936. Heirat mit Alma, geb. Dettmering, *10.5.1886, +10.8.1948

Bau des Hölty- Denkmals

1914
Musketier Heinrich Scharringhausen, gefallen 1914. Füselier Wilhelm Lübbert, gefallen 1914.

1915
Gefallene 1915: Musketier Karl Kramer, Genadier Hermann Gehrke (vermisst), Ersatz Reservist Heinrich Borges (vermisst), Füselier Wilhelm Wegener, Füselier Wilhelm Thoms (vermisst), Unteroffizier Wilhelm Wiggers, Ersatzreservist Heinrich Hogrefe, Schütze Heinrich Tegtmeier.

1924
Prozess der Kirchengemeinde mit der Klosterkammer puncto Kirchenlasten 1924- 1925.

1927
29.11.1927. Gründung eines Turnvereins in Mariensee durch 41 junge Männer.

1931
Pastor von 1931 bis 1939 in Mariensee ist Dietrich Hermann Friedrich Möller. *Konau bei Bleckede 17.6.1891, +Hannover 20.8.1950, begraben in Burgdorf. 1924 Pastor coll in Schneverdingen, 1926 Pastor ebenda, 1931 Pastor in Mariensee, 1939 2. Pastor in Burgdorf. (Eltern: Dietrich Hermann Friedrich Möller, *Zetze bei Lüneburg 3.5.1859, +Konau 3.2.1910, Lehrer in Konau, heiratete in Embsen 23.9.1887 Marie Dorothee Elisabeth Koch, *Melbeck 26.4.1867) Heiratete in Göttingen am 14.4.1936 Grete Ella Anna Rabe, *Lüthorst 18.6.1903, +15.6.1990, begraben in Burgdorf. (Eltern: William Oskar Heinrich Alfred Julius Rabe, *Rodewald 3.11.1872, +8.1.1955, begraben in Burgdorf. War Lehrer: 1893 in Lüthorst, 1914 in Höckelheim, 1933 in Ruhestand, heiratete Lüthorst 11.4.1901 Ella Amalie Wilhelmine Nüsse, *Lüthorst 5.2.1880, +17.4.1969, begraben in Burgdorf)
Kinder:
1. Marie Ella Agnes Rosalie Renate, *Hannover 3.3.1937.
2. Wilhelm Erich Hans Friedrich, *Hannover 4.7.1938.
3. Erdmuthe, *Burgdorf 29.6.1945, +28.7.1978 begraben in Burgdorf. War verheiratet mit NN Hanke.

1939
Pastor von 1939 bis 1949 ist Heinz Kopf. *Wester Ihlienworth 24.11.1909, +Landesbergen 1.12.1994. Pastor: 1938 Hagen bei Bremen, 1939 im Henriettenstift in Hannover, 1939 Mariensee, 1949 Landesbergen, 1.10.1975 emerit.

1945
Am 5. Januar 1945 um 19.45 Uhr stürzt eine Halifax Mk III des 102 Sqdn., Werknummer MZ 796, mit der Kennung DY Kokarde M, 1 km südwestlich von Mariensee ab. Dabei gab es 5 Tote und 2 Gefangene. Der Abschuss erfolgte durch die 8. Flak Division. Die Maschine hatte den Auftrag zum Angriff auf Hannover. Das Flugzeug brannte in der Luft und wurde durch den Aufschlag zu 95 % zerstört. Bruchstücke lagen im Umkreis von 500 und 1000 m verstreut. (Quelle: Lg XI Meldung. Britische Verlustliste)

1946
Mariensee hat 1017 Einwohner.

1949
Pastor von 1949 bis 1954 in Mariensee ist Gerhard Seebo. *Gehren in Thüringen 6.1.1911, +Eschede 28.9.1956, begraben in Mariensee. War Soldat, nach Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft 1949 Pastor in Mariensee und ab 1954 in Eschede. (Vater: Theodor Reinhard Seebo, *Geestemünde 6.3.1875, Pastor in Gehren, 1912 1. Pastor in Geversdorf/ Oste, 1925 Pastor in Kirchlinteln)

1950
Mariensee hat 1030 Einwohner und 116 Wohngebäude.

1954
Errichtung der Friedhofskapelle in Klinkerbauweise.

Neubau der Schule.

1955
Von 1955 bis 1975 ist Eberhard Friedrich Ernst Quantz Pastor in Mariensee. *Bahrendorf bei Dannenberg 12.10.1908, +Mariensee 18.6.1985. 1933 Pastor coll. in Osten an der Oste, 1934 Pastor ebenda, 1953 Leitung der Heimvolksschule Loccum, 1955 Pastor in Mariensee, 1.8.1975 emerit. (Vater: August Friedrich Adolf Quantz, *Hary 8.11.1869, 1901 Pastor coll in Barsinghausen, 1902 Pastor in Bahrendorf, 1913 Pastor in Hachmühlen, 1929 Rotenburger Anstalten)

1956
Schullehrer 1956 / 57 ist Siegfried Burchat *Lyck/ Ostpreußen 19.2.1922, +Otternhagen 19.5.1995.

1957
Mariensee hat 931 Einwohner.

1959
Das heutige Kirchspiel Mariensee umfasst drei politische Gemeinden: Mariensee, Wulfelade und Empede mit Himmelreich. Die Zahl der evangelischen Einwohner beträgt insgesamt knapp 1600. Im gleichen Bereich leben etwa 250 Katholiken, denen der Kirchenvorstand die Kirche zur Verfügung stellt. Außerdem gibt es noch 20 Sonstige. In Mariensee ist eine dreiklassige Volksschule, in Empede und Wulfelade je eine einklassige. Die Bevölkerung lebt überwiegend von der Landwirtschaft und teilweise vom Handwerk, doch fahren auch viele Einwohner täglich zur Arbeit nach Neustadt oder Hannover. Im Kloster wohnen 12 Klosterdamen und ihre Oberin, sowie zahlreiche heimatvertriebene Familien. Auf dem Klostergut ist das Max- Planck- Institut für Tierzucht mit einem wissenschaftlichen Mitarbeiterstab untergebracht sowie Wohnungen der dort Arbeitenden.

November 1959. Das neue Kirchensiegel. Als das Kloster Mariensee sein 750 jähriges Bestehen festlich beging, kam der Plan auf, mit der Kollekte des Festgottesdienstes ein neues Kirchensiegel zu beschaffen. Das alte Kirchensiegel von 1876 war stark abgenutzt und hatte verschiedene Mängel. Da es wohl ursprünglich für Siegellack und nicht für Stempelfarbe geschaffen war, kamen Inschrift und Siegelbild nicht deutlich heraus. Außerdem heißt die Kirchengemeinde heute amtlich einfach „Mariensee“, früher Kloster Mariensee, was in der Abkürzung des Siegels „Kl. Mariensee“ von Ortsunkundigen auch fälschlich Klein Mariensee gelesen werden konnte. Nach manchen Verhandlungen und Entwürfen ist nun die Genehmigung des Landeskirchenamtes das neue Siegel in der vom Kirchenvorstand beschlossenen Form angefertigt und in Gebrauch genommen. Das Siegel ist oval- spitz und dadurch auf dem ersten Blick als kirchliches Siegel zu erkennen. Eine ähnliche ovale Form finden wir auch auf der ovalen Taufschale von 1736. Die Umschrift lautet nun: „Evangelisch- Luth. Kirche Mariensee 1207+1957“. Das Siegelbild zeigt wieder Maria mit dem Jesuskind auf dem Schoß. Mancher meinte zunächst: Das ist ja katholisch. Aber die Gegenüberstellung des alten und des neuen Siegels erweist gerade das Gegenteil: Das alte Siegel zeigt Maria auf einer Wolke thronend mit Krone und Szepter. Das ist die Himmelskönigin wie die Katholiken sie verehren und anrufen. Das neue Siegel zeigt sie als die Mutter des Heilandes, wie die Evangelischen sie achten und ehren. Das Jesuskind aber hält die Weltkugel mit dem Kreuz darauf in der Hand. (Quelle: Beiblatt zur „Botschaft“ 22.11.1959)

1960
Mariensee den 25.11.1960. Nach kurzer schwerer Krankheit hat Gott der Herr unsern Küster, den Böttcher Heinrich Gliesmann im Alter von 60 Jahren aus diesem Leben abgerufen. Der Entschlafene hat ein Leben lang den Kirchen- und Friedhofsdienst treu versehen, mit dem er von Jugend auf vertraut war, zunächst als Helfer und später als Nachfolger seines Vaters. Der Kirchenvorstand zu Mariensee. E. Quantz, Pastor.

1961
Von 1961- 1974 ist Albert Kohansky Bürgermeister in Mariensee.

1963
Mariensee hat 933 Einwohner

1965
1965 gibt es Planungen für 49 Reihenhäuser die „Hinter den Gärten“ errichtet werden sollen. Bereits 1966 konnten diese Häuser bezogen werden. Die Grundstücke wurden auf Erbbaurechtbasis zu einem Preis von 0,38 DM pro Quadratmeter vergeben.

1966
Kirchliche Statistik 1966: Aus Mariensee sind 1966 folgende Zahlen zu berichten: Getauft wurden 38 Kinder und ein Erwachsener (Soldat aus Luttmersen), konfirmiert 20 Kinder, getraut 11 Paare, bestattet 21 Gemeindeglieder. Es wurden 91 Gottesdienste gehalten (Kirche und Kapelle Empede), an denen 4618 Erwachsene und 841 Kinder teilnahmen. Die Zahl der Evangelischen ist auf 1778 angewachsen, aber bei den Neuzugezogenen ist die Beteiligung am kirchlichen Leben auch genau wie bei den Alteingesessenen nur als „teilweise“ zu bezeichnen. Im Kindergottesdienst waren im ganzem Jahr 1432 Kinder (945). Außer der Pfarrfrau half dabei der Organist und Hauptlehrer Herr Kreft und neuerdings auch Frau Buntrock. An 18 Abendmahlsfeiern nahmen 197 Männer und 292 Frauen teil.

1970
Im Jahre 1970 übernahm die Kirchengemeinde Mariensee den Kindergarten von der Klosterkammer.

1972
Neubau des Kindergartens

1976
Von 1976 bis 1984 ist Christoph Kusche Pastor in Mariensee. *15.9.1942, 1971 Pastor coll in Werdum, später Pastor ebenda, 1976 in Mariensee und 1984 in Pyrmont- Holzhausen.

1985
Pastor in Mariensee ab dem 1.2.1985 wird Adolf Höhle, *9.11.1940, vorheriger Pastor in Eltze und Eickenrode.

1986
19.4.1986. Einweihung der neuen Turnhalle.

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